Um diese Arten gibt es Sorgen

Die tierischen Stars des Jahres 2015

München - Wer zum Tier des Jahres gekürt wird, ist meist eher unscheinbar oder sehr gefährdet. Wir stellen die Arten vor, um die sich Tierschützer sorgen.

Meist bekommen Tiere sehr viel Aufmerksamkeit, die besonders prächtig oder ­besonders gefährlich sind oder über eine besondere Fähigkeit verfügen. Wer zum Tier des Jahres gekürt wird, ist jedoch meist eher unscheinbar oder sehr gefährdet. In jedem Jahr machen Natur- und Tierschutzorganisationen auf heimische Arten aufmerksam, die bedroht sind oder einfach zu wenig beachtet werden. Für uns ist es eine schöne Tradition, diese Tiere vorzustellen: Bühne frei für die Stars des Jahres 2015!

Libelle des Jahres: Heidelibelle

Sie heißen auch Juwelen der Lüfte: Bei der gebänderten Heidelibelle fallen besonders der leuchtend rote Hinterleib der Männchen und die hellbraunen Bänder auf den Flügeln auf. Jury: Gesellschaft deutschsprachiger Odanotologen und BUND; Grund der Wahl: Diese friedliche Art ist gefährdet.

Fisch des Jahres: Huchen

Der auch Donaulachs genannte Fisch braucht unverbaute Flüsse zum Wandern. Jury: Deutscher Angelfischerverband. Grund der Wahl: Der Huchen ist vom Aussterben bedroht und kann nur in renaturierten Gewässern überleben.

Weichtier des Jahres: Mantelschnecke

Bei der Mantelschnecke umhüllt der weiche Körper das Schneckengehäuse. Die Tiere leben in klaren Gewässern, oft kriechen sie mehrere Meter tief über den Seegrund. Jury: Kuratorium Weichtier des Jahres; Grund der Wahl: Die Süßwasserschnecke ist stark bedroht und sehr selten.

Vogel des Jahres: Habicht

Geschätzte 12 000 bis 16 000 Brutpaare leben in Deutschland, der Habicht steht unter Schutz, dennoch ist die illegale Jagd trauriger Alltag. Er ist oft bei Jägern und Taubenzüchtern unbeliebt. Jury: Naturschutzbund Deutschland; Grund der Wahl: Illegale Jagd beenden.

Wildtier des Jahres: Feldhase

Der Feldhase ernährt sich rein vegetarisch und ist ein besonders beliebtes Wildtier. Ist das Frühjahr sehr kalt und nass, überleben nur wenige Hasenbabys. Jury: Schutzgemeinschaft Deutsches Wild; Grund der Wahl: Hasen brauchen mehr Brachflächen als Lebensraum.

Höhlentier des Jahres: Kellerglanzschnecke

Diese besonders empfindlichen Landlungenschnecken leben das ganze Jahr über unter der Erde in Höhlen und Stollen. Jury: Verband der deutschen Höhlen- und Karstforscher; Grund der Wahl: Das Ökosystem Höhle ist kaum erforscht.

Spinne des Jahres: Zartspinne

Vier kleine schwarze Dreiecke am Hinterleib machen diese weit verbreitete Spinne so unverwechselbar. Jury: Arachnologische Gesellschaft; Grund der Wahl: Auf den filigranen, unbekannten Nachtjäger aufmerksam machen.

Nutztier des Jahres: Deutsches Karakul

Als besonders robustes und genügsames Tier gehört das Karakulschaf seit über 4500 Jahren zu den Haustieren des Menschen. Jury: Gesellschaft zur Erhaltung alter Nutztierrassen; Grund der Wahl: In Deutschland gibt es nur noch 250 Mutterschafe und 30 ­Böcke.

Insekt des Jahres: Silbergrüner Bläuling

Die Flügel der Männchen sind besonders farbenfroh: außen silbern, zur Körpermitte hin grünblau. Der Tagfalter ist hauptsächlich im Süden verbreitet. Jury: Kuratorium Insekt des Jahres; Grund der Wahl: Faszination für den Artenreichtum der Insekten wecken.

Schmetterling des Jahres: Rotes Ordensband

In vielen Gegenden verschwindet der Schmetterling aus der Familie der Eulenfalter fast unbemerkt. Jury: BUND NRW Naturschutzstiftung; Grund der Wahl: die Raupen des Roten Ordensbandes brauchen Weiden- oder Pappelblätter, die zunehmend verschwinden.

Reptil des Jahres: Sumpfschildkröte

Die letzten ihrer Art leben in Brandenburg, noch im 18. Jahrhundert war die Europäische Sumpfschildkröte bei uns weit verbreitet, sie war eine beliebte Fastenspeise. Jury: Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde; Grund der Wahl: Aufmerksamkeit für das tagaktive, hübsche Tier wecken.

Rubriklistenbild: © Günter J. Loos/BUND

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