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Andreas Kieling.

Terra X: "Afrika ist ein Sehnsuchtsort"

Tierfilmer Kieling spricht über sein neuestes Abenteuer

München - Andreas Kieling (56) hat schon fast die gesamte Welt gesehen. Seit 25 Jahren reist der Tierfilmer an die unterschiedlichsten Orte und berichtet von den schönsten Tierparadiesen. Wir trafen ihn zum INterview.

In der neuen Terra X-Folge Kielings wildes Afrika am Sonntag um 19.30 Uhr im ZDF widmet er sich nun dem afrikanischen Kontinent. Im Interview erzählt er von der Faszination des Reisens, dem Beginn seiner Karriere und von den beeindruckendsten Erlebnissen.

Was ist Ihr liebstes Reiseziel?

Andreas Kieling: 1991 fing bei mir alles an und ich habe mich damals bewusst für Alaska und den Yukon River entschieden. Daraus entstand eine tiefe Verbundenheit und ich habe mich verliebt.

Weshalb gerade Alaska?

Kieling: Ich habe mich natürlich als Tierfilmer gefragt, wo ich noch Fuß fassen kann. Und seit meiner Kindheit hat mich diese Region, die Wildnis des Nordens, fasziniert. Es war schon immer ein Sehnsuchtsort. Zudem kann ich dort eine grenzenlose Freiheit leben. Niemand wird dir dort sagen, was du heute oder morgen tun sollst.

Was erlebten Sie auf ihrer ersten Reise?

Kieling: Ich habe mich mit meiner damaligen Freundin und meinem Hund in ein Kanu gesetzt und wir sind den Yukon River runter gefahren. 3500 Kilometer von den Quellen bis zur Beringsee.

Nicht gerade ein Katzensprung.

Kieling: Meine Freundin ist auch nach fünf Monaten zurück nach Deutschland. Ich habe es aber mit meinem Hund zusammen bis zur Beringsee durchgezogen. Inklusive Ankunft während eines heftigen Wintersturms mit Eis und Schnee.

Eis und Schnee gibt es auf Ihrer aktuellen Reise nicht. Sie führen die Zuschauer ins wilde Afrika. Was hat Sie dazu gereizt?

Kieling: Ich war in Namibia und war sofort fasziniert. Ein unglaubliches Land. Die älteste Wüste der Welt, unwirkliche Landschaften und die Artenvielfalt ist natürlich überwältigend. Als ich dann auch noch in der Serengeti war, dachte ich mir: Das ist ja wie ein Schaufenster der Evolution. Ich brauchte das dann auch als Ausgleich für das, was ich in Alaska erlebt hatte. Zudem komme ich um Afrika einfach nicht herum, wenn ich tieraffin bin.

Was war Ihr schönstes Erlebnis auf der Afrikareise?

Kieling: Das Schönste war auch gleichzeitig das Anstrengendste. Ich habe am Tanganjikasee (im Westen von Tansania, Anm. d. Red.) versucht, Schimpansen zu finden, des Menschen nächste Verwandte. Das war auch das erste Mal, dass ich mich intensiv mit Schimpansen beschäftigt habe und dachte im Vornhinein, dass es leicht werden würde, sie zu filmen.

War es nicht?

Kieling: Überhaupt nicht. Da ist ständig Streit. Das Alpha-Männchen ist immer damit beschäftigt, Konflikte zu schlichten. Es wird sich ständig gepaart, drei Mal am Tag ist völlig normal. Da sind so viele Interaktionen, das es unglaublich schwer war, ihnen zu folgen. Am Ende haben wir es dann aber doch noch geschafft.

Gab es auch schlimme Momente?

Kieling: In einer Szene komme ich Flusspferden an einem See sehr nahe. Da sollte man wirklich nicht ins Wasser gehen, das wimmelt von Krankheitserregern. Und als ich den Flusspferden auf der Spur war, habe ich nur so bei mir gedacht: War das wirklich so eine gute Idee?

Hat es sich denn gelohnt?

Kieling: Ich wurde mit wunderbaren Szenen belohnt. Einem Kampf zwischen zwei Bullen, den ich aus gut 70 Metern mit meiner Zeitlupenkamera filmen konnte.

Gab es Momente in Ihrer Karriere, in denen Sie wirklich Angst hatten?

Kieling: In der Eifel wurde ich einmal von einem Wildschwein attackiert und im Gesicht und an den Armen stark verletzt. Da dachte ich wirklich, ich verblute im Wald. Und auf den Komodo-Inseln wurde ich von einer giftigen Seeschlange gebissen. Aber auch da bin ich am Ende irgendwie durchgekommen. Auslöser war aber immer – und das ist sehr wichtig – meine Unachtsamkeit und nicht die Schuld des Tieres. Tiere sind nicht auf der Welt, um Menschen anzugreifen.

Nachdem Sie so viel in der Welt unterwegs waren: Was wollen Sie noch sehen bzw. filmen?

Kieling: Das habe ich tatsächlich im letzten Jahr in Afrika abgeschlossen und ist auch in dem Film zu sehen. Da bin ich im Hochland von Äthiopien auf äthiopische Wölfe gestoßen, diese Tiere sind seltener als der große Panda. Das war einfach unglaublich. Auch Afrika ist ein Sehnsuchtsort geworden, zu dem ich immer wieder zurückkehren will.

Interview: Dominik Laska

„Terra X: Kielings ­wildes Afrika“,

Sonntag, 19.30 Uhr, ZDF

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