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Viva ist sehr ängstlich, doch zu Laura (re.) und ihrer Schwester Annalena hat sie Vertrauen

Diese kleine Hündin entkam der Hundehölle in Rumänien

Ein neues Leben für Viva

Außergewöhnliche Situationen erfordern außergewöhnliche Maßnahmen: Es ist das dritte Mal, dass die tz sich mit dem Schicksal von rumänischen Straßenhunden beschäftigt.

Seitdem dort alle Tiere eingefangen und binnen zwei Wochen getötet werden dürfen, reißen die Berichte über Gräueltaten und Hilferufe von Tierschützern nicht ab. Heute stellen wir einen geretteten Hund vor und fragen, was die Europäische Union für Hilfsmöglichkeiten hätte.

Auf den ersten Blick sieht man der kleinen Hündin nichts an: Ihr dichtes Fell glänzt, das ganze Tier wirkt gesund und fit. „Viva war sehr gut gepflegt, als sie vor vier Wochen bei uns ankam“, erzählt Laura aus Schöngeising bei Fürstenfeldbruck. Doch nach dem ersten Blick in die Augen des Hundes, weiß jeder: Dieses Tier hat schwere Zeiten erlebt. Es ist ein scheuer, ein trauriger Blick. Viva ist sehr ängstlich: „Besonders wenn ein Mann sich nähert, sieht man richtig, wie sie sich unsichtbar machen möchte“, sagt Laura (16) und streichelt das goldfarbene Fell der Hündin. In der ersten Nacht nach dem langenTransport, war Viva zu verstört, sie wollte unbedingt wachbleiben:„Schließlich ist sie im Sitzen eingeschlafen.“

Viva hat panische Angst vor Hunden

Viva hat die Hundehölle von Rumänien überlebt, drei Jahre ist sie schon alt – und was sie durchgemacht hat, können Laura und ihre Familie nur ahnen. Die Gymnasiastin hat in Erfahrung gebracht, dass Viva nach Jahren auf der Straße in ein staatliches Tierheim kam, wo große und kleine Hunde in einen Käfig gesperrt sind: „Die Kleinen werden natürlich von den Großen weggebissen.“ Viva hat  panische Angst vor Hunden. Außerdem fürchtet sie sich sehr, wenn man ihr folgt – einmal ist es im Haus passiert, da hat sie vor Schreck losgepieselt. „Sie ist vermutlich mehrfach eingefangen worden und hat Todesangst gehabt", vermutet Laura.

Die Schülerin wurde über Facebook auf die private Rettungsaktion einer rumänischen Studentin in der Nähe von Bukarest aufmerksam. Die Studentin pflegt die Tiere gesund und sucht Pflegestellen und neue Besitzer. Laura hat viele Mails hin- und hergeschickt und geholfen, eine Website aufzubauen.

Immer mehr wuchs der Wunsch, einen der geretteten Hunde aufzunehmen. Allerdings waren Lauras Eltern dagegen. Die Familie hat bereits einige Tiere, ein Hund zusätzlich schien zu viel Arbeit zu sein. Laura jedoch konnte erst ihre Mutter, dann ihren Vater überreden. Sie sagt: „Ich finde ja auch, dass es grundsätzlich keine Lösung ist, Hunde nach Deutschland zu bringen. Die Probleme mit Straßentieren müssen in den jeweiligen Ländern gelöst werden. Doch rumänische Hunde, die jetzt nicht gerettet werden, sterben.“

In Lauras Familie haben alle Viva so lieb gewonnen, dass sie sich ein Leben ohne sie gar nicht mehr vorstellen wollen. Der Vater, dessen Widerstand am größten war, hat Viva am innigsten ins Herz geschlossen.

Langsam tastet sich Viva vor

Mit so viel geduldiger Unterstützung tastet sich Viva langsam in ihr neues Leben vor: Straßen und Autos mag sie gar nicht – überall wittert sie Gefahr. Im Wald dagegen blüht sie auf: „Da läuft sie mit hoch erhobenem Schwanz fröhlich vor uns her“, lächelt Laura. Wenn sie ihren kleinen Schatz dabei beobachtet, wie er langsam wieder Vertrauen zu Menschen fasst, dann machen sie die Gedanken an all die anderen Hunde in Rumänien besonders traurig – gerne würde sie der Studentin helfen, ihr Tierheim winterfest zu machen. Sie sucht den Kontakt zu einer Tierschutzorganisation, die vor Ort in Rumänien ein Standbein aufbauen möchte. Wer Ideen oder Kontakte hat, kann sich gern unter betz-l@web.de melden.

SUS

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