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Lieferengpässe bei Selbsttests

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Von: Uta Künkler

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Leere Regale, leere Lager: Apotheker Jens Krautscheid, Inhaber der Park-Apotheke in Dorfen, sagt, die Nachfrage nach Antigen-Selbsttests sei „radikal angestiegen“.
Leere Regale, leere Lager: Apotheker Jens Krautscheid, Inhaber der Park-Apotheke in Dorfen, sagt, die Nachfrage nach Antigen-Selbsttests sei „radikal angestiegen“. © Hermann Weingartner

Leere Regale, leere Lager: Die Apotheken im Landkreis haben kaum mehr Corona-Selbsttests, die sie ihren Kunden verkaufen können. Seit die Pandemie wieder sprunghaft Fahrt aufgenommen hat, sorgen immer wieder Lieferengpässe für leere Lager.

Erding – „Wir müssen jetzt testen, impfen, testen, damit wir unser nächstes Weihnachten nicht wieder versauen“, sagt Jens Krautscheid, Inhaber der Park-Apotheke Dorfen. Doch so leicht ist das nicht immer. Krautscheid und seine Kollegen haben kaum mehr Testkits, die sie ihren Kunden verkaufen können. Seit die Pandemie wieder sprunghaft Fahrt aufgenommen hat, sorgen immer wieder Lieferengpässe für leere Lager.

Ein Vater aus dem östlichen Landkreis hat sich verärgert an unsere Redaktion gewandt. Wie alle Eltern von Kindergartenkindern erhält er seit Sommer Bezugsscheine vom Gesundheitsministerium, mit denen er für sein Kind in der Apotheke zwei Corona-Schnelltests wöchentlich erhalten sollte. Anders als Schulkinder werden die Kleinen nicht in den Einrichtungen getestet. Stattdessen sind die Eltern angehalten, ihre Sprösslinge zu Hause zu kontrollieren.

Nur wie soll das gehen, wenn die Testkits ausverkauft sind?, fragt der Vater. Lediglich in einer der vier Dorfener Apotheken hätte man ihm helfen können. „Gerade ist nichts mehr da“, bestätigt Dieter Sauer, Inhaber der Marien Apotheke Dorfen. „Wir kommen telefonisch bei den Lieferanten fast nicht mehr durch, um Nachschub zu bestellen“, berichtet er. „Alle sind überlastet.“

Sein Kollege Krautscheid hat noch ein paar Restbestände auf Lager. „Aber ich kaufe auch Tests ein wie ein Geisteskranker“, sagt er flapsig. Auch Katja Glückstein aus der Rathaus Apotheke Erding sagt: „Wir bestellen am laufenden Band, und die Tests sind immer schnell wieder weg.“ In der Sempt Apotheke in Erding ist gerade wieder eine heiß ersehnte Lieferung eingetroffen. „Zwei Wochen lang hatten wir keine Tests mehr, obwohl sie längst bestellt waren“, erzählt Inhaber Benedikt Friedl. Ähnlich sieht es in der Rathaus Apotheke Neufinsing aus. „Es gab einen Engpass“, bestätigt Inhaber Roland Fellermeier. Im Moment sei dieser zwar überstanden. Die Frage ist nur, wie lange.

Normalerweise kämen pro Woche zehn bis 15 Kunden mit Bezugsscheinen, berichtet Krautscheid. „Am Montag waren es plötzlich 25 an einem Tag. Die Nachfrage ist radikal angestiegen, das explodiert förmlich.“ Egal ob Lollitests, Spucktests oder Stäbchen für einen Rachenabstrich – die Leute nähmen alles, was sie kriegen könnten.

Von einem „sehr großen Ansturm“ seit einigen Tagen berichtet Stephanie Weltrich-Streit, Inhaberin der Weltrich’schen Apotheke in Wartenberg. Spätestens seit bekannt geworden ist, dass 3G am Arbeitsplatz gelten würde, hätten sich auch die Firmen mit Teststäbchen eingedeckt. Zusammen mit den Kindergartenkindern, die im Schnupfenherbst umso häufiger getestet würden, und Privatpersonen, die seit den gestiegenen Inzidenzzahlen auch vor Familienfeiern und Co. die Stäbchen herumgehen lassen, hat die Nachfrage das Angebot abgehängt. „Wie immer hinkt der Warenfluss dem Ganzen hinterher“, sagt Welrich-Streit.

Die Apotheker kritisieren, dass sie immer wieder zu spät oder nicht ausreichend informiert worden wären. Je früher sie über Entscheidungen der Corona-Politik Bescheid wüssten, umso früher könnten sie schließlich reagieren, sagt Sauer. Gerade für diejenigen, die wie Weltrich-Streit, Fellermeier oder Krautscheid zudem zertifizierte Schnelltests vor Ort anbieten, sei dies relevant.

„Ich habe am vergangenen Freitag in der Regierung angerufen, ob die Schnelltests wieder kostenlos werden“, berichtet Krautscheid. „Dort hieß es: nein. Einen Tag später lese ich in der Zeitung, dass die Tests ab Montag wieder kostenlos sind. Da fällt einem doch nichts mehr ein.“

ujk

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