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Ponys aus schlechter Haltung gerettet – keiner will sie haben

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Von: Sina Lück

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Die drei Pony-Damen Sunny, Lola und Girly wollen eigentlich nur eins: Endlich ein liebevolles neues Zuhause. Doch alle Gnadenhöfe sind überfüllt.

Hamburg – Der Hamburger Tierschutzverein ist verzweifelt: Seit Dezember 2021 warten Sunny, Lola und Girly auf liebevolle Pferdemenschen, die den Ponys ein neues Zuhause geben. Doch niemand will die Schützlinge haben. Das Problem: Alle Gnadenhöfe im Umkreis sind überfüllt und andere Interessenten gibt es kaum. Aufgeben will das Team aber noch lange nicht und wendet sich nun hilfesuchend an die Hamburger Medien und die Öffentlichkeit.

Sunny, Girly und Lola (v. l.) warten auf ein neues Zuhause.
Sunny, Girly und Lola (v. l.) warten auf ein neues Zuhause. © Hamburger Tierschutzverein

Ponys aus schlechter Haltung gerettet – keiner will sie haben

Sunny, Lola und Girly haben in ihrem Ponyleben schon so einiges erlebt. Vieles davon ist allerdings mit keinen schönen Erinnerungen verbunden. Schon länger hatte das Veterinäramt des Bezirks Hamburg-Mitte die ursprünglichen Besitzer wegen nicht-tierschutzkonformer Haltung der Pferde im Blick.

Als eines der Ponys dann in einen Graben fiel und fast ertrunken wäre, stand endgültig fest: In ihrem alten Zuhause können sie nicht bleiben. Die Veterinäre stellten die Vierbeiner sicher und übergeben sie an den Hamburger Tierschutzverein – so wie die misshandelte Lipizzanerstute Capriola, die in die Pferdeklappe des Österreichischen Tierschutzvereins kommt. Seitdem warten die drei Pony-Damen darauf, endlich in ein liebevolles neues Zuhause umzuziehen.

Ponys aus schlechter Haltung gerettet – „Wir haben schon zu viele Tiere“

Doch alle Versuche des Hamburger Tierschutzvereins, eine neue Bleibe für die Vierbeiner zu finden, blieben bisher erfolglos. Denn alle Gnadenhöfe in der Umgebung haben ihre Kapazitäten schon restlos ausgeschöpft. „Überall bekomme ich die gleiche Antwort: Wir sind schon voll, wir haben schon zu viele Tiere“, erklärt Jasmin Bruns, die sich gemeinsam mit einem Tierpflege-Team um die Huf- und Klauentiere im Tierheim Süderstraße kümmert. Der Grund: Viele Menschen mussten sich in der Corona-Zeit aus finanziellen Gründen von ihrem Pferd bzw. von ihren Tieren trennen. „Das einzige, was mir angeboten wird, ist, dass der Steckbrief der drei weitergegeben werden kann. Aber auch darauf meldet sich niemand.“

Ponys aus schlechter Haltung gerettet – Stuten wünschen sich einen Offenstall

Dabei benötigen die zutraulichen Vierbeiner keine außergewöhnliche Haltungsart. Für ihr Ponyglück wünschen sie sich nur einen gemütlichen Offenstall, wo sie selbstständig rein und raus spazieren können. Mit ihren fast 30 Jahren käme für Pferde-Oma Sunny und ihre 21-jährige Freundin Lola auch ein Gnadenhof für Tiere als neues Zuhause in Frage, um ihren Lebensabend zu genießen. Obwohl die etwa zweijährige Girly Lolas Tochter ist und die Ponystuten insgesamt ein eingespieltes Team sind, muss der zukünftige Besitzer aber keinesfalls alle Pferde zusammen adoptieren.

„Die drei müssen nicht gemeinsam vermittelt werden“, betont der Hamburger Tierschutzverein in seinem jüngsten Aufruf auf Facebook. Eine kleine „Hürde“ gibt es für den oder die neuen Halter allerdings noch: Bevor die Ponys umziehen dürfen, muss das Veterinäramt sein Okay für die neue Unterkunft geben – damit das Trio im wohlverdienten Pony-Paradies glücklich werden.

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