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Der Silberdachs leistete Schwerstarbeit.

Kleiner Aasfresser mit großem Ziel

Verblüffendes Video: Dachs verbuddelt komplettes Kalb

Salt Lake City - Ein ganzes Kalb zum Futtern - was für ein Glückstreffer für einen Silberdachs. Um sich diesen Festschmaus zu sichern, hat sich einer der kleinen Räuber ordentlich ins Zeug gelegt.

US-Forscher haben in den USA aufgenommen, wie ein Silberdachs ein mindestens doppelt so schweres totes Kalb vergräbt. Forscher der University of Utah im Fachblatt „Western North American Naturalist“ hatten für eine Studie insgesamt zwölf Kälberkadaver mit Kamerafallen versehen in der Graslandschaft westlich von Salt Lake City abgelegt, um zu erfassen, welche Aasfresser sich daran einfinden. Das Verhalten von Silberdachsen zu erforschen, war eigentlich gar nicht das Ziel gewesen.

Die Fotos der Kameras offenbarten, welch große Leistung der Silberdachs verbracht hatte: Fünf Tage lang buddelte er seitlich und unterhalb des Kalbes, bis der knapp 23 Kilogramm wiegende Kadaver komplett im Erdreich verschwunden war.

Zum Schluss sitzt der Dachs entspannt auf seinem Erdlager. „Ich will nicht zu sehr vermenschlichen, aber er sieht nach einem wirklich, wirklich glücklichen Dachs aus, der sich im Dreck wälzt und sich des Lebens freut“, sagt Tara Christensen von der Universität Utah. Das sei kein Wunder: Besonders viel Beute sei in der Region nicht zu holen und die Konkurrenz durch andere Aasfresser groß.

Bei einer Kontrollrunde eine Woche darauf sei einer der Kadaver verschwunden gewesen, schreiben die Forscher. Die zwei Wochen nach der Grabaktion habe das Tier bei seinem Beutelager verbracht, sei dann zunächst weitergezogen, in den Wochen danach aber mehrfach wieder zurückgekehrt, berichten die Forscher. 

Darum vergraben Dachse ihre Beute

Silberdachse (Taxidea taxus) seien dafür bekannt, Beute wie kleine Nagetiere und Kaninchen für später zu vergraben - für einen so großen Kadaver sei das aber wohl noch nie beobachtet worden, erklären die Forscher um Ethan Frehner. 

Das Vergraben von Beute hat demnach zwei Vorteile für die Räuber: Andere Aasfresser entdecken das Festmahl nicht so leicht und verbuddeltes Fleisch verwest langsamer. Möglicherweise spielten die Raubtiere eine wichtige Rolle bei der Beseitigung großer Kadaver in der Region, schreiben die Wissenschaftler. Das könne den Rinderzüchtern des Great Basin im US-Bundesstaat Utah nutzen: Möglicherweise vergrüben Silberdachse häufiger Kadaver verendeter Weidetiere und verhinderten so die Ausbreitung von Krankheiten.

Silberdachse seien viel im Untergrund und viel nachts unterwegs, darum sei wenig über ihr Verhalten bekannt, erklärt Frehner. 

dpa

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