+
Zeit zum Gassigehen – und zwar am besten mit Leine. In Bayern gilt zwar keine generelle Leinenpflicht, doch Gemeinden können ihre eigenen Regeln schaffen. 

Was Hundehalter wissen sollten

Wann der Hund an die Leine muss

  • schließen

Gefährte, Freund, Familienmitglied: In jedem fünften Haushalt lebt ein Hund. Was mancher Tierfreund vergisst: Mit einem Vierbeiner kommen auch Verpflichtungen auf den Halter zu. Wir erklären, was Hundebesitzer wissen sollten: Von der Steuer über die Leinenplicht bis hin zum letzten Geleit.

Seit Jahrtausenden gelten Hunde als treue Gefährten des Menschen. Dabei hat sich ihre Rolle in den vergangenen Jahren stark verändert. Galten Vierbeiner lange zuallererst als Arbeitshelfer und Beschützer von Haus und Hof, werden Bello und Co. heute vielmehr als Freunde und Familienmitglieder gesehen – und auch so behandelt. Rund acht Millionen Hunde leben mittlerweile in deutschen Haushalten – Tendenz steigend. Die Entscheidung, sich einen Hund ins Haus zu holen, sollte allerdings wohlüberlegt sein. Neben Kosten kommen auch allerlei rechtliche Verpflichtungen auf den Hundehalter zu. Im zweiten und letzten Teil unserer Serie geht es um die Pflichten des Halters, seinen Hund anzuleinen – und Hinterlassenschaften zu beseitigen. Wir erklären Besonderheiten bei der Haltung von Kampfhunden – und welche Möglichkeiten es gibt, Hunde zu bestatten.

Leinenpflicht

Streitpunkt Nummer eins zwischen Hundehaltern und anderen Bürgern ist die Frage, ob der Hund an die Leine muss – oder frei laufen darf. Da es dazu eine Fülle unterschiedlicher Regeln gibt, ist diese Frage gar nicht so einfach zu beantworten. Zunächst einmal gilt: für „Wald und Flur“ sind die einzelnen Bundesländer zuständig. Im Gemeindegebiet bestimmt dagegen die Kommune die Regeln; sie kann neben einer Leinenpflicht auch einen Maulkorbzwang (etwa für einzelne Rassen) verhängen.

Für Hunde besteht in Bayern sowohl im Wald als auch in der Landschaft zunächst einmal kein Leinenzwang. Einschränkungen und Sondervorschriften gibt es für das Betreten von Landschafts- und Naturschutzgebieten. Zudem dürfen Hundebesitzer ihre Tiere nicht unbeaufsichtigt frei laufen lassen. Innerhalb geschlossener Ortschaften gelten maximal 20 Meter Entfernung als Richtwert – außerhalb des Ortes bis zu 50 Meter.

Jeder Hundehalter sollte sich darüber hinaus zu den Regeln der Gemeinde, in der er lebt, informieren. In München etwa gilt seit 2013 ein weitreichender Leinenzwang für große Hunde (Schulterhöhe über 50 Zentimeter; außerdem alle Hunde der Rassen Schäferhund, Boxer, Deutsche Dogge und Dobermann). Innerhalb des Altstadtrings, in Fußgängerzonen und in der Nähe von Kinderspielplätzen müssen diese Hunde angeleint werden. Eine generelle Anleinpflicht für alle Hunde gilt zum Beispiel im Westpark. Die Stadt bietet eine App fürs Smartphone an (zamperl-app.de), die über eine Kartenfunktion informiert, in welchen Bereichen im Stadtgebiet Leinenpflicht gilt.

Wichtig: Wer sich nicht an die jeweilige Leinenpflicht hält, riskiert, dass die Versicherung (falls abgeschlossen) bei Schäden nicht zahlt.

Gefährliche Hunde

Für sogenannte Kampfhunde gelten strengere Regeln bezüglich Leinen- und Maulkorbpflicht, die ebenfalls von den Kommunen festgelegt werden. Laut bayerischer Kampfhundeverordnung gelten fünf Rassen als Kampfhunde: Pit-Bull, Bandog, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Tosa-Inu sowie alle Kreuzungen dieser Rassen. Bei weiteren 14 Rassen (unter anderem Rottweilern) werden Kampfhundeigenschaften vermutet. Mit einem sogenannten Negativzeugnis müssen Halter bestätigen, dass ihr Hund weder gefährlich noch aggressiv ist und somit keine Gefahr für die Öffentlichkeit darstellt.

Generell gilt, dass wer in Bayern einen Kampfhund halten will, die Erlaubnis seiner Wohnsitzgemeinde braucht (Art. 37 Landesstraf- und Verordnungsgesetz – LStVG). Eine solche Erlaubnis wird nur in Ausnahmefällen erteilt. Auch die Zucht von Kampfhunden ist in Bayern verboten. Die Haltung eines Kampfhundes ohne gemeindliche Erlaubnis kann mit einer Geldbuße bis zu 10 000 Euro, die Züchtung mit einer Geldbuße von bis zu 50 000 Euro geahndet werden.

