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Das Aussterben der seltensten und kleinsten Delfinart der Welt ist nach Einschätzung von Umweltschützern kaum noch aufzuhalten. (Symbolbild)

Artenschutz

Seltenster Delfinart der Welt droht das Ende

Naturschützer sind alarmiert: Die Zahl der seltenen Maui-Delfine vor der Küste Neuseelands schrumpft immer weiter. Die dortige Regierung sehe seit Jahren zu, statt der Fischerei einen Riegel vorzuschieben.

Vielleicht noch 15 oder 20 Jahre, dann könnte Schluss sein: Das Aussterben der seltensten und kleinsten Delfinart der Welt ist nach Einschätzung von Umweltschützern kaum noch aufzuhalten. Die Zahl der Maui-Delfine werde auf noch etwa 45 geschätzt, sagte die Artenschutz-Leiterin bei Nabu International, Barbara Maas. Davon sei wohl nur ein kleiner Teil fortpflanzungsfähig.

Maui-Delfine (Cephalorhynchus hectori maui) leben ausschließlich vor der Küste Neuseelands. Vor 40 Jahren hat es dort nach Nabu-Angaben noch bis zu 2000 Individuen gegeben.

Maas hat die Zahl der verbliebenen Delfine für Beratungen der Internationalen Walfangkommission (IWC) berechnet. Grundlage dabei war die Annahme aus den Jahren 2010/11 von etwa 55 mindestens einjährigen Tieren. Die Zahl war damals anhand genetisch untersuchter Gewebeproben zustande gekommen. Einkalkuliert hat Maas den Verlust an Delfinen, die sich jedes Jahr in den Schlepp- und Kiemennetzen industrieller Fischer verheddern. Etwa 95 Prozent aller Todesfälle gingen demnach auf die Fischerei zurück.

Betrachtet hat die Expertin auch die jährliche Fortpflanzungsrate. Schon lange ist bekannt, dass sich Maui-Delfine, eine Unterart der Hector-Delfine, von Natur aus nur sehr langsam vermehren und damit die Todesfälle nicht kompensieren können. Mehr als 80 Jahre würde es laut Nabu dauern, bis die Zahl der Delfine wieder auf 500 steigt, selbst wenn die Bedrohung durch den Menschen ein Ende nähme. Inzwischen sei der Delfin-Lebensraum in den Fokus von Ölfirmen gerückt - Tests und Bohrungen seien eine Zusatzbedrohung.

Der gesamte Lebensraum der Tiere müsse unter Schutz gestellt werden, hätten mehrere Gremien, darunter die IWC, empfohlen, so Maas. Sie sieht die Möglichkeiten der Wissenschaft ausgeschöpft: „Es braucht öffentliches Aufbegehren.“ Neuseeland sitze das Thema seit Jahren aus. „Es geht nur ums Geld.“

Die dortige Regierung hatte die Schutzgebiete in der Vergangenheit als ausreichend bezeichnet. Der Widerstand in der Industrie gilt als groß: Vertreter kritisierten, dass Krankheiten, Umweltverschmutzung und natürliche Feinde in der Debatte nicht beachtet würden.

Die Maui-Delfine haben rundliche Körper mit schwarzen Markierungen und halten sich in flachen Gewässern auf. Charakteristisch ist nach Angaben der Umweltorganisation WWF ihre schwarze, abgerundete Rückenflosse, die an Mickey-Maus-Ohren erinnert. Erwachsene Tiere können 20 Jahre alt und bis zu 1,40 Meter groß werden.

dpa

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