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Zwei Rote Flamingos liebkosen sich im Münchner Tierpark Hellabrunn.

Interessante Einblicke

Valentinstag: Zoos erklären das Liebesleben der Tiere

„Zoo in love“ und „Tour d'amour“: Zum Valentinstag haben sich einige Tiergärten einen besonderen PR-Gag einfallen lassen: Führungen rund um das Liebesleben von Tiger und Co.

Nürnberg/Köln - Monogame Pinguine, rollige Löwen und emanzipierte Affen: Wer schon immer einmal alles rund um das Liebesleben der Tiere wissen wollte, ist am Valentinstag in so manchem Zoo richtig. Statt Rosen und Pralinen bieten etwa die Tiergärten in Nürnberg, Köln, Hannover, Krefeld oder Osnabrück an diesem Sonntag spezielle Führungen für Paare und Singles an. Natürlich ist das vor allem ein Trick, um Besucher anzulocken.

Zwei Nyala-Antilopen-Weibchen im Tierpark Hellabrunn.

Doch man wolle die Tiere auch mal aus einer anderen Perspektive zeigen, sagt der Biologe und Nürnberger Zoo-Pädagoge Christian Dienemann: „Wir wollen schon etwas über den biologischen Hintergrund des Verhaltens erzählen. Es soll also kein Klamauk sein, aber auch nicht bierernst, sondern augenzwinkernd.“ Manche Zoos bieten ganze Pakete mit Sekt oder Glühwein an. Billig sind die Führungen nicht: Zwischen fünf und 40 Euro kostet der Spaß pro Nase. Themen sind etwa: Wie findet sich ein Tier-Paar überhaupt, welche Probleme gibt es dabei und wie funktioniert die Jungtieraufzucht? Ein Beispiel darf dabei natürlich nicht fehlen: Pinguine sind bekannt für ihre Treue. „Sie sind in der Regel sehr lange mit ihrem Partner zusammen - wenn auch nicht immer ihr ganzes Leben“, sagt Dienemann.

Auch das Beziehungsverhalten der Seevögel sei recht ähnlich wie bei den Menschen: „Wenn Pinguin-Pärchen ganz neu zusammen sind, balzen die ganz viel.“ Aber sie könnten sich meist nicht einigen, wer auf das Junge aufpasst. Wenn das Paar dann länger zusammen sei, werde weniger geturtelt. „Dafür sind sie dann bei der Aufzucht ganz routiniert. Wenn einer aufsteht, setzt sich der andere sofort aufs Ei. Bei Menschen sagt man ja auch: „Wie ein altes Ehepaar“.“

Die 9-jährige Eisbärin Giovanna und der 15-jährige Yoghi wurden vor zwei Jahren Eltern von Zwillingen.

Bei der Partnerwahl setzten die Tiere übrigens auf Hüftgold: „Humboldt-Pinguin-Weibchen bevorzugen dickere Männchen.“ Denn dies sei ein Zeichen, dass sie bei der Jagd meist erfolgreich sind. Auch Rotschnabeltokos - kleine Hornvögel aus Afrika - haben einen speziellen Test für potenzielle Partner: „Bevor sich das Weibchen mit einem Männchen zusammentut, muss es sie füttern. Nur wenn es das gut macht, paart sie sich mit ihm.“ Flamingos legen bei ihrem Partner dagegen Wert auf Körpergefühl: Das Imponierverhalten bei der Balz sei stark ritualisiert, sagt Dienemann. „Man könnte sagen, sie tanzen.“ Dabei suchten sich die Tiere einen Partner, der sich möglichst synchron mit ihnen bewegt.

Ein Gelbbrustara-Pärchen.

Emanzipiert sind Zwergseidenäffchen-Weibchen aus Südamerika - die kleinsten echten Affen, die es gibt. Obwohl sie nur so groß sind wie eine Faust, bekämen sie fast immer Zwillinge. „Aber das Weibchen säugt die Jungtiere nur.“ Der Kraftakt wäre sonst zu groß. Daher kümmern sich die Männchen oder der ältere Nachwuchs um die Babys. Dass das Weibchen das wahre starke Geschlecht ist, zeigt sich auch an den Clownfischen - bekannt durch die Filmfigur „Nemo“. Wenn sie geschlechtsreif werden, sind die Fische zunächst männlich. In jeder Gruppe ist das größte Tier immer das einzige Weibchen und es hat einen „Harem“ aus Männchen. Stirbt die Chefin, verwandelt sich das stärkste Männchen in ein Weibchen. „Das zeigt, wie schwierig die Paarfindung manchmal sein kann - und welche Alternativen es gibt: „So Jungs, einer wird jetzt zur Frau““, erzählt Dienemann. „Es ist immer schön zu sehen, wie die Männer in den Führungen darauf reagieren.“

Auch über Löwen können die Biologen Spezielles berichten: „Löwen paaren sich während der etwa fünf bis sieben rolligen Tage des Weibchens zwischen 30- und 50-mal am Tag - im Schnitt ist das alle 15 Minuten“, erzählt der Zoo-Pädagoge. „Da kann man sich als Mensch durchaus fragen: Möchte man das auch?“

dpa

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