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Aufruhr um den Verkauf einer Handtasche: Ja, die Katze, die einen aus großen Augen ansieht, hat einmal gelebt. Nicht jeder findet das moralisch okay.

Die Katze im Sack gekauft

Handtasche aus echter Katze im Internet versteigert

Christchurch - Eine bizarre Auktion fasziniert Tausende Schnäppchen-Jäger im Internet. Eine Handtasche aus Katzenfell inklusive Katzenkopf, der einen mit großen Augen ansieht, wurde für 545 Dollar verkauft. Was hat es damit auf sich?

"Ein einzigartiges Mode-Accessoire, das derzeit auf Trademe angeboten wird, gibt der Redewendung "die Katze aus dem Sack lassen" eine ganz neue Bedeutung." So schreibt es stuff.co.nz. In der Tat ist diese Handtasche alles andere als gewöhnlich oder gar langweilig. Sie ist so ziemlich das Gegenteil von allem, was herkömmlich als normal verstanden wird. Entsprechend weit gehen auch die Meinungen im Netz auseinander:

"Ich liebe deine Arbeit, sie ist wunderschön!"

"Das ist großartig. Machst du auch Hunde? Der Hund meines Nachbarn wäre eine schöne Tasche..."

"Wie ist die Katze gestorben?"

"Das ist krank! Ich liebe Tiere und das ist ekelhaft!"

Um die Frage nach der Todesursache zu beantworten: Nach Angaben von stuff wurde der Kater überfahren. Claire Third aus Neuseeland, die den Kater am Straßenrand gefunden hatte, hat angeblich drei Monate lang in Supermärkten und an Straßenlaternen nach Suchanzeigen Ausschau gehalten. Nach vergeblicher Suche ging sie schließlich davon aus, dass leider keiner die Katze vermisste. Dann machte sich die Künstlerin ans Werk.

Ihr Handwerk ist das Präparieren. Sie stopft also Tiere aus, und das mit Leidenschaft. Den Vorwurf, sie würde die Katze ihrer Würde berauben, kann sie nicht nachvollziehen: "All die Zeit, die für die Gerbung und das Formen benötigt wird, zeigt den größtmöglichen Respekt für das Tier." Der Wunsch der Künstlerin ist es, das Surreale dreidimensional erfassbar zu machen. Begonnen hat alles damit, dass sie an Filmen über Fabelwesen mitgewirkt hat: Meerjungfrauen zum Beispiel.

Die Künstlerin ist keine Tier-Hasserin

Es handelt sich bei ihr auch keinesfalls um eine Tier-Hasserin. Im Gegenteil: Ihre beiden lebendigen Hunde liebt sie ebenso sehr, wie das zweiköpfige geflügelte Katzenwesen, das sie selbst erschaffen hat. Auch eine Mischung aus einer graugetigerten Katze und einem Vogel steht in ihrer Wohnung. Die Tiere, die sie präpariert, erhält sie meist von Zoos, oder sie findet sie eben auf der Straße, wie die Katze von der Handtasche.

In Neuseeland gelten die ausgestopften Tiere derzeit als trendy, es gibt mehr Menschen, die die Skulpturen kaufen und auch Präparations-Kurse für Anfänger sind immer besser besucht. "Menschen, die hinter Computerbildschirmen leben, suchen wieder nach Verbindungen zur Realität," erklärt Maria Henare, ebenfalls Präparatorin.

Ob man diese Sehnsucht nun teilt, oder nicht - es fällt schwer, keine Meinung zu jener haarigen Handtasche zu haben. Einer unbekannten Person war das Stück jedenfalls ganze 545 Dollar (etwa 340 Euro) wert. Ob sie sich damit in der Öffentlichkeit sehen lassen kann? Verboten ist dies in Neuseeland - im Gegensatz zu Europa - jedenfalls nicht.

lg

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