Hinterlassenschaften

Manche Hundebesitzer sind der Meinung, sie müssen die Hinterlassenschaften ihres Vierbeiners nicht einsammeln – schließlich zahlen sie Hundesteuer. Das ist (auf Straßen und öffentlichen Plätzen) nicht richtig. Satzungen zahlreicher Kommunen sehen eine Pflicht vor, den Hundekot auf Straßen sowie öffentlichen Flächen wie Liegewiesen und Kinderspielplätzen zu entfernen. Laut Bußgeldkatalog werden in Bayern 20 bis 150 Euro fällig, wenn Hundekot an öffentlichen Plätzen hinterlassen wird. Gemeinden können aber auch davon abweichende Bußgelder verhängen.

Krankenversicherung

Wenn Haustiere zum Arzt müssen, kann das teuer werden. Deswegen gibt es mittlerweile auch Krankenversicherungen für Hunde. Sie funktionieren grundsätzlich wie beim Menschen: Im Krankheitsfall zahlt die Versicherung für Tierarzt, Untersuchungen und Nachsorge. Dabei können Halter entscheiden, ob sie eine Police abschließen, die sämtliche Kosten trägt – also auch für die Vorsorge (etwa Impfungen) auskommt, oder ob nur im Krankheitsfall gezahlt werden soll. Danach richten sich die Beiträge; aber auch Alter und Rasse spielen eine Rolle.

In Deutschland bietet lediglich eine Handvoll Versicherer eine Hunde-Krankenversicherung an. Das Angebot ist also überschaubar. Im Test der Stiftung Warentest (Februar 2016) schnitt zuletzt allerdings kein Tarif gut ab. Entweder waren die Beiträge hoch oder die Leistungen stark beschränkt. Halter sollten sich überlegen, lieber selbst Geld für den Notfall zur Seite zu legen. Wer dennoch einen Vertrag abschließen möchte, dem rät die Stiftung, darauf zu achten, dass die Deckungssumme ausreichend hoch ist. Außerdem sollte man Tiere möglichst jung versichern – dann sind die Beiträge niedriger.

Bestattung

Stirbt der Hund, ist die Bestürzung oft groß. Ein Begräbnis kann bei der Trauerarbeit helfen. Für Halter gibt es mittlerweile viele Angebote, wie sie ihrem Vierbeiner das letzte Geleit geben können. Wer einen eigenen Garten hat, kann unter Umständen den verstorbenen Hund dort begraben. Möglich ist das allerdings nur, wenn der Garten nicht in einem Wasserschutzgebiet liegt – und das Tier nicht an einer übertragbaren Tierseuche erkrankt war. Außerdem sollte das Gelände nicht zu nah an öffentlichen Plätzen oder Wegen liegen. Und das Tier muss mindestens eine halben Meter tief in der Erde vergraben werden. Im nahe gelegenen Waldstück dürfen Haustiere dagegen nicht begraben werden. Das gilt als Ordnungswidrigkeit.

Wer erwischt wird, muss mit einem Bußgeld rechnen. Auch die Entsorgung im der Mülltonne ist aus hygienischen Gründen verboten. Alternativen für eine würdevolle Bestattung bieten Tierfriedhöfe und Tierkrematorien. Bei einer Einäscherung müssen Hundebesitzer mit Kosten von 200 Euro aufwärts rechnen. Auf dem Tierfriedhof variieren die Preise je nach Grab-, Bestattungsart und Liegezeit. Eine letzte Möglichkeit bietet die kommunale Tierkörperbeseitigung. In München kümmert sich darum der Abfallwirtschaftsbetrieb.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Hunde nur alle zwei Wochen waschen
Auch wenn es das Fell angenehmer riechen lässt, sollten Halter ihre Hunde nicht zu häufig mit Shampoo waschen. Dies kann beim Tier zu Hautproblemen führen.
Hunde nur alle zwei Wochen waschen
Schiefer Kopf und Augenzucken beim Hund - was tun?
Ältere Hunde können eine Art "Schlaganfall" bekommen. Doch nur die Symptome für das Vestibular-Syndrom ähneln denen eines Schlaganfalls. Hundebesitzer sollten das Tier …
Schiefer Kopf und Augenzucken beim Hund - was tun?
Goffin-Kakadus halten mit Kleinkindern mit
Goffin-Kakadus nutzen Werkzeuge, um komplexe Probleme zu lösen. Das können nur wenige Tiere. Die Papageien bewahren sogar Hilfsmittel auf und verwenden sie erneut.
Goffin-Kakadus halten mit Kleinkindern mit
Welche Fische ins Riffaquarium gehören
Wer an ein Aquarium denkt, hat viele verschiedene Fische im Kopf, die im Wasser umhertollen. Doch nicht alle Fischarten vertragen sich miteinander. Das sollten vor …
Welche Fische ins Riffaquarium gehören

Kommentare