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Tuki ist zahm und kommt gerne mal auf Lolas Arm.

Modedesignerin kuschelt gern mit Leguan

Lola Paltinger und ihr kleiner privater Zoo

München - Was Tierliebe ausmacht, wie Vierbeiner ihre Zweibeiner erziehen – und ­umgekehrt, oder warum ein ­Leben mit Tieren reicher als ohne ist – all diese Fragen beantworten prominente Frauchen und Herrchen und ihre Liebsten.

Nein, Sie sind hier nicht im Zoo ... Sondern bei Lola Paltinger (42) im Wohnzimmer. Die Mode­designerin hat ein Faible für jede Art von Tieren. „Meine Eltern waren gar nicht so die großen Tierfans. Ich weiß auch nicht, woher ich das habe, aber ich habe schon als Kind ständig verletzte Tiere angeschleppt“, so ­Paltinger zur tz. Als Kind hatte sie eine Schildkröte, die im Garten ihrer Eltern lebte. Mit 13 kam dann der erste Hund – ein Foxterrier. „Ich sage immer, ein Tim und Struppi Hund.“ Erst im Januar musste sich Paltinger von ihrer Heidi verabschieden. Sie wurde 14. Doch Bambi (8 Monate), wieder ein Foxterrier, tröstet sie jetzt. Der fast nicht zu bändigende Vierbeiner pest während des Gesprächs durch die Wohnung. „Sie ist schwer zu erziehen“, gesteht die Designerin.

Huch! Plötzlich lugt ein Urzeittier um die Sofa-Ecke. „Ach, da ist ja meine ­Tuki!“ Tuki ist eine zwölfjährige Leguan-Dame, was Paltinger erst gar nicht wusste. „Ich dachte, es sei ein Männchen. Und da ich am Abend des Leguankaufs in ein Ulrich-Tukur-Konzert ging, dachte ich, Tukur wäre ein super Name. Doch dann stellte sich heraus, dass sie ein Mädchen ist. Da wurde aus Tukur – Tuki.“

Tuki hat ihr schon schlaflose Nächte bereitet. „2004 habe ich sie mal verloren. Damals haben wir noch im Tal gewohnt. Sie konnte auf einer kleinen Leiter aufs Flachdach, um sich zu sonnen und kam auch immer wieder zurück. Eines Nachmittags im Sommer, als ich nicht zu Hause war, zog ein Gewitter auf. Danach war sie weg. Ich hängte überall Zettel auf und fragte bei den Nachbarn. Niemand wusste etwas.“

Schließlich rief eine Woche später das Dürnbräu bei ihr an: Touristen würden ein grünes Tier unter einem eckigen Gullideckel fotografieren. Und da war sie... „Ganz verängstigt war Tuki, als die Polizei den Deckel anhob.“ Vermutlich ist sie durch ein Regenrohr in die Kanalisation gelangt.

Die junge Bambi will derweil mit Tuki spielen – springt auf sie drauf und amüsiert sich. Davon hat die Leguan-Dame langsam genug und schleicht in ihr Terrarium. Es wurde maßgenau in eine Nische unter die Treppe gebaut. „Drei Männer haben dafür mehrere Tage gebraucht.“ Dafür kann sich Tuki jetzt unter den UV-Lampen auch sonnen, wenn es draußen mal wieder grau in grau ist.

Woher die Leidenschaft für Exoten? Schon als Kind hätte sie zum Beispiel Geckos geliebt. „Nach einem Afrika-Urlaub habe ich dann beschlossen, dass ich gerne einen Leguan hätte.“ Den könne man auch anfassen und richtig streicheln. „Tuki ist total lieb und an Menschen gewöhnt. Wenn meine Mutter kommt und sie nicht streichelt, ist sie beleidigt“, so die Desi­gn­erin.

Ein weiteres Mitglied des tierischen Haushalts ist Katze Lieschen (circa 12 Jahre). „Sie ist eine spanische Straßenkatze, die ich von einer Tierschutzorganisation habe.“ Lange haben wir nach Lieschen für ein Foto in der Wohnung gesucht. Wohl zu viel Trubel. Sie versteckte sich zwischen den Schuhen.

Doch ein Tier fehlt in unserer Reportage: Pferd ­Casper (18) ... Der kann natürlich nicht im Garten stehen, sondern im Stall in Ottobrunn. „Ich habe mir das mit dem Reiten immer so idyllisch vorgestellt, aber ich bin keine gute Reiterin. Eigentlich kann ich gar nicht reiten“, scherzt sie. Casper würde mit ihr mehr oder weniger machen, was er will. Dennoch genießt sie jeden Ausritt, bei dem sie auch Bambi begleitet, mit über die Wiesen rennt und sich austoben kann.

Sandra Brockötter

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