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Ob Zwergpapagei oder Wellensittich: Flugangst kann jeden Vogel treffen. Meist sind die Gründe ganz harmlos: Das Zimmer ist zu dunkel oder der Vogel einfach zu schwer.

Tiersprechstunde

Flugangst bei Vögeln? Probleme bei beliebten Haustieren

München - Klingt komisch, ist aber nichts ungewöhnliches. Es ist gar nicht so selten, dass Wellensittiche, Papageien und andere Vögel, sich vor dem Fliegen fürchten.

Hansi ist skeptisch: Er sitzt an der offenen Käfigtüre, tippelt ein bisschen nach rechts, breitet mal kurz die Flügel aus und legt sie wieder an. Dann tippelt der Wellensittiche wieder zurück in seinen Käfig – den Freiflug lässt er heute mal wieder ausfallen. Es ist gar nicht so selten, dass Wellensittiche, Papageien und andere Vögel, sich vor dem Fliegen fürchten.

Die Gründe dafür können vielfältig sein, beispielsweise ein neues, ungewohntes Umfeld, sagt Sonja Kling, Fachtierärztin für Ziervögel in Berlin: „Darauf reagieren sie ängstlich.“ Es kann bis zu mehreren Wochen dauern, bis sich die Tiere in ihrem neuen Zuhause sicher fühlen und auch auf Entdeckungstour gehen wollen, sagt Kling. Wenn ein Vogel immer gern geflogen ist, vier Stunden am Tag sollten sie die Möglichkeit dazu haben, ihre Runden zu drehen - aber auf einmal nicht mehr richtig losstartet und schnell an Höhe verliert und abstürzt, ist das ein Alarmzeichen und sollte vom Tierarzt begutachtet werden. Denn Übergewicht, Atemwegs- und Herzerkrankungen, Gefiederstörungen oder auch Knochen- und Gelenkerkrankungen können fürs Sitzenbleiben der Tiere verantwortlich sein.

„Vögel sind Schwarmtiere und verbergen Krankheitszeichen“, so Kling. „Haben sie Schmerzen in den Füßen und scheuen das Landen, werden sie gar nicht erst aufsteigen.“ Daher sollte ein vogelkundiger Tierarzt den flugunlustigen Vogel genauer auf Krankheiten untersuchen.

Um Fußverletzungen von vornherein zu vermeiden, wird zu Naturästen als Sitzstangen geraten. Stangen aus Kunststoff sind eher ungeeigent, da durch den immer gleichen Durchmesser dieselben Stellen der Füße belastet werden, was zu entzündlichen Geschwüren und einer Fehlstellung der Krallen führen kann. Wenn ein Tier noch nie geflogen ist, oder aus einer schlechten Haltung übernommen wurde, kann es sein, dass seine Flugmuskulatur verkümmert ist. Um den Vogel zum Freiflug durchs Zimmer zu animieren, können die Tiere mit Leckerbissen gelockt werden, die nur einen kurzen Flügelschlag voneinander entfernt verteilt werden. Daniela Rickert von der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz warnt eindringlich davor, die Vögel aufzuscheuchen: „Damit gewinnt man ganz bestimmt nicht ihr Vertrauen.“ Wenn alles nicht hilft, kann man es mit Festbeleuchtung probieren. Sonja Kling: „Vögel fliegen nicht bei schlechter Sicht.“ Hansi übrigens musste nur ein paar Gramm abnehmen, dann hatte er ideales Fluggewicht und begann wieder seine Runden zu drehen.

Schnupfen kann Wurmbefall sein!

Husten, Schnupfen, Atembeschwerden: Gerade bei freilaufenden Katzen können das auch Anzeichen für einen Befall mit Lungenwürmern sein. Die Symptome können nämlich ähnlich wie bei einer Erkältung sein. Darauf weist der Bundesverband der Praktizierenden Tierärzte hin. Ob die Katze eine Erkältung oder Lungenwürmer hat, lässt sich anhand einer Kotuntersuchung beim Tierarzt feststellen. Mit einer Wurmkur bekommt man den Befall meist schnell in den Griff.

Wenn die Schildkröte Durchfall hat

Schildkröten sind Überlebenskünstler, wenn sie krank werden, merken das Halter meist nur daran, dass ihr Tier sich zurückzieht und nicht mehr fressen mag. Ein häufiges Symptom bei Landschildkröten (im Bild eine Braune Landschildkröte) ist Durchfall. Sehr oft sind Parasiten die Verursacher, z. B. die Kryptosporidien. Medikamente helfen der Schildkröte, wieder zu Kräften zu kommen. Der Käfig muss gründlich gereinigt werden, um die Krankmacher möglichst zu dezimieren.

Bekleidung selten sinnvoll

Wenn die Temperaturen sinken und Schnee fällt, holen viele Hundebesitzer wieder Pullover, Mäntelchen und Schuhe für ihre vierbeinigen Lieblinge aus dem Schrank. Doch für gesunde Hunde ist die Kälte gar kein Problem. „Ihnen reicht ihr Fell als natürlicher Wärmeschutz“, sagt Astrid Behr vom Bund Praktizierender Tierärzte in Frankfurt. Allerdings gibt es Ausnahmen: „Hunde, deren Fell zu wenig wärmende Unterwolle hat, frieren schneller.“ Auch kleine Hunde, deren Bauch nah am kalten Boden ist, fangen im Winter schnell an zu zittern. Diese Tiere können mit einem strapazierfähigen Mantel den Ausflug in die Kälte besser genießen. Die Tierärztin: „Allerdings kommt es bei der Tierbekleidung nicht auf die Optik an. Der Mantel muss strapazierfähig und wasserdicht sein.“ Für Hunde mit empfindlichen Pfoten können auch Pfotenschuhe sinnvoll sein, die vor dem Streusalz und scharfen Eissplittern schützen. Schnee sollten die Tiere übrigens nicht fressen, da deren Magen auf Streusalz sehr empfindlich mit Erbrechen und Durchfall reagiert.

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