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Schweine werden in einer Mastanlage in Käfigen gehalten.

Schock-Doku "Tierfabrik Deutschland"

So leiden Küken und Schweine in deutschen Viehbetrieben

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Deutschland - In seiner schockierenden Dokumentation "Tierfabrik Deutschland - Von Billigfleisch und Wegwerfkücken" zeigt das ZDF-Magazin "Frontal 21", wie Tiere für den billigen Genuss der Verbraucher leiden müssen.

Zwischen 40.000 und 50.000 Hühner-Küken werden wöchentlich in der Brüterei Hockenberger bei Heilbronn geboren - die Hälfte der Neugeborenen ist am Tag nach ihrer Geburt jedoch bereits wieder tot. Sie wurden vergast. Der Grund? Ihr Geschlecht. Denn während ihre weiblichen Artgenossen Eier legen, braucht kein Bauer die männlichen Zuchtgockel. "Das Hähnchentöten ist hier so ziemlich die schlimmste Tätigkeit", berichtet Werner Hockenberger, der Chef des mittelständischen Unternehmens, doch "wir haben für dieses Problem im Moment keine bessere Lösung". 

Ungefähr 40 Millionen Küken sterben in Deutschland jedes Jahr auf diese Weise - und es ist bei weitem nicht das einzige Mal, dass man während der Dokumentation des ZDF-Magazins "Frontal 21" schockiert wegsehen möchte. Die Redakteure Jörg Göbel und Christian Rohde wollen zum einen auf die unerträglichen Zustände aufmerksam machen, die Deutschlands Viehwirtschaft prägen. Zum anderen bemängelt der Beitrag die fehlenden politischen Richtlinien in einem Landwirtschaftssektor, in dem alle Beteiligten unter dem Druck des Preiskampfes leiden. 

Der "Schweine-Baron"

Betroffen ist auch das Tier, dessen Fleisch der Deutsche weiterhin am liebsten verzehrt - das Schwein. In der Schweinehaltung tobt ein erbitterter Kampf der Umweltorganisationen gegen skrupellose Geschäftsleute wie Adrianus Straathof, der in der Branche als "Schweine-Baron" bekannt ist. Dass diese Zucht-Unternehmen für den Profit über Leichen gehen, zeigen Bilder, die die Aktivisten von "ARIWA" in einer der Farmen aufgenommen haben. Ungefähr 10 Prozent der Tiere würden zumeist qualvoll sterben - das sei einkalkuliert.

Das Beispiel Straathof zeigt auch die Machtlosigkeit der Politik. Bei Kontrollen wurden eindeutige Mängel festgestellt und Bußgelder von mehr als 800.000 Euro verhängt. Diese wären jedoch in die Gewinnrechnung der Viehzüchter eingerechnet, so der Vorwurf. Ende 2014 wurde schließlich ein "Tierhaltungsverbot" verhängt, das auf lange Sicht die komplette Schweineindustrie treffen könnte - wenn es denn zu einem Urteil gegen die Tierhalter kommen sollte.

Landwirtschaftsminister in der Kritik

Der Hauptvorwurf an die Bundesregierung liegt in der unklaren Formulierung der Tierschutzgesetze. Ein Beispiel? Niemand dürfe "einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen". In der Praxis allerdings werden Ferkel brutal getötet - aus wirtschaftlichen Gründen. Und für Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) geht es genau darum: Die Landwirtschaft müsse "ökonomisch produktiv" gehalten werden. Der Politiker stellt sich somit gegen den Vorschlag seiner Berater aus dem Agrarbeirat, die eine Kurskorrektur hin zu höheren gesetzlichen Mindeststandards fordern. Der Markt werde sich selbst regulieren - so Schmidts Auffassung.

Die Dokumentation zeigt aber, dass es auch anders geht. "Hahnenretter" Peter Schubert etwa zieht auf seinem Bio-Hof bei Nürnberg neben eierlegenden Hennen auch deren Brüder groß. Man könne die Gockel nicht allein aus wirtschaftlichen Gründen töten, sagt Schubert. Damit sich das Projekt finanziert, ist der Landwirt jedoch auf die Bereitschaft des Konsumenten angewiesen, pro Ei einige Cent mehr zu bezahlen. In Schuberts Modell sorgen die Hennen somit für das Überleben ihrer Brüder - eine Spur von Nächstenliebe in einem Geschäft, das in großen Teilen ausschließlich auf Profit aus ist.

FH

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