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Kuscheln mit Uschi: Sir Henry (li.), Lilly & Julchen (re.). Lilly mopst vom Teller von Maria Zsolnay.

Warum sie alles für Sir Henry, Julchen & Lilly tut

Uschi Ackermann: Lieber Möpse als Millionen

„Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos“, sagte Loriot. Und ein Leben ohne Katzen wäre für Alt-OB Ude undenkbar. Was die Liebe ausmacht, wie Vierbeiner ihre Zweibeiner erziehen – und ­umgekehrt, oder warum ein ­Leben mit Tieren reicher als ohne ist – all diese Fragen beantworten prominente Herrchen und ihre Liebsten.

In München-Bogenhausen ist ein Sprichwort Realität geworden: „Er ist bekannt wie ein bunter Hund“ passt auf keinen besser als auf Sir Henry. 9000 Facebook-Fans schnappen gierig nach jedem Lebenszeichen des kompakten Vierbeiners, der nicht nur zur Wiesn-Zeit gerne mal in roten Lederhosen posiert. Sein herzerweichendes Mops-Gesicht mit den Ich-kann-kein-Wässerchen-trüben-Augen zieren hochglänzende Autogrammkarten, die reißenden Absatz finden: „Zwanzig bis dreißig Anfragen bekommen wir täglich“, erzählt Frauchen Uschi ­Ackermann stolz, die jede Karte mit Stempel-pfote und „mopsigen Grüßen“ versieht.

Auch sie ist bekannt – als glühende Mops-Besitzerin, -Verehrerin und Tierschützerin. „Einen Mops besitzt man nicht, man verfällt ihm“, ist ihr Credo. Uschi gibt’s nicht ohne Sir Henry und Sir Henry nicht ohne Uschi.

Und dann gibt’s da noch Gerd Käfer, den Ehemann von Uschi, Catering-König und, das muss man jetzt so sagen, Mops-Unterlegener. Denn er muss alles mit den mittlerweile drei Hunden Henry, Lilly (5) und Julchen (wahrscheinlich 5) teilen: Die Couch, das Ehebett, den Lieblingssessel, die Küche, den Balkon. Kein Accessoire ohne Mops, selbst auf dem Teller schnauzt einen die Serviette noch an ...

Dabei war es Käfer, der die Mops-Liebe seiner Lebensgefährtin jahrelang an die Leine legte. Mann oder Mops, so Käfer. Uschi entschied sich für den Mann – doch es kam der Tag, an dem sie beides haben konnte: „Es war vor neun Jahren, als wir zusammen in Köln waren, im Hotel. Da kam eine Frau ins Foyer mit einem Mops auf dem Arm. Und ich fing gleich wieder an, wie süß ... Da sagte Gerd: ,Na dann kauf’ halt endlich einen!‘“

Wenige Stunden später war Uschi stolze Besitzerin von Henry. Per Kleinanzeige spürte sie ihn auf.

Ein Fehler, wie sie heute weiß. Ein halbes Jahr später verlor Henry seine Haare. Eine typische Hautkrankheit der Möpse, die oft „kreuz und quer und völlig skrupelos“, gezüchtet werden. Ackermann verklagte den Züchter. Ihren Auftritt vor Gericht nutzte sie, um für „die Rechte der Tiere“ zu kämpfen. Zum ersten Mal steckte sie Henry in einen Smoking. Aus dem Mops wurde Sir Henry, „der Robin Hood der Tiere“. 1100 Euro bekam sie damals vom Züchter erstattet – der Anfang ihres persönlichen Tierschutz-Engagements.

Seitdem veranstaltet sie Mops-Partys, Mops-Wiesn, Mops-Mini-Events, Mops-Spendenaktionen – als gelernter PR-Profi gehen Ackermann die Ideen nicht aus. Mit den Erlösen spendet sie Futter für Tierheime, unterstützt private Tierschutzaktionen oder nimmt Mops Lilly in Pflege, deren Besitzerin nicht viel Zeit und Geld hat.

Uschi hat davon beides: „Doch das letzte Hemd hat keine Taschen. Ich kann ja nichts mitnehmen.“ Deshalb schafft die ihren Möpsen auf der Erde schon mal ein paradiesisches Leben. Bestes Spezialfutter, fettreie Leckerli, sorgfältiges Bürsten, tägliches Zähneputzen, Privatlehrer. Einmal im Jahr lässt Uschi ihre Hunde auf Herz und Nieren checken. Wenn der Arzt bei Sir Henry dann Harnsteine findet, ist das für Uschi keine Frage, ab zum Spezialisten.

„Doch ich weiß, das kann sich nicht jeder leisten“, so Uschi. „Deshalb kämpfe ich für eine Krankenversicherung für Tiere.“ Und Uschi macht das, wie sie früher Shampoo und Seife angepriesen hat: höchst professionell. Sie suchte sich eine Versicherung, bot Sir Henry als Werbeschnauze an und ließ Hunderte von Broschüren drucken.

Noch geschickter war sie, als sie dem Drogeriemarkt-Gründer Erwin Müller unbedingt ihre Haribo-Möpse ins Sortiment legen wollte. „Ich wusste er hat zwei Hunde, die er sehr liebt. Zu unserem ersten Gespräch habe ich mir einfach Leberwurst an meine Schuhe geschmiert, und die Hunde liebten mich.“

Warum musste es ausgerechnet ein Mops sein? „Ja schau mich doch an, ein Windhund passt ja nicht zu mir. Ich bin ja nicht Twiggy. Ich sag immer: Wie der Herr so’s Gescherr.“

Hunde machen sie einfach glücklich. Da kannst du mir Millionen hinlegen, für meine Möpse würd’ ich alle stehen und liegen lassen.“ Auch den Mann? „Ah da hab’ ich noch einen Lieblingsspruch auf Lager: „Der Mops hat alles, was man sich von einem Mann wünscht.“

Maria Zsolnay

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