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Seit 1989 gilt ein Handesverbot von Elfenbein, in den Jahren 1999 und 2008 wurden Ausnahmen gemacht. Dadurch stieg die Wilderei stark an, jedes Jahr sterben 30000 Tiere.

40 Jahre Artenschutz: Gewinner & Verlierer

Der Handel mit Wildtieren und deren Produkten ist ein Riesengeschäft: Es wird auf 224 Milliarden Euro jährlich geschätzt.

In jedem Jahr werden 30 000 Primaten, drei Millionen Vögel, 500 Millionen Zierfische und 100 Millionen Reptilien lebend gehandelt, dazu kommen viele Millionen Pelzfelle und Reptilienhäute.

Der Handel mit den Arten ist seit genau 40 Jahren im Washingtoner Artenschutzübereinkommen (Cites) geregelt. 35 000 Arten werden aufgeführt, und seltene Tiere und Pflanzen geschützt, indem der Handel eingeschränkt oder ganz verboten wird. Der größte Erfolg des Übereinkommens: In den vergangenen 40 Jahren ist keine einzige Art aufgrund von Handel ausgestorben. Aber Cites hat auch Schwächen. Die tz analysiert das Abkommen:

Die größten Stärken:

177 Länder haben das Abkommen unterzeichnet. Beschlüsse müssen nicht einstimmig gefasst werden. Und fällt ein Beschluss, dann muss er binnen 90 Tagen in geltendes Recht umgesetzt werden. Also auch Länder, die mit Nein gestimmt haben, müssen sich an die Entscheidung halten. Ansonsten drohen Handelssanktionen – ein wirksames Druckmittel. Derzeit gibt es Maßnahmen gegen 19 Länder. VorderdiesjährigenKonferenz, die am 3. März in Bangkok beginnt, wird über Sanktionen gegen Guinea beraten. Das Land hat über hundert Schimpansenkinder verkauft, die aus Wildfängen stammten. Sandra Altherr von der Artenschutzorganisation Pro Wildlife bewertet die Stärkenzusammenfassendso: „Aus unserer Sicht ist das Washingtoner Artenschutzübereinkommen das wichtigste und erfolgreichste Umweltabkommen. Ohne Cites wären viele Arten aufgrund von Handel ausgestorben. So wurde der Handel für Wale und für Menschenaffen ziemlich früh komplett verboten.“

Die Schwächen:

Sandra Altherr: „Das Abkommen reagiert oft erst, wenn es fünf vor zwölf ist.“ Der Handel wird erst eingeschränkt, wenn mit Zahlen belegbar ist, dass eine Tier- oder Pflanzenart in ihrem Bestand bedroht wird. Die Artenschützerin von Pro Wildlife: „Wir versuchen schon länger den Nautilus, das wunderschöne Perlboot, schützen zu lassen. Das ist ein Kopffüßler, den es schon 500 Millionen Jahre gibt. Dieses lebende Fossil wird im Souvenirhandel zu 100 000en gehandelt. Das ist eine Art, die sehr stark bedroht ist, aber auch diesmal wird es keinen Antrag zu ihrem Schutz geben, weil uns noch die Zahlen fehlen.“

Welche Tiere haben es noch schwer?

Bei kommerziell wichtigen Arten wie dem Roten Thunfisch ist es schwierig bis fast unmöglich, Handelsbeschränkungen durchzusetzen. Auf der letzten Konferenz 2010 wurde für den Roten Thun derSchutzstatusabgeschmettert: „Das schlechteste Abstimmungsergebnis in der Geschichte von Cites“, so Sandra Altherr. Die Lockerung des Handelsverbotes für Elfenbein hat zu einem massiven Anstieg der Elefanten- Wilderei geführt. Auch dem Abschlachten der Nashörner steht die Staatengemeinschafthilflosgegenüber. „Der illegale Handel ist ein Riesenproblem“, räumt auch der Generalsekretär des Cites- Sekretariats, John Scanlon, ein: „Immer öfter sind organisierte Banden am Werk.“ Es gibt noch 3000 Tiger in freier Wildbahn, vor zehn Jahren waren es 5000. Im Jahr 2012 wurden in Südafrika 668 Nashörner getötet, bis 2007 waren es weniger als 20 im Jahr.

Was passiert in Bangkok?

Am umstrittensten ist das Handelsverbot für Eisbärenprodukte, das die USA beantragt hat. Und die Anträge auf Schutz von Haien und Rochen, die aus Europa kommen. Sandra Altherr schätzt die Lage so ein: „Die EU fährt nach Bangkok ohne eine festgelegte Haltung zum Eisbärenantrag. Das kommt nicht häufig vor. Wir als Artenschützer werden versuchen, die Delegierten noch zu überzeugen. Derzeit würde sich die EU der Stimme enthalten. Dann dürften Eisbären weiter zu Hunderten gejagt werden.“ Zudem geht es um viele Arten, die durch denHeimtierhandel bedroht sind, z. B. Schildkröten, viele Reptilien, Geckos und eine Schlangenart.

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