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Der Weißstorch ist ein sehr seltener Brutvogel. Einige Brutpaare sind am südlichen Ammersee daheim – das Vogelparadies Bayerns. Mit 135 verschiedenen Brutvögeln, darunter 38 gefährdete Arten, wurde hier die höchste Artendichte gefunden.

Erster bayerischer Brutvogel-Atlas in München vorgestellt

Volkszählung der Vögel

Fünf Jahre lang haben 698 ehrenamtliche Ornithologen (Frauen wie Männer) in Bayern die Brutvögel gezählt. Über 75 000 Stunden waren die Freiwilligen im Gelände unterwegs und haben dokumentiert, welche Vögel, wo wohnen und brüten.

Die Ergebnisse wurden im Atlas für Brutvögel dokumentiert und nun vom Bayerischen Landesamt für Umwelt in München vorgestellt. Insgesamt sind 207 Arten in Bayern heimisch. Die Karten- und Zahlensammlung wird Naturschützern und Politikern bei der Planung von Projekten helfen, wenn es z.B. darum geht, den Standort für Windkrafträder festzulegen.

Brutvögel gelten zudem als Indikatoren für den Zustand der Umwelt. Sie zeigen an, wo es Probleme gibt: So schwindet die Artenvielfalt auf dem Land weiter. Die Zahlen belegen aber auch, dass Artenschutzprogramme helfen. Der Bestand des Weißstorches hat sich dadurch von 1998 bis 2009 von 124 auf 189 Brutpaare erhöht! Die tz stellt die interessantesten Fakten vor:

Häufige Vögel in Bayern

Vogelart

Zahl der Brutpaare

Verbreitung

Amsel

810 000 – 2 050 000

99,71 %

Buchfink

760 000 – 2 050 000

98,96 %

Star

495 000 – 1 250 000

97,10 %

Goldammer

495 000 – 1 250 000

93,67 %

Kohlmeise

455 000 – 1 200 000

99,80 %

Seltene Vögel in Bayern

Vogelart

Zahl der Brutpaare

Verbreitung

Zebrafink

0 - 2

nur 1 Mal gezählt

Steinrötel

2 - 5

nur 1 Mal gezählt

Brachpieper

1

nur 1 Mal gezählt

Sumpfohreule

0 - 3

nur 1 Mal gezählt

Seeadler

6 -7

nur 1 Mal gezählt

Große Verlierer

Vogelart

Zahl der Brutpaare

Verbreitung

Steinschmätzer

50 - 60

- 72,1 %

Wiedehopf

9 -10

- 69,2 %

Haubenlerche

45 - 70

- b67,2 %

Karmingimpel

60 - 90

- 58,3 %

Ziegenmelker

90 - 160

- 47,2 %

Große Gewinner

Vogelart

Zahl der Brutpaare

Verbreitung

Wiesenweihe

173

+ 247,6 %

Kolbenente

300 - 410

+ 158,3 %

Wanderfalke

210 - 230

+ 124,2 %

Uhu

420 - 500

+ 83,9 %

Weißstorch

189

+ 64,8 %

82 Arten (39,6%) aller bayerischen Vögel gelten als gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Dagegen sind nur 36 Arten weit verbreitet. Die Kohlmeise kommt zwar fast überall vor, ist aber in der Häufigkeit nur an 5. Stelle. Während die seltenen Vögel genau gezählt wurden, wurde die Zahl der Allerweltsvögel aufgrund von Beobachtungen geschätzt.

Durch den Vergleich mit dem vor sieben Jahren erschienenen Vorgänger des Brutvogelatlas‘ können Veränderungen im besiedelten Areal gemessen werden. Größte Verlierer sind Vögel, die landwirtschaftliche Brachen und Trockenlebensräume besiedeln. Die größten Gewinner profitieren von Schutzprogrammen. Ein gutes Argument für weitere Projekte.

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