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Der Erlenzeisig wurde bei einer Mitmachaktion des Nabu am häufigsten im Garten gesichtet.

Die Ergebnisse der Zählung

Stunde der Wintervögel: Mehr Zeisige, weniger und Grünfinken

Umtriebiger Spatz, "Shooting Star" Erlenzeisig und Sorgenkind Grünfink - bei der bundesweiten Zählung der Wintervögel in deutschen Gärten erlebten Naturschützer auch Überraschungen.

Berlin - Der Spatz bleibt in deutschen Gärten die Nummer eins. Bei der sechsten bundesweiten "Stunde der Wintervögel" hat der Haussperling (Passer domesticus) erneut seinen Spitzenplatz verteidigt, wie der Naturschutzbund (Nabu) und der Landesbund für Vogelschutz (LBV) mitteilten.

Die Überraschung des Jahres ist der Erlenzeisig. Der gelbgrüne Finkenvogel wurde viermal häufiger gemeldet als 2015 und stieg in der Rangfolge der häufigsten Arten von Platz 22 auf Platz neun auf. Sorge bereitet den Naturschützern der Grünfink. Jahr für Jahr wird er seltener gesichtet.

Der Grünfink wurde nur noch etwas mehr als halb so oft gesehen wie noch 2011. Als Grund für den Rückgang vermuten die Experten vor allem das zunehmend auftretende Grünfinkensterben. Es wird durch einen parasitären Einzeller verursacht. Dieser wird häufig an sommerlichen Futterstellen übertragen, an denen viele Vögel zusammenkommen.

Bei der Mitmachaktion Anfang Januar haben bundesweit über 91 000 Teilnehmer Beobachtungen aus mehr als 61 000 Gärten gemeldet. Demnach folgen dem Spitzenreiter Spatz Kohlmeise, Blaumeise, Feldsperling, Amsel, Grünfink, Buchfink und Elster. Auch Zählungen in den vergangenen Jahren ergaben diese Reihenfolge - mit Ausnahme besonders kalter Winter wie 2013, als die Kohlmeise den Spatz von der Spitze verdrängte. Damals gab es viele Zuzügler aus dem Norden und Osten.

Eine Invasion aus dem Norden machen die Naturschützer auch für den plötzlichen Aufstieg des Erlenzeisigs verantwortlich. "Sie tritt ein, wenn die Zeisige in Skandinavien im Sommer besonders viele Junge aufgezogen haben, für die das Futterangebot dort im Winter nicht ausreicht", erläutert Nabu-Vogelschutzexperte Lars Lachmann.

dpa

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