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Da fühlt er sich wohl: Igel halten sich gerne in Laub und Ästehaufen auf. Dort finden sie Unterschlupf und Nahrung.

Vor der Winterruhe

Falsche Tierliebe: Igel in Gefahr - so helfen Sie richtig

Schmatzen im Gebüsch verrät ihn: Der Igel sucht Futter und ein Versteck, um über den Winter zu kommen. Häufig wollen ihm Menschen dabei helfen, doch Tierschützer warnen vor falsch verstandener Tierliebe.

Ginge es nach den stacheligen Wildtieren, dann sähen bayerische Gärten nicht aus wie ein verlängertes Wohnzimmer. „Igel wollen Laub, Reisighöhlen und Ästehaufen“, sagt Andreas Brucker, Geschäftsführer des Landesverbands Bayern im Deutschen Tierschutzbund. Darin warten Insekten, Larven und Weichtiere als Leckerbissen. „Sterile Gärten mit akkuratem Heckenschnitt haben nichts Naturnahes mehr“, kritisiert der Tierfreund. Dann fehlt es an Nährstoffen und an Rückzugsmöglichkeiten. Er rät Hausbesitzern: „Machen Sie ihre Gärten erst im Frühjahr sauber!“

Feinde hat der intelligente Geselle schon genug: Laub-sauger, Häcksler, Elektro-Sensen, Rasenmäher und seit Neustem die Mäh-Roboter. Immer wieder haben auch freilaufende Hunde einen Igel auf dem Gewissen. Böse erwischt hat es kürzlich das Tierchen, das Andreas Brucker derzeit pflegt. „Ein Hundebiss kann lebensbedrohlich sein“, sagt er. Noch wiegt sein kleiner Schützling nur 424 Gramm, „aber wenn er 500 Gramm wiegt, bringe ich ihn in eine Auffangstation“.

Davon gibt es glücklicherweise einige in Bayern. So etwa die Igelstation in Grabenstätt (Kreis Traunstein). Rund 100 Igel sind dort derzeit in Pflege, was ehrenamtlichen Mitarbeitern einiges abverlangt, vor allem finanziell. Die Initiatoren sind auf Spendengelder angewiesen, um die Versorgung aufrecht erhalten zu können. Gebracht werden dürfen Igel, die krank, verletzt oder bei Wintereinbruch stark untergewichtig sind. Ansonsten gilt für jeden Tierfreund: Hände weg! Auf keinen Fall sollte ein Igel in einer Kiste ins warme Haus geholt werden, um ihn zu überwintern. Dann sinken seine Überlebenschancen.

Ein Tier zu retten ist nicht so einfach

„Grundsätzlich ist die Aufnahme von Wildtieren verboten“, stellt Brucker klar. „Sowas ist nicht so einfach, wie sich das die Leute vorstellen.“ Zumal die vermeintlich Geretteten Parasiten wie Flöhe, Zecken oder Madeneier mitbringen könnten. Ein krankes oder verletztes Tier lässt laut Brucker ganz gut erkennen: „Igel haben ein feines Gehör. Normalerweise rollt er sich ein, wenn sich ein Mensch nähert. Bleibt er seitlich liegen, stimmt etwas nicht.“ Wirkt ein Igel untergewichtig, empfiehlt der aktuelle Träger des bayerischen Tierschutzpreises: „Küchenwaage ins Freie holen, Papier drauf legen, Handschuhe anziehen und das Tier wiegen.“ Die kritische Marke liege bei einem Pfund.

Bei der Fütterung abgemagerter Tiere gelten Regeln. So kann etwa Milch zu Durchfall und Austrocknung führen, rohe Eier bergen die Gefahr von Salmonellen. „Auch von Igeltrockenfutter ist abzuraten“, sagt Brucker, der rund um die Uhr zur Stelle ist, wenn ein Tier in Not gerät. „Igel sind keine Trockenfresser. Sie brauchen dazu Wasser, aber Wass

erquellen sind zurzeit relativ rar.“ Abgesehen von naturnahen Gärten können Tierfreunde laut Tierschutzbund den abgemagerten Igeln beispielsweise Katzendosenfutter mit Haferflocken oder Weizenkleie und Wasser geben.

Anlaufstellen

• Generell gilt: im Zweifel zum Tierarzt

• Die nächstgelegene Auffangstation in Bayern teilt der Tierschutzbund unter 0172 8136711 mit sowie der Tiernotruf (0700/ 58585810).

Corinna Erhard

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