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Ja, wer bist denn du? Nicht jeden Tag steht man einem Alpaka gegenüber – die kleine Sally hält lieber ein wenig Abstand.

Tierbesuch

Schwabinger Kinderklinik: Tiere sind die beste Medizin

Kranken Kindern ein Lächeln ins Gesicht zaubern und einen Moment der Normalität schenken – das ist das Ziel von „Monis Kleiner Farm“. Einmal im Monat kommt sie dafür in die Schwabinger Kinderklinik.

Ganz geheuer ist das Meerschweinchen auf ihrem Schoß der kleinen Sally anfänglich nicht. Auf einem Heuballen sitzend beäugt sie skeptisch das flauschige Tier unter ihr. Doch das kastanienbraune Pünktchen sitzt so brav auf dem grünen Handtuch, dass die Fünfjährige sich doch dazu hinreißen lässt, das Tier zu streicheln. „Ganz weich ist das Fell“, stellt die kleine Sally fest. Schon das zweite Mal ist sie in der Schwabinger Kinderklinik, dieses Mal seit vier Wochen. Doch diese Wochen scheinen in diesem Moment zumindest kurz vergessen. „Sie hat sich schon seit einer Woche auf diesen Tag gefreut“, erzählt ihre Mutter Anja Zappe. Morgen darf die kleine Sally wieder nach Hause nach Deggendorf. Der Nachmittag mit den Tieren wird ihr bestimmt noch lange im Gedächtnis bleiben.

Einmal im Monat kommt Monika Posmik mit ihrer „kleinen Farm“ in die Schwabinger Kinderklinik. Im Garten baut sie mit Decken, Lattenzaun und Heuballen einen Miniaturbauernhof für die kleinen Patienten auf. Manchmal wird auch gemeinsam gesungen. Die gelernte Erzieherin arbeitet seit vier Jahren im Bereich der tiergestützten Intervention. Bereits seit drei Jahren besucht sie regelmäßig das Haunersche Kinderspital, seit einem Jahr kommt sie auch nach Schwabing. Finanziert wird dies durch den Verein „Luzia Sonnenkinder“.

Vor Ort wird das Projekt von Erzieherinnen der Kinderklinik begleitet. Eine von ihnen ist Michaela Baumgärtner. Sie hat einen ganz besonderen Bezug zu diesem Projekt. „Mit 13 Jahren war ich hier selbst als Patientin stationär“, erzählt sie. „Damals gab es solche tollen Aktionen noch nicht – und vor allem die Tiere haben mir sehr gefehlt.“ Gerade deswegen unterstützt Michaela Baumgärtner solche Projekte mit voller Leidenschaft.

Auch der kleine Elisas ist ganz aus dem Häuschen. Vor allem der Gockel Andi hat es ihm angetan. Mit einem Gurkenstück in der Hand läuft er immer wieder zu dem Hahn und versucht ihn zu locken. „Der will gar nichts essen“, stellt Elisas etwas enttäuscht fest. Schließlich setzt sich Andi aber doch noch brav auf den Schoß des Fünfjährigen. Die Vorfreude war den ganzen Tag groß. „Alle zehn Minuten ist er heute ans Fenster gelaufen, um nach den Tieren Ausschau zu halten“, erzählt Vater Mike Eberle.

Für Monika Posmik ist die Arbeit eine Herzensangelegenheit – von der man sehr viel zurückbekommt. „Ich werde immer freudestrahlend empfangen“, berichtet Posmik. „Aber das liegt vor allem an meinen Mitarbeitern.“ Damit meint sie ihre Tiere, die sich auch an diesem Nachmittag mit einer stoischen Gelassenheit von allen Kindern streicheln lassen. Für Monika Posmik ist es wichtig, dass es auch ihren Tieren dabei gut geht. „Nicht jedes Tier ist für alles geeignet“, erklärt sie. Ein ganz entspannter Zeitgenosse ist auch das Alpaka „Natcho“. Mit ihm kann Monika Posmik Patienten auch am Krankenbett besuchen. „Dann fahre ich einfach mit ihm im Aufzug – für Natcho kein Problem“, sagt sie und lacht.

Von Lisa-Marie Birnbeck

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