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Kälber vor Schlachter gerettet – Frau wollte eigentlich Prada Handtasche kaufen

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Von: Nina Marie Jarosch

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Eine Frau sucht eine Designer-Handtasche über ein Kleinanzeigenportal. Am Ende rettet sie drei Kälbern das Leben und bewahrt sie vor dem Schlachter.

Rosenheim – Es ist eine rührende Geschichte, fast wie aus einem Film: Olivia von Heybowitz will online eine Kalbsledertasche von Prada kaufen. Doch am Ende ist die Flugbegleiterin nicht Besitzerin einer Handtasche, sondern von drei süßen Kälbchen – die sie dadurch vor dem sicheren Tod bewahrt hat.

Kälber vor Schlachter gerettet – Frau wollte eigentlich Prada Handtasche kaufen

Sie sucht eine Pradatasche und rettet drei Kälbern das Leben.
Sie sucht eine Pradatasche und rettet drei Kälbern das Leben. (Symbolbild) © Kickner/Imago

Doch wie kam es dazu? Gegenüber dem Onlineportal „Deine Tierwelt“ berichtet die 28-jährige Frau: „Ich habe „Prada Kalb“ in das Suchfeld eingegeben. Zwischen 1.000 Fotos von Taschen war ein kleines Foto von Helmut zu sehen.“ Das Kalb sollte geschlachtet werden, weil es der Braunvieh-Rasse angehört und es auf seinem Hof keine Verwendung für ihr gab – ungeeignet sowohl für die Fleisch- als auch Milchproduktion.

Für die tierliebe Rosenheimerin stand sofort fest, „dass ich Helmut da rausholen musste“. Heybowitz schreibt dem Bauern sofort eine Nachricht und besucht den Hof am darauffolgenden Tag. Doch dort trifft sie nicht nur auf Helmut: auch den beiden Kälbern Idefix und Fridolin steht der Gang zum Schlachter bevor. Also entschließt sie sich kurzerhand alle drei Rinder freizukaufen. „Gesehen und verliebt, sozusagen“, erzählt sie weiter. „Es war einfach ein Bauchgefühl, auf das ich sofort gehört habe.“

Kälber vor Schlachter gerettet – sie finden neues Zuhause am Chiemsee

Für 900 Euro kauft Heybowitz das todgeweihte Trio frei. Zuvor hat sie sämtliche Gnaden- und Lebenshöfe in der Umgebung kontaktiert, um einen Platz für die drei Kälber zu finden. Sie hat Glück – ein Hof am Chiemsee erklärt sich bereit, die Tiere aufzunehmen. „Sie haben meine Rinder als Pensionstiere aufgenommen und unterstützen mich bei allem, mit jeglichem landwirtschaftlichen Wissen, das mir fehlt.“ Auch Mini-Stier Napoleon wird von Tierschützern vor dem Schlachter gerettet und findet ein neues Zuhause auf einem Gnadenhof.

Weil die Flugbegleiterin das monatliche Pensionsgeld von 150 Euro pro Tier nicht alleine von ihrem Gehalt stemmen kann, sucht sie Hilfe über die sozialen Medien. „Als hauptberufliche Flugbegleiterin kann ich mir das nicht leisten. Deshalb hatte ich damals angefangen, Paten zu suchen, die helfen, ihren Lebensunterhalt mitzufinanzieren“, so die 28-Jährige gegenüber „Deine Tierwelt“. So entstand schließlich der Instagram Account „helmutdaskalb“, der inzwischen fast 13.000 Follower hat und viele Leute begeistert. In Australien wird ein Stier als Held gefeiert, weil er einen Wasserfall hinunterstürzt und wie durch ein Wunder überlebt.

Kälber vor Schlachter gerettet – „Eine Kuh ist so wahnsinnig feinfühlig“

Mit ihrem Social-Media-Auftritt will Heybowitz aber nicht nur für Unterstützung werben, sondern den Leuten auch zeigen, wie charakterstark und liebenswert Rinder sein können. Inzwischen sind sogar noch zwei weitere Kälber dazugekommen. Lederhandtaschen kauft sie keine mehr und auch auf Fleisch verzichtet sie: „Kein Steak der Welt kann so gut schmecken, als dass es sich lohnt, ein Lebewesen zu essen.“

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Außerdem berichtet sie, dass es ihre Rinder spüren würden, wenn es ihr schlecht geht: „Eine Kuh ist so wahnsinnig feinfühlig“. Am meisten hat sie jedoch überrascht, dass Kühe auch sehr verschmust sein können und ihre Streicheleinheiten teilweise auch aktiv einfordern. Wann immer Olivia von Heybowitz freihat, ist sie bei ihren Tieren. Ihr großer Traum: Irgendwann einen eigenen Hof mit ihren Schützlingen zu haben.

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