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Damals wurde eine sezierte Giraffe dem Löwen zum Fraß vorgeworfen. Diesmal soll selbst einer zerlegt werden.

Grausame Show

Zoo möchte Löwe ausschlachten - vor Kindern!

Odense - Schon wieder möchte ein dänischer Zoo ein Tier öffentlich sezieren. Diesmal einen Löwen - und das auch noch vor Kindern. Unverantwortlich?

Die Empörung in der Bevölkerung war riesengroß, als der Kopenhagener Zoo eine Giraffe in aller Öffentlichkeit zerlegt hatte. Von den dadurch ausgelösten Protesten ist nun ein anderer Zoo im dänischen Odense scheinbar völlig unbeeindruckt. Dort soll am Donnerstag in einer Woche keine Giraffe, sondern ein Löwe ausgeschlachtet werden. Wieder öffentlich. Und wieder vor den Augen neugieriger Kinder?

Grausames Highlight in den Herbstferien

Der Zoo, der im Zentrum des Landes liegt, kündigte die Sezierung als eine Art lehrreiches Highlight in den Herbstferien an. Tierpfleger Michael Wallberg Sörensen sagt: „Wir denken, dass man bei der Zerlegung eines Löwen sehr viel lernen kann." Das Publikum bestehe voraussichtlich aus Erwachsenen und Kindern.

Über drohende Kritik an dieser Sezierung sagte Sörensen: „Der Zoo hat bereits in der Vergangenheit Tiere vor Publikum seziert und dafür nie negative Reaktionen bekommen.“ Die Besucher seien sehr interessiert daran, einen Löwen aus der Nähe zu sehen. Das Schau-Objekt wurde bereits vor neuen Monaten eingeschläfert. Der Grund: „Weil der Zoo zu viele Löwen hatte.“  Und um den Kadaver über all die Monate frisch zu halten, wurde bzw. wird er zwischenzeitlich in einem Kühlfach aufbewahrt. 

Ärger und Verständnis: Nicht alle Dänen finden eine Sezierung grausam

Der Zoo in Kopenhagen hatte sich erheblichen Ärger eingehandelt, als er im Februar 2014 eine in gesundem Zustand eingeschläferte Giraffe vor Kindern auseinandernahm. Der wissenschaftliche Direktor des Zoos erhielt damals sogar Todesdrohungen, weil die 18 Monate alte Giraffe Marius eingeschläfert wurde, obwohl es Angebote von anderen Zoos gab, die Giraffe aufzunehmen.

Viele Dänen waren allerdings erstaunt über die Empörung. In dem skandinavischen Land ist es üblich, dass Schulkinder zu Bildungszwecken Schlachthöfe besuchen und dabei Schweine auf der Schlachtbank sehen. Holst kritisierte nach dem Giraffen-Skandal das von "Disney-Geschichten" geprägte Tierbild vieler Menschen.

AFP/js

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