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Ein vierfaches Wau auf den Welthundetag: Dieser Mittwoch steht ganz im Zeichen der Vierbeiner.

Kabarettistin Kinseher hat jetzt einen Dackel

Zum Welthundetag: Geheimnisse rund um die Vierbeiner und Tipps vom Hundetrainer

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An diesem Mittwoch ist Welthundetag. Den begehen wir gebührend mit einem Artikel rund um die Vierbeiner. Hier kommen Münchner Hundeliebhaber wie Luise Kinseher und ein Hundetrainer zu Wort. Außerdem lüften wir zehn Geheimnisse rund um die Vierbeiner.

München - Sie begleiten uns auf Schritt und Tritt, hören zu, wenn es uns schlecht geht und diskutieren nicht. Ja, Hunde sind ein Geschenk! In München stehen über 36.000 Zamperl ihren Herrchen und Frauchen täglich treu zur Seite. Nicht zu vergessen: Blinden- und Wachhunde sorgen vielerorts für Sicherheit, andere Vierbeiner retten Leben. Am Welthundetag an diesem Mittwoch erklären wir, wie man sein Zamperl noch besser versteht. Denn Hunde haben ihre eigene Sprache. Ehrlich! Ein Experte verrät in der tz die Geheimnisse der Hundewelt. Außerdem stellt Kabarettistin Luise Kinseher ihre neue Liebe vor - Dackel Graf Gustl.

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Interview mit Münchner Hundetrainer

Uwe Planer (58) ist Hundetrainer aus München. Im tz-Gespräch verrät er die Sprache der Hunde.

Herr Planer, was sind die häufigsten Fehler von Hundehaltern?

Uwe Planer: Oft ist die Erwartungshaltung an den Hund viel zu hoch. Verhaltensprobleme eines Hundes haben sehr oft ihren Ursprung darin, dass die Beziehung zwischen Hund und Halter nicht auf festen Säulen steht und das Vertrauen nicht da ist.

Welche Probleme können sich ergeben?

Planer: Viele Hundehalter kommen zu mir, weil ihr Hund auf der Straße beim Gassigehen aggressiv gegen andere Hunde ist. Die Gründe sind vielfältig. Oft sehe ich, dass ein Halter seinen Hund an der Leine ruckartig nach hinten zieht, wenn er einen anderen Hund sieht. Wenn der Hund ein Halsband trägt, tut ihm das weh. Diesen Schmerz überträgt er auf das, was er sieht: einen anderen Hund. Er lernt also: Wenn ein anderer Hund kommt, ist das mit Schmerz verbunden. Seine Reaktion verstärkt sich.

Welche anderen Gründe gibt es für Leinenaggression?

Planer: Der Hund kann zum Beispiel schlechte Erfahrungen gemacht haben - er wurde mal gebissen. Läufige Weibchen sind oft aggressiv gegenüber Rüden. Es bedarf viel Training, dieses Verhalten nach der Läufigkeit wieder wegzukriegen.

Woran erkenne ich, dass ein Hund aggressiv ist?

Planer: Er hat die Rute eingeklemmt, geht rückwärts, legt die Ohren an und ist in gebückter Körperhaltung. Wenn er die Zähne fletscht, sollte man nicht weiter auf ihn zugehen. Aus einer Angstsituation kann eine Angriffssituation werden. Etwa, wenn sich zwei nicht kastrierte Rüden begegnen.

Kennt sich mit Vierbeinern aus: Uwe Planer ist Hundetrainer.

Aber wenn er mit dem Schwanz wedelt, ist er freundlich, oder?

Planer: Es ist ein Zeichen von Aufregung. Es kann ins Negative umschlagen, muss aber nicht. Da muss man den Hund beobachten. Beschwichtigungssignale gehen von ihm aus, wenn er eine Pfote leicht anhebt, den Kopf leicht zur Seite dreht und sich über den Fang leckt. Das heißt: Es gibt keinen Stress.

Wie äußert sich, wenn ein Hund nicht ausgelastet ist?

