Forstwirt darf Jagd- und Waffenschein behalten

Hund stirbt Hitzetod: Milde Strafe für Besitzer

Regensburg - Fast hätte ihn seine Sorglosigkeit den Job gekostet – doch ein milder Richter lässt Forstbetriebsleiter Thomas Z. (45) in der Berufungsverhandlung mit einem blauen Auge davonkommen:

Weil der Forstwirt und Jäger am 22. Mai 2014 seinen Jagdhund im glühend heißen Auto sterben ließ, muss er 12 000 Euro zahlen. Im Gegenzug wird sein Verfahren wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz eingestellt, entschied jetzt das Landgericht Regensburg.

Wäre es beim Urteil des Amtsgerichts (120 Tagessätze zu 100 Euro) geblieben, hätte Z. Jagd- und Waffenschein verloren. Dann hätte die Führungskraft bei den Bayerischen Staatsforsten höchstens noch Innendienst schieben dürfen. Doch Richter Gerhard Stockert nahm dem Angeklagten seine tränenreich vorgetragene Reue ab: „Ich kann es mir heute nicht mehr erklären. Es war der größte Fehler meines Lebens“, sagte er laut Mittelbayerischer Zeitung.

Z. hatte damals seinen Dienstwagen mit dem jungen Rüden in der prallen Sonne geparkt, während er eine Tagung besuchte. Sein „Superkumpan“ und „ständiger Begleiter“ sei während der Tagung völlig „aus meinen Gedanken verschwunden“. Zeugen alarmierten die Polizei, die das winselnde Tier aus seinem 30,5 Grad heißen Gefängnis befreite. Doch der Hund war tot. Schwere Verletzungen im Bereich von Maul und Krallen zeugten von verzweifelten Befreiungsversuchen des Hundes.

Amtsrichterin Andrea Aigner-Salim fand deutliche Worte für das Verhalten des Waidmannes: „Den Jagdschein darf nur haben, wer zuverlässig im Umgang mit Tieren ist“, sagte sie. In der zweiten Instanz sagten nun die Polizisten aus, der Hundehalter sei sichtlich „schockiert und erschüttert“ gewesen, als man ihn aus dem klimatisierten Tagungsraum zu seinem toten Tier gerufen hatte. Zudem sah auch der Staatsanwalt, dass die beruflichen Konsequenzen einer Verurteilung für den Angeklagten erheblich sein würden. „Der Vorfall wird ihn sein Leben lang verfolgen“, sagte er. Schuldeinsicht und Reue seien nicht gespielt gewesen, er sei zudem ein noch junger Hundehalter gewesen. So bleibt das Führungszeugnis des Forstbetriebsleiters unbefleckt, die Strafe kommt dem Regensburger Tierschutzverein zugute.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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