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In vielen bayrischen Städten gibt es mittlerweile bereitgestellte Beutel für Hundekot. (Symbolbild)

Mit Motorroller und Ehrenamtlichen

So gehen bayrische Städte mit Hundekot um

Hundekot ist in bayerischen Städten ein großes Ärgernis. Nicht nur die klassischen Beutel-Spender kommen beim Kampf gegen die Häufchen zum Einsatz.

Die bayerischen Städte wollen beim Umgang mit Hundekot nicht dem Frankfurter Beispiel folgen - im Gegenteil. Die hessische Bankenmetropole hat angekündigt, den Gassigehern keine Plastikbeutel mehr zur Verfügung zu stellen und damit jährlich 20 000 Euro einzusparen. München erhöht dagegen die Anzahl der Beutel-Spender im Stadtgebiet noch in diesem Jahr um 400 - das beschloss der Kreisverwaltungsausschuss vor wenigen Wochen. Auch in Augsburg kommen pro Jahr 15 bis 20 neue Kästen hinzu, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. In Nürnberg überlegt man, Beutelspender-Paten einzusetzen. Freiwillige sollen sich dann dafür verantwortlich fühlen, dass stets genug Tüten für die Hundebesitzer vorrätig sind.

Bamberg: Bußgeld statt Beutel

Ein Ärgernis bleiben die tierischen Hinterlassenschaften jedoch für alle Städte: „Die ganze Hundekotbeutel-Geschichte funktioniert nur, wenn es den Leuten an den Geldbeutel geht“, meinte ein Sprecher der Stadt Bamberg. Dort überwacht der Parküberwachungsdienst auch die Grünanlagen und kann Bußgelder ausstellen.

Nürnberg: Hundekot wird "eingesaugt"

In Nürnberg werden Spezialmotorroller mit Saugrüssel zur Bekämpfung von Hundekot eingesetzt. Die Motorroller patrouillieren regelmäßig in den wichtigsten innerstädtischen Parks und hielten nach herumliegendem Hundekot Ausschau.

Um mit dem Ärgernis fertig zu werden, entwickeln die Städte ganz unterschiedliche Strategien. Die Stadt Nürnberg begegnet dem Problem auf Rädern: Zwei Mitarbeiter der Stadt sind im fünften Jahr in den Sommermonaten auf Motorrollern durch die Parks der Stadt unterwegs. Die Roller haben ein Saugrohr, das Hundehaufen direkt in einen Sammeltank befördert. „Das hat sich bewährt“, sagt Roger Mock von der Stadt. Vor allem weil die Bürger so auf das Problem aufmerksam gemacht würden. „Andererseits beschweren sich dann wieder einige. Obwohl die Roller nur Schrittgeschwindigkeit fahren.“ Zudem will Nürnberg dem Problem nach Vorbild der Baumpatenschaften begegnen. Die Beutelspender-Paten würden sich für je einen Spender verantwortlich erklären und diesen auch wieder auffüllen, erzählt Barbara Wolfinger vom Nürnberger Bürgerinformationszentrum. Einige Bürger haben schon signalisiert, dass sie zu einem solchen Ehrenamt bereit wären.

Augsburg: Bürger engagieren sich

Ein deutlicher Hinweis.

Auch in Augsburg pflegt man den direkten Draht zum Hundehalter. „Die Bürger rufen an, wenn sie das Gefühl haben, dass irgendwo ein Spender fehlt. Und meistens kriegen sie den dann auch“, sagt Stefan Ganser. Dadurch fallen jährlich um die 10 000 Euro an, allein für die Neuanschaffungen. Etwa 220 der schmalen Säulen hat die Stadt mittlerweile aufstellen lassen, schätzt Ganser. Liegen gelassener Hundekot ist nicht nur unhygienisch, sondern auch gesundheitsschädlich. Mit ein paar besonders dreisten Haltern hat man es in Bamberg zu tun: „Die nutzen Spielplätze als Auslaufzone, weil sie da die Tür hinter sich schließen können“, erklärt ein Sprecher.

Bamberg: Schwund bei Beuteln

In Bamberg gingen schon mal die Beutel aus.

Die Anzahl der Beutelspender wurde in Bamberg im Rahmen der Landesgartenschau 2012 erhöht. Heute sind es etwa 30. In der Vergangenheit hat die oberfränkische Welterbestadt auch schon die Erfahrung gemacht, dass bei den Beuteln manchmal ein ungewöhnlicher Schwund herrscht. Einzelne Spender hätten täglich aufgefüllt werden müssen. „Anscheinend haben die einige Leute als billige Einfrierbeutel verwendet“, erinnert sich der Sprecher.

dpa/lby

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