Planer: Er kann ungehalten sein, und beim Freilaufen weit weglaufen. Kopfarbeit wie Apportiertraining oder Fährtenarbeit können helfen, den Hund auszulasten.

Warum bellen viele Hund, wenn sie allein daheim sind?

Planer: Das ist Trennungsangst, eine der schwierigsten zu therapierenden Thematiken. Ein Hund bellt, jault und macht sogar Gegenstände kaputt. Der erste Schritt bei der Trennungsangst ist übrigens, das Verhältnis zwischen Hund und Halter zu festigen - der Halter muss immer absolut souverän auftreten. Erst dann kann man in ganz kleinen Schritten - erst sekundenweise Abwesenheit, dann Minuten - fern bleiben. Hier liegt die schon erwähnte Erwartungshaltung bei vielen Haltern oft zu hoch.

Interview: Daniela Schmitt

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10 Geheimnisse über Hunde

  1. Hunde sind in der Lage, bis zu 250 Wörter und Gesten verstehen und deuten zu können.
  2. Eine Person, die einen Hund bei sich hat, wird automatisch als attraktiver eingestuft.
  3. Einige Hunde haben die Fähigkeit, Krankheiten wie Krebs oder Diabetes erschnüffeln zu können.
  4. Windhunde können Geschwindigkeiten bis zu 110 km/herreichen und können es damit fast mit Geparden, den schnellsten Tieren der Welt aufnehmen.
  5. Nasse Hunde schleudern in nur vier Sekunden rund 70 Prozent der Feuchtigkeit wieder aus ihrem Fell heraus.
  6. Die Welpen von Dalmatinern kommen weiß zur Welt und entwickeln ihr gepunktetes Fell erst im Laufe ihrer Entwicklung.
  7. Der Geruchssinn eines Hundes ist 10.000 bis 100.000 mal feiner und besser, als der des Menschen.
  8. Wenn Sie die Haare vom Pudel wachsen lassen, bilden sich Dreadlocks. 
  9. Hunde trinken indem die Rückseite ihrer Zungen sich zu kleinen Bechern formt.
  10. Der durchschnittliche Hund ist so intelligent wie ein zwei bis drei Jahre altes Kind.

So kommunizieren Münchner Hundefreunde mit ihren Vierbeinern

„Wenn ich sehe, dass Cooper langsam durchs Gras streift, beobachtet er meisten einen anderen Hund, mit dem er spielen will. Zum anderen schaut er einen beim Essen penetrant an, um zu symbolisieren, dass er etwas haben will.“
Gabriele Wuttke (49), Hausfrau mit Cooper (6) aus München

Gabriele Wuttke mit Cooper (6).

„Mein Pauli ist schon etwas durchgeknallt. Wenn ich einen Koffer packe, sitzt er die ganze Zeit neben dem Koffer und schaut mich fast böse an. Er will nicht, dass ich gehe. Und wenn er bellend vor mir steht, will er Aufmerksamkeit.“
Anna-Caroline Wöhr (53), Tierärztin mit Pauli (2) aus München 

Anna-Caroline Wöhr mit Pauli (2).

„Lilou schleckt sich die Lippen und rennt in die Küche, wenn sie Essen will. Typisch ist auch, dass sie sich vor die Tür legt, wenn wir im Zeitstress sind und anfangen, unsere Sachen zusammenzupacken - sie will nicht das wir gehen.“
Konstantin Krauss (33), Unternehmer mit Lilou aus München

Konstantin Krauss mit Lilou.

„Ich und Unix sind wie ein altes Ehepaar: Ich weiß, was sie will und sie weiß, wie sie es bekommen kann. Nach dem Abendessen will sie meistens noch was zum Kauen. Dann rennt sie zur Tür, hinter der das Teil der Begierde verstaut ist.“
Aliki Busse (52), Rechts­anwältin mit Unix (10) aus München


„Wenn wir zwei Stunden nicht Zuhause waren, wackelt er beleidigt in sein Körbchen und ignoriert einen erstmal. Und am Ende des Spaziergangs wird er langsamer, weil er weiß, dass der Ausflug zu Ende geht.“
Rolf Blößl (76), Unternehmer und Wally Hübers (54), Krankenschwester mit Carlos (10)


Wie Kabarettistin Luise Kinseher auf den Dackel kam

Luise Kinsehers neue Liebe hat braune Augen, einen verträumten Blick und steht voll auf Schmusen. Auf den Namen Graf Gustl hört der Frauenheld, mit vollem Namen „August von Scheibing“. Dieser Aristokrat ist ein zehn Wochen alter Kurzhaardackel.

