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Jeder Hund darf jeden Tag mit den Tierpflegern so lange auf der Wiese herumtollen, bis er ausgepowert ist. Isidor sucht die Nähe von Andreas Schlockermann.

Tiere vom wilden Aiderbichl

Hier werden bissige Hunde ganz zahm

München - Viele Besitzer schaffen es nicht, ihre Hunde zu bändigen. Was nicht gleich bedeuten muss, dass sie schlecht geboren werden. Tierpfleger Andreas Schlockermann erklärt, wie die Vierbeiner zu zähmen sind.

Wenn es nach der öffentlichen Meinung geht, dann gehören Hunde wie Leo, Charlie oder Isidor eingeschläfert. Sie waren von ihren Besitzern nicht zu bändigen, haben mehrfach Menschen angefallen und gebissen. Andreas Schlockermann hat die üblen Wunden teilweise selbst gesehen und die Horrorgeschichten über die zwölf schwererziehbaren Vierbeiner gehört, die jetzt seine Schützlinge sind. Viele saßen Monate oder Jahre im Tierheim, wo niemand wagte, sich ihnen zu nähern. Von Amts wegen hat Schlockermann einen dickgepolsterten Schutzanzug in seinem Büro hängen, angezogen hat er ihn noch nie. Ist der 53-Jährige einfach nur einer dieser magischen Hundeflüsterer, bei dem selbst der wildeste Beißer zum sanften Lamm wird?

Andreas Schlockermann kann über solche Fragen laut und herzlich lachen: „Die Hunde hier sind alle voll in Ordnung. Den Hund, der schlecht geboren wurde, gibt es einfach nicht. Diese Hunde hatten Besitzer, die ihre Tiere nicht verstanden und falsch behandelt haben. Die Tiere senden Signale aus, die man lesen und sich entsprechend verhalten muss. Jedes dieser Tiere hatte einen Grund, warum es gebissen hat. Diese Hunde haben gelernt, dass sie sich damit aus einer unangenehmen Situation befreien konnten.“

Charlie hat, seit er ein Welpe war, bei einer Familie gelebt. Er ist durch mehrere Hundeschulen gegangen, wo es immer hieß, er sei sehr aggressiv und nicht zu erziehen. Charlie hat seine ganze Familie mehrfach gebissen. Alle haben Andreas Schlockermann ihre Narben gezeigt. Ein Kind wurde sogar ins Gesicht gebissen. Schlockermann: „Charlie hat ein großes Problem mit Enge. Man muss ihm viel Raum geben, mehr als anderen Hunden. Schwierig ist, dass er nicht zeigt, wenn es ihm zu viel wird. Man merkt deutlich, dass er geschlagen wurde.“ Die Abgeschiedenheit von Gänserndorf schützt also nicht nur die Menschen vor den Hunden, sondern es funktioniert auch andersrum: Hier werden die Hunde vor den Menschen beschützt.

Isidor ist ein kleiner Halbstarker mit zu viel Kraft. Der acht Monate alte Rottweiler gehörte einem 21-Jährigen, der mit dem starken Wachhund wohl eigene Schwächen kompensieren wollte. Der junge Hund war viel allein, eines Tages öffnete er selbst die Tür und stürmte ins Freie. Auch auf der riesigen 16 000 Quadratmeter großen Freilaufwiese rennt er in vollem Galopp auf Andreas Schlockermann zu. Und wo viele Menschen ohne Hundeerfahrung wohl Reißaus nehmen und das Tier zur ungleichen Jagd einladen würden, bleibt der Hundetrainer seelenruhig stehen, begrüßt das heranrasende Muskelpaket mit einem kräftigen Klaps und einem jovialen: „Hallo, Kumpel.“ Isidor ist ein Hütehund, er braucht Aufgaben wie Sitz und Platz, die er gerne wahrnimmt.

Jeder Hund lebt in einem geräumigen Gehege mit warmem Container und einem eigenen Auslauf. Und jeden Tag dürfen die Tiere so lange im Freilauf herumtoben, bis sie richtig ausgepowert sind. Da werfen Andreas Schlockermann und seine Kollegin Brigitte Vecera Bälle, sie lassen die Hunde auf den Holzpodesten herumspringen und geben ihnen kleine Aufgaben. Allerdings gibt es kein Ziel bei diesen Übungen. Kein Hund muss etwas lernen, wenn er nicht will. Kommandos werden nicht gebrüllt, sondern es herrscht ein freundlicher Umgangston. Auch wenn Andreas Schlockermann bei Leo manchmal eine Ausnahme machen muss: Der einstige Streuner, der von Tierschützern aus Rumänien gerettet und an eine völlig überforderte Familie vermittelt wurde, hat jeden gebissen, der ihm zu nahe kam. Auch hier war die Einschläferung schon beschlossen. Schlockermann: „Leo braucht ganz klare konsequente Ansagen. Sonst denkt er sehr schnell: Du bist schwach, und übernimmt das Kommando.“

Auf Aiderbichl wird dem Hund nichts mehr abverlangt. Seine einzige Aufgabe, wenn man so will, ist es, glücklich zu werden. Schlockermann: „Hier geht es nur darum, sich dem Tier zu nähern, das in irgendeiner Weise eine schlimme Erfahrung mit Menschen gemacht hat, und dem Hund eine gute Zeit zu verschaffen.“

Und so wie Michael Aufhauser den für Aiderbichl-Ohren etwas zu strengen Ton gegenüber Leo zu tolerieren lernt, muss Andreas Schlockermann akzeptieren, dass der Chef jetzt seine große Leckerli-Tüte auspackt und die Hunde großzügig beschenkt, obwohl das eigentlich überhaupt nicht zum Speiseplan passt.

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