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Eine fluoreszierende Koralle (Lobophyllia hemprichii) (undatierte Aufnahme). Englische Wissenschaftler haben das Rätsel um Korallen gelöst, die auch in großer Wassertiefe leuchten. Die Tiere sind in der Lage, das schwache blaue Licht von oben in orangenes Licht umzuwandeln, heißt es in der Studie, die in der Zeitschrift "Proceedings of the Royal Society B" erschienen ist.

Was sie damit bezwecken

Forscher lösen das Rätsel um diese Leucht-Tiere

Korallen begeistern Taucher in der Tiefe immer wieder mit kräftig leuchtenden Farben. Doch was für Laien schlicht toll aussieht, gab Wissenschaftlern bislang Rätsel auf.

Manche Korallen tieferer Meeresregionen leuchten in kräftigem Orange und sichern so ihre Versorgung mit Nährstoffen. Die Tiere sind in der Lage, das schwache blaue Licht von der Wasseroberfläche zu absorbieren und in orangenes Licht umzuwandeln, schreiben Forscher in den „Proceedings B“ der britischen Royal Society. Die Wissenschaftler der Universität Southampton unter Leitung des Korallenexperten Jörg Wiedenmann fanden nun heraus, was die Nesseltiere damit bezwecken.

Demnach dringt das orangene Licht - anders als das blaue - tief in das Gewebe der Koralle ein und regt dort lebende Algen verstärkt zur Photosynthese an. Dabei entstehen Stoffe, die die Korallen dringend für ihren Energiehaushalt benötigen.

Eigentlich siedeln sich Korallen gerne wenige Meter unter der Wasseroberfläche an. Denn um zu überleben, brauchen sie vor allem Licht. Doch Korallen kommen auch in größeren Tiefen zwischen 20 und 80 Metern vor. Obwohl dort nur noch wenig Licht ankommt, gibt es immer wieder Exemplare, die in kräftigem Orange leuchten. „Das könnten Taucher auch mit bloßem Auge wahrnehmen“, sagt Studienautor Jörg Wiedenmann. Das Phänomen stellte die Forscher lange vor ein Rätsel. Nun fanden sie heraus, dass spezielle Proteine für das Leuchten sorgen.

Der fluoreszierenden Polyp einer Koralle (Montastrea cavernosa) (undatierte Aufnahme).

In große Tiefen dringt nur eine kleine Bandbreite des gesamten Lichtspektrums vor, hauptsächlich blau. Doch das blaue Licht wird schnell von den Organismen auf der Oberfläche der Koralle absorbiert und gelangt kaum noch in die tieferen Gewebeschichten. Dabei leben dort ebenfalls Algen, die Photosynthese betreiben.

Deshalb wandeln spezielle Proteine das blaue Licht in orangenes um. Orangenes Licht wird nicht ganz so leicht von Algen absorbiert wie blaues und gelangt deshalb tiefer ins Gewebe der Koralle.

Aufgrund des Klimawandels stehen Korallenriffe vor allem in flachem Wasser zunehmend unter Stress. Am australischen Great Barrier Reef sorgt die Korallenbleiche immer wieder für Schlagzeilen. „Doch man kann jetzt nicht einfach alle Korallen in tieferen Gewässern ansiedeln, weil es dort kühler ist“, sagt Wiedenmann. „So einfach ist es nicht.“ Um Phänomenen wie der Korallenbleiche zu begegnen, müssen laut dem Biologen vor allem zwei Dinge geschehen: „Man muss global den Klimawandel bekämpfen und lokal dafür sorgen, dass die Bedingungen an den Riffen besser werden.“

Die "Mundregion" einer fluoreszierenden Koralle (Lobophyllia hemprichii) (undatierte Aufnahme).

Am Strand von Malibu wurde unlängst eine mysteriöse Kreatur angeschwemmt, die ebenfalls Rätsel aufgab.

dpa

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