Die 49-jährige Kabarettistin hat ihn vor etwas mehr als einer Woche beim Züchter in Niederbayern abgeholt, nun lebt der kleine Graf mit ihr in München. Auf den Namen Gustl kam Luise Kinseher wegen Gustl Bayrhammer († 1993), dem legendären bayerischen Volksschauspieler und Dackel-Liebhaber. „Doch dann hatte mein Gustl so eine aristokratische Ausstrahlung. Gustl ja - aber das ist ein Graf, dachte ich mir.“

Graf Gustl bietet auch großen Hunden die Stirn

Seit ihrer Kindheit liebt Kinseher Dackel. Als sie vor Kurzem das Dackelmuseum in Passau besucht hat, kam sie auf den Gedanken, selbst eine Dackel-Ersatzmama zu werden. „Es heißt ja immer, sich einen Dackel anzuschaffen, ist keine Vernunftsentscheidung“, sagt die Kabarettistin und lacht. So war der Beschluss schnell gefallen. Und nun ist ihr Graf Gustl bei ihr eingezogen. Sehr neugierig und aufgeweckt ist der Welpe. „Er passt sehr gut zu mir, denn er ist sehr selbstbewusst. Da kann ihm noch so ein großer Hund begegnen - den knurrt er an“, erzählt Kinseher.

Durchaus typisch für die Rasse, wie Vorstand Monika Hoffmann (50) von der Sektion München des Bayerischen Dachshundklubs bestätigt. Ein Dackel habe eben einen sehr eigenen Willen: „Es ist ein sehr denkfähiger Hund. Er wurde schließlich dafür gezüchtet, bei der Jagd selbstständig zu entscheiden.“

Gestatten - Graf Gustl: Luise Kinseher präsentiert stolz ihre neue Liebe.

Dackel galt als spießig und so nahm sein Bestand ab

Und mit seinem Stursinn passt die liebenswerte Wurst auf vier Beinen perfekt zum Münchner. Dem wird ja auch nachgesagt, nicht immer ganz einfach zu sein. Obwohl der Zamperl ein Maskottchen für die Stadt ist, nahm der Bestand über die Jahre ab. Der Dackel galt als spießig, ab den 80er-Jahren waren eher Langbeiner wie der Dalmatiner in.

Doch seit ein paar Jahren freut sich der Bayerische Dachshundklub wieder über mehr Mitglieder: In München sind es derzeit 180, wie Vorstand Monika Hoffmann berichtet.

Auch Luise Kinseher findet: „Der Dackel gehört zu München. Wir müssen es aufhalten, dass die Stadt zu einem kalten Investitionsobjekt wird.“ Ein Dackel, der sei nicht nur was für etwas beleibte Bierdimpfel. „Dackel machen glücklich, heißt es doch so schön.“

„Mama Bavaria“ geht beim „BR“ in Serie

Glücklich ist die Kabarettistin noch aus einem anderen Grund: Nach einer Pilotfolge hat sie vom „BR“ grünes Licht bekommen, dass weitere Folgen ihrer Sendung „Mama Bavaria“ geplant sind. Als solche trat Kinseher am Nockherberg auf, bis sie heuer ihren Abschied verkündete.

In der Sendung tritt Kinseher als Solo-Kabarettistin auf, empfängt aber auch Gäste aus Politik und Gesellschaft. Sendeplatz: am Donnerstag nach „quer“, im Wechsel mit anderen Kabarettisten.

Und auch Dackel Gustl wird eine Rolle spielen: Kinseher wird von ihm erzählen - und wenn der werte Herr mag, dann darf er vielleicht sogar selbst auftreten.

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Ramona Weise

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