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Ein äußerst seltener Gast begeistert Ornithologen auf Helgoland: Ein Albatros hat der Nordseeinsel Besuche abgestattet.

Nordsee

Seltener Gast: Albatros auf Helgoland

Seine Spannweite ist imposant - und eigentlich nur auf der Südhalbkugel zu bestaunen. Doch derzeit gleitet ein Albatros über der Nordsee durch die Lüfte. Vogelfreunde nutzen die Gelegenheit, den ungewöhnlichen Gast zu beobachten.

Ein äußerst seltener Gast begeistert Ornithologen auf Helgoland: Ein Albatros hat der Nordseeinsel Besuche abgestattet. Der eigentlich auf der Südhalbkugel heimische Vogel sei im April an der Nordspitze und nun am Lummenfelsen gesehen worden, sagte Jochen Dierschke vom Institut für Vogelforschung. Es handle sich um einen Schwarzbrauenalbatros (Thalassarche melanophris).

Ornithologen - teils aus Schweden und Finnland angereist - nutzten die Chance, den Vogel aus der Nähe zu beobachten. Albatrosse sind in Europa nur sehr selten zu sehen. „In den vergangenen 30 Jahren wurden nur 121 Sichtkontakte verzeichnet“, sagte Dierschke. In ihre ursprüngliche Heimat flögen solche Tiere kaum wieder.

Erstmals wurde der Albatros demnach am 19. April 80 Kilometer nördlich von Helgoland gesehen. Nach einem ersten Besuch auf der Insel vom 21. bis 23. April sei der Vogel am 4. und 5. Mai erneut beobachtet worden, sagte Dierschke. Danach tauchte er in Dänemark und Schweden auf.

Bereits im vergangenen Jahr war ein Albatros auf Helgoland gesichtet worden. Im Abstand von mehreren Wochen verbrachte der Vogel immer wieder einige Tage auf der Insel. Dierschke geht davon aus, dass es sich um denselben Vogel handelt.

Auf Helgoland hat der Albatros demnach drei Lieblingsplätze am Lummenfelsen. Dort sucht er stets die Nähe der Basstölpel-Kolonie. Dierschke rechnet damit, dass der Albatros bald auf die Insel zurückkehrt. „Helgoland hat wegen seiner Klippen eine hohe Anziehungskraft“, sagte er. Manche Albatrosse kehrten über 40 Jahre hinweg stets an denselben Platz zurück.

Albatrosse können sehr alt werden, als ältestes bekanntes Tier gilt ein über 60-jähriges Exemplar. Überleben könne der Helgoländer Albatros auch fernab der Heimat, sagte Dierschke. Klima und Nahrungsbeschaffung seien kein Problem. Allerdings habe der Vogel hier keinen Brutpartner - er sei derzeit wohl der einzige seiner Art in Europa.

dpa

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