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Eigentlich ziehen sie Ende des Jahres in wärmere Gefilde. Inzwischen sparen sich aber immer mehr Störche den Weg nach Afrika und bleiben hier. (Archiv-Bild)

Landesbund für Vogelschutz

Immer mehr Störche verbringen Winter in Bayern

Früher blieben nur wenige Störche im Winter in Bayern. Inzwischen ziehen jedoch immer mehr Vögel den Freistaat südlichen Gefilden vor. Ein Beleg für den Klimawandel sei das Verhalten dieser Tiere jedoch nicht, sagen Forscher.

Hilpoltstein - Immer mehr Weißstörche überwintern in Bayern. Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) hat inzwischen mehr als 200 Vögel erfasst, die lieber im Freistaat bleiben als in den Süden zu ziehen. Vor 14 Jahren seien es nur etwa 50 Störche gewesen, sagte die LBV-Storchenexpertin Oda Wieding am Mittwoch. Auslöser dafür, dass überhaupt Tiere in Bayern überwintern, seien Zuchtprogramme in den 1950er und 1960er Jahren in der Schweiz, dem Elsass und Baden-Württemberg gewesen. Der Klimawandel lasse sich zumindest am Verhalten der bayerischen Störche nicht belegen.

Man habe die Zuchtvögel damals zunächst eingesperrt und somit am Wegfliegen gehindert. Dieses Verhalten hätten die Tiere beibehalten, nachdem sie freigelassen wurden, und an ihre Nachkommen sowie andere Störche weitergegeben. „Hier hat eine massive menschliche Einflussnahme auf das natürliche Verhalten stattgefunden.“

Dass auch der Klimawandel ein Faktor für die Verhaltensänderung ist, werde derzeit von Forschern diskutiert. „Der Verdacht ist naheliegend, kann aufgrund der bayerischen Störche jedoch nicht belegt werden“, sagte Wieding. Hier seien andere Vogelarten besser für die Forschung geeignet.

Altmühl- und Mindeltal sind schon länger bekannte Aufenthaltsorte der Tiere. Inzwischen gebe es aber in fast allen Regierungsbezirken Wintergäste - etwa in Gaimersheim (Oberbayern), Biburg (Niederbayern), Kallmünz (Oberpfalz), Neudrossenfeld (Oberfranken), Ornbau (Mittelfranken) und Lauben (Schwaben). Mit Kälte kommen die Vögel übrigens gut zurecht. Sofern es Feuchtwiesen mit Gräben gibt, findet der Storch auch genügend Mäuse, Würmer und kleine Fische.

dpa/lby

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