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Achtung, Giftfisch in der Nordsee: Gefahr durch Petermännchen

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Von: Dominik Jahn

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Ein Giftfisch taucht immer häufiger an Nord- und Ostsee auf: das Petermännchen. Und sein Stich hat Folgen – wie Urlauber reagieren sollten.

Nicht nur in südlichen Ländern drohen im Meer durchaus gefährliche Tierarten. Zuletzt berichtete echo24.de über eine sich stark verbreitende Kugelfischart im Mittelmeer. Und auch in der Nord- und Ostsee lauert auf Urlauber eine echte Gift-Gefahr. Dieser Fisch gehört zu den gefährlichsten Gifttieren in Europa. Experten warnen vor dem Petermännchen.

Ähnlich wie beim Feuerfisch im Mittelmeerraum steigt auch beim Petermännchen die Chance auf eine ungemütliche Begegnung stärker an. Mediziner zeigten sich laut Medienberichten bereits in den vergangenen Jahren durchaus immer wieder besorgt.

Giftfisch auf dem Vormarsch in der Nordsee: Steigende Gefahr durch das Petermännchen

Gegenüber dem Reportagemagazin Geo erklärte Prof. Dr. Andreas Schaper vom Giftinformationszentrums Nord (GIZ) zu den zunehmenden Fällen: „Immer wieder kommt es an den norddeutschen Küsten zu Vergiftungen mit dem Petermännchen. Entweder tritt man im flachen Wasser auf den Fisch oder Angler verletzten sich beim Ablösen des Fisches vom Angelhaken.“

Tödliche Zwischenfälle mit Urlaubern blieben demnach bisher aus. Möglich sind sie aber. Wie das Portal spektrum.de schreibt, sind jährlich rund 40 Personen von einem Kontakt mit dem Fisch betroffen. Doch was ist das Petermännchen? Was steckt hinter dem Giftfisch in der Nord- und Ostsee?

Petermännchen: Hier versteckt sich der Giftfisch – darauf müssen Urlauber achten

Petermännchen gehören in die Gruppe der Barsche und zählen zu den sogenannten Stachelflossern. Die 15 bis 53 Zentimeter langen Fische haben an der vorderen Rückenflosse einen Knochenstrahl sitzen. Hier befinden sich zahlreiche Giftdrüsen. Außerdem kommt noch ein giftiger Dorn am Kiemendeckel hinzu.

Giftfisch Petermännchen
Das Petermännchen versteckt sich besonders häufig in flachen Gewässern. © dpa/ Wolfgang Runge

Für Urlauber ist das Petermännchen nur extrem schwer zu entdecken. Wie Geo beschreibt, graben sich die Fische mit ihrem „schmalen, leuchtend grün-braun-gelben Körper gerne in den Sand ein“. Eine gefährliche Taktik: Täuschen, tarnen, töten. Für das ungeübte Auge sind sie damit beim Badespaß nicht mehr wirklich zu erkennen.

Laut Experten halten sich die Giftfische gerade in den Sommermonaten vermehrt an der Nordsee und Ostsee „zum Laichen in flachen Gewässern auf“.

Gift des Petermännchens: Die schmerzhaften Folgen für Urlauber

Das Gift des Petermännchens riecht einem NDR-Bericht zufolge ähnlich wie Ammoniak. Die Flüssigkeit enthält demnach „5-Hydroxytryptamin (Serotonin), das extreme Schmerzen verursacht“. Dazu kommt noch ein Eiweiß, das „zu einer Histaminausschüttung mit Schwellungen und Rötungen führt“. Ausgeschüttet wird das Gift in dem Moment, in dem der Stachel in die Haut des Opfers gebohrt wird.

Fakten rund ums Petermännchen

Laut dem Portal schutzstation-wattenmeer.de bedeutet der wissenschaftliche Name Trachinus draco übersetzt „rauher Drache“. Außerdem liefert die Seite weitere, durchaus kuriose Fakten zum Petermännchen:
- Raubfische fressen niemals Petermännchen, wohingegen Kormorane das Gift wohl vertragen.
- Der Fisch gilt in Frankreich als Delikatesse.
- Möwen, die ein frisch gefangenes Petermännchen zugeworfen bekommen und dieses schlucken, stürzen angeblich sofort tot aus der Luft.

Das Gift breitet sich dann im gesamten Körper aus. Die Einstichstelle schwillt an, ist gerötet und erhitzt sich. Das Gewebe an dieser Stelle stirbt ab. Weitere Symptome: Kopfschmerz, Fieber, Brechreiz, Atemproblemen, Kreislaufkollaps oder Herzrhythmusstörungen. Besonders gefährlich wird es laut Experten, wenn „Betroffene im Wasser gestochen werden und sich durch die extremen Schmerzen kaum noch über Wasser halten können“. Im schlimmsten Fall droht bei allergischen Reaktionen auch Herzstillstand und Tod.

Giftfisch in der Nordsee: Symptome nach einem Stich des Petermännchens

Dem Magazin Geo erklärt dazu Dr. Martin Ebbecke vom GIZ-Nord: „Die Verletzungen sind ausgesprochen schmerzhaft und die Symptome können Wochen, Monaten, in seltenen Einzelfällen sogar über Jahre anhalten.“ Wie müssen sich Urlauber bei einem Stich durch das Petermännchen verhalten?

Die Experten sind sich bei den ersten Maßnahmen nach einem Stich des Giftfisches einig: Der Stachel sollte sofort entfernt und die Wunde desinfiziert werden. Außerdem sollten betroffene Urlauber die Einstichstelle auf bis zu 50 Grad erhitzen. Hilfreich kann dabei ein Föhn oder ein elektrischer Anti-Mücken-Stick sein. Damit wirkt man dem Eiweiß im Gift entgegen. Und man sollte immer unbedingt umgehend einen Arzt aufsuchen. Die Symptome im Überblick:

Nord- und Ostsee: Vorsichtsmaßnahmen für Urlauber gegen das Petermännchen

Da sich das Petermännchen vorwiegend in flachen Gewässern der Nord- und Ostsee aufhält und für Urlauber nur schwer zu erkennen ist im sandigen Untergrund, sollte man sich zum Beispiel beim Wattwandern mit Badeschuhen schützen. Und auch Taucher sollten immer den nötigen Abstand bewahren. Petermännchen können durchaus auch angreifen.

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