+
Eine Erdkröte trägt zwei männliche Tiere in Richtung des nahegelegenen Teiches. Die Amphibienwanderung und damit die Paarungszeit von Fröschen und Kröten begonnen. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert

Erst wenn es warm ist

Krötenwanderung in diesem Jahr sehr spät

Jedes Frühjahr zieht es Tausende Kröten und Frösche zum Laichen in die Gewässer. Kein Weg ist dafür zu weit und keine Straße zu gefährlich. In diesem Jahr sind die Tiere ungewöhnlich spät unterwegs.

Magdeburg (dpa) - Wegen des lange Zeit kalten Wetters hat sich die Krötenwanderung in vielen Regionen Deutschlands in diesem Jahr verzögert. Viele Tiere seien erst vier bis sechs Wochen später als gewöhnlich aufgebrochen, sagte die Landesgeschäftsführerin des Naturschutzbundes (Nabu) Sachsen-Anhalt, Annette Leipelt.

Tausende Kröten und Frösche zieht es jedes Frühjahr zur Fortpflanzung an die Gewässer ihrer Geburt. Je länger die Tiere warteten, desto größer werde der Druck, endlich aufzubrechen, sagte Leipelt. Es sei in den nächsten Tagen deshalb mit jeder Menge Kröten auf Wanderschaft zu rechnen.

Das ist nicht ungefährlich für die Tiere. Auf ihrem Weg müssen sie teils vielbefahrene Straßen überqueren - ein oft tödliche Falle. Nach Nabu-Angaben braucht eine Erdkröte zwischen 10 und 20 Minuten, um eine 15 Meter breite Straße zu überqueren. Zahlreiche Freiwillige der Schutzsorganisation sammeln Kröten und Frösche deshalb ein und bringen sie in Eimern sicher auf die andere Straßenseite. Spezielle Zäune verhindern, dass die Kröten allein auf die Straße laufen. "Diese Zäune müssen dann von den Freiwilligen jeden Morgen abgesammelt werden", erklärte Leipelt.

Die Zäune würden häufig auch von den Naturschutzbehörden angeschafft und aufgestellt. Das Einsammeln der Tiere bleibe aber häufig an den Freiwilligen hängen, so die Nabu-Landesvorsitzende. Das Engagement sei jedoch groß und in den vergangenen Jahren sogar noch gestiegen. "Wir bekommen häufig Anfragen von Menschen, die helfen wollen."

Neben Fröschen und Kröten zieht es auch Molche und andere Amphibien zur Paarung zurück in die Gewässer ihrer Geburt. Dort wollen sie ihre Eier ablegen. Meist wandern junge, unerfahrene Männchen als erste los. Ältere Weibchen warten dagegen häufig noch ab, ob es noch einmal kalt wird. Auch die verschiedenen Arten starten in der Regel nicht gleichzeitig. Los geht es den Naturschützern zufolge meist mit Erdkröten, Grasfröschen und Teichmolchen, dann verbreitert sich das Artenspektrum.

Nabu Sachsen-Anhalt zur Krötenwanderung

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bei Tod des Halters Hund innerhalb der Familie weitergeben
Wenn der Halter stirbt, können Hunde unter dem Verlust stark leiden. Deswegen sollten sie innerhalb der Familie weitergegeben werden. Das Tierheim ist nur eine Notlösung.
Bei Tod des Halters Hund innerhalb der Familie weitergeben
Medizin für die Katze im Futter verstecken
Der Tierarzt stellt eine Diagnose, verordnet ein Medikament, der Fall scheint klar - doch wie bekommt man die Medizin in die Katze? Hunde sind da unkomplizierter und …
Medizin für die Katze im Futter verstecken
Lebende Tiere gehören besser nicht unter den Weihnachtsbaum
Eine Katze als Geschenk unterm Weihnachtsbaum? Experten raten aus mehreren Gründen davon ab. Ist das Tierpräsent mit gut durchdacht und vorbereitet, gibt es andere Wege, …
Lebende Tiere gehören besser nicht unter den Weihnachtsbaum
Füchse nicht gezielt anfüttern
Oft suchen Füchse in Wohngebieten nach Nahrung. Dem Menschen werden sie dabei in der Regel nicht gefährlich. Extra Futter anbieten sollte man ihnen trotzdem nicht. Die …
Füchse nicht gezielt anfüttern

Kommentare