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Hat die Oberaufsicht über 6000 Tiere: Dieter Ehrengruber ist Geschäftsführer des Gut Aiderbichl.

Tiermedizin: Die Aiderbichl Gnadenhöfe

Tierische Notfälle: Von Ohrenweh bis Not-OP

Tiere sind auf dem Gut Aiderbichl bestens aufgehoben. Hier wird jede Verletzung oder Krankheit behandelt. Die tz schaut sich das Vorgehen anhand von fünf Beispielen genauer an.

Von der Taube über das Rassepferd bis hin zu Exoten wie Papageien und Schimpansen, nicht zu vergessen die Hunderte Katzen, Hunde, Rinder und Schweine - über 6000 Tiere werden auf den 26 Gut-Aiderbichl-Höfen versorgt. Jeden Morgen treffen sich die Gutsverwalter der Höfe mit ihren Mitarbeitern und Tierpflegern, sie sprechen über die einzelnen Tiere und darüber, was an dem Tag zu tun ist. Frisst ein Tier nicht, schnauft es komisch oder wirkt irgendwie schlapp und krank, wird die Aiderbichl-Verwaltung in Salzburg informiert.

Geschäftsführer Dieter Ehrengruber: "Jeder Tiernotfall oder Krankheitsfall bei einem Tier wird mir gemeldet. Wir haben mittlerweile so viel Erfahrung, dass wir wissen, welcher Tierarzt am besten zurate gezogen werden soll. Die Gesundheit unserer Tiere hat Priorität vor allem anderen." Aiderbichl hat eigene Tierärzte, aber für komplizierte Fälle werden spezialisierte Tierärzte befragt. Allein die Kosten für Tierärzte belaufen sich in jedem Jahr auf rund 750.000 Euro.

Auf die Frage, ob es zu teure Behandlungen gibt, antwortet Dieter Ehrengruber: "Es geht um das Wohl des Tieres. Wir helfen, wenn es medizinisch sinnvoll ist und dem Tiere das Leben erleichtert. Jedes Tier wird gleich behandelt: Wenn eine Taube sich einen Flügel bricht, fahren wir mit dem Vogel genauso in die Klinik, wie wenn ein Hund starke Schmerzen hat. Wir hatten zum Glück noch keinen Fall, wo wir sagen mussten, wir können uns die Behandlung nicht leisten."

Ohrenweh bei Daisy

Beagle Daisy.

Beaglehündin Daisy hat einen eisernen Willen: Was sie nicht will, das will sie nicht. Und in ihrem Fall heißt das: Niemand darf meine Ohren anfassen! Das ist wohl die Lehre aus ihrem früheren Dasein als Laborhündin, wo sie als Kontrolltier für Parasitenversuche herhalten musste und ihr häufig Blutproben abgenommen wurden. Um sie nun wegen ihrer Ohrenschmerzen untersuchen zu können, musste die siebenjährige Hündin per Blasrohr betäubt werden! Nachdem der Erreger der Entzündung feststand, fand der Tierarzt ein Medikament in Form von Tabletten, die Daisy anstandslos schluckt. Endlich hat sie keine Schmerzen mehr, und die Erkrankung kann ausheilen.

Pico ist chronisch lungenkrank

Esel Pico.

Esel Pico (17) machte den Tierpflegern vor wenigen Wochen große Sorgen: Er atmete schwer, sein Kreislauf war schwach. Der Tierarzt vermutete eine Kolik, Pico wurde in der Tierklinik behandelt. Dort wurde eine chronische Lungenerkrankung festgestellt. Die Erkrankung ist nicht heilbar, aber mit Medikamenten gut zu kontrollieren. Picos Heu muss angefeuchtet werden. Muss ein Pferd oder ein Esel in einer Klinik behandelt werden, begleitet ihn immer ein Freund. Bei Pico war es der Esel Schoko, der ihm Gesellschaft leistete.

Lisa leidet an Wasserkopf

Hündin Lisa.

Die Hündin Lisa war todkrank, als sie im November auf dem Besucherparkplatz von Gut Aiderbichl Henndorf ausgesetzt wurde. Sie hatte Seh- und Gehstörungen. Zunächst wurde ein Gehirntumor vermutet. Lisa wurde umfassend untersucht, erst eine Computertumografie brachte die endgültige Diagnose. Es stellte sich heraus, dass Lisa an einem Wasserkopf leidet. Medikamente sorgen nun dafür, dass der Druck im Kopf nicht auf lebensbedrohliche Werte ansteigt. Sollte das auf Dauer nicht genügen, muss Lisa operiert werden.

Bauchdurchbruch bei Nepomuk

Kaltblüter Nepomuk.

Nepomuk (17) ist ein starker und gutmütiger Kaltblüter. Sein Leben lang hat der prächtige Kaltblüter auf Volksfesten die geschmückten Brauereiwagen durch die Stadt gezogen. Auch auf dem Münchner Oktoberfest zog Nepomuk viele Jahre lang die Wagen mit Bierfässern. Vor zwei Jahren erlitt er einen Bauchdurchbruch und sollte geschlachtet werden. Tierfreunde alarmierten Gut Aiderbichl. Nepomuk wurde gerettet und sofort in einer Tierklinik notoperiert. Anschließend musste er ein für ihn gefertigtes Korsett tragen, damit die große Wunde heilen konnte. Nepomuk genießt jetzt seinen Ruhestand auf Gut Aiderbichl in Iffeldorf.

Edi hat's an den Nieren

Kater Edi.

Kater Edi ist zwar erst fünf Jahre alt, aber dennoch wurde bei einer Routineuntersuchung eine Nierenerkrankung festgestellt. Neben Medikamenten braucht er jetzt auch ein spezielles Futter. Daher wird Edi in das Katzenhaus im österreichischen Traisen umziehen. Es handelt sich um eine ehemalige Pension, die komplett für Katzen eingerichtet wurde. Dort leben Katzen mit gleichen Krankheiten in kleineren Gruppen zusammen. Katzen, die mehr Ruhe brauchen, können sich in dem Haus eher zurückziehen.

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