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Katzen dürfen auch in Vogelgrippe-Gebieten durch die Gegend streunen. Foto: Patrick Pleul

Schutz vor H5N8

Katze, Huhn und Mensch: Wie gefährlich ist die Vogelgrippe?

Am Bodensee wurde bei Wildvögeln die Vogelgrippe nachgewiesen. Dürfen dort eigentlich Katze, Huhn und Ente noch ins Freie? Und kann man sich ohne Bedenken die Martinsgans schmecken lassen?

Konstanz (dpa) - Bei Wildvögeln am Bodensee ist eine gefährliche Vogelgrippen-Variante vom Typ H5N8 nachgewiesen worden. Was bedeutet das für den Menschen, seine Haustiere - oder auch den Genuss von Martinsgänsen?

Sollten Hunde und Katzen zu Hause bleiben?

Haustiere wie beispielsweise Katzen dürfen auch weiterhin frei durch die Gegend streunen. Bislang gebe es dazu keine "Reglementierung", sagte ein Sprecher des Landratsamtes in Konstanz. "Da wird noch nichts eingeschränkt." Bei der Behörde im benachbarten Bodenseekreis heißt es zudem, es sei noch keine Übertragung der Vogelgrippe von einer Katze auf den Menschen nachgewiesen worden. Auch Erkrankungen von Hunden seien bislang nicht beschrieben, teilte das Landratsamt mit. "Ein Kontakt mit toten Wasservögeln sollte aber vorsorglich vermieden werden. Außerdem wird empfohlen, im Uferbereich Hunde an der Leine zu führen."

Können sich Menschen anstecken?

Die Ansteckungsgefahr für den Menschen besteht nach Angaben von Experten nicht - zumindest nicht für den am Bodensee nachgewiesenen hochpathogenen Erreger H5N8. Es gebe bislang keine Nachweise für eine Übertragung dieses Erregers auf den Menschen, sagt beispielsweise der Präsident des Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (Friedrich-Loeffler-Institut) auf der Ostseeinsel Riems, Thomas C. Mettenleiter.

Kann man die Martinsgans bedenkenlos essen?

Auch die Martinsgans können Verbraucher unbedenklich essen, heißt es beim Agrarministerium. Gänse aus dem Nutztierstall würden bei der Schlachtung überprüft, sagte eine Sprecherin der Behörde. Es gebe Fleischkontrollen bei den Veterinäramtern - und wenn es Auffälligkeiten gebe, komme die Ware gar nicht erst in den Verkauf. "Was im Regal liegt, ist untersucht und kontrolliert, da muss sich der Verbraucher keine Sorgen machen."

Ist die Vogelgrippe immer gleich gefährlich?

Nein. Es gibt niedrigpathogene (gering krankmachende) und hochpathogene (stark krankmachende) Varianten und verschiedene Subtypen. Gefährlich können die Influenzaviren der Subtypen H5 und H7 werden. Geringpathogene Influenzaviren dieser beiden Subtypen verursachen bei Hausgeflügel kaum oder nur milde Krankheitssymptome. Allerdings können diese Viren zu einer hochpathogenen Form der klassischen Geflügelpest (Vogelgrippe) mutieren. Die Krankheit ist für Hausgeflügel hochansteckend und verläuft mit schweren allgemeinen Krankheitszeichen. Aktuell haben wir es in Deutschland mit einem hochansteckenden Erreger zu tun.

Wie kann die Vogelgrippe nach Deutschland kommen?

Wildlebende Wasservögel sind das natürliche Reservoir für die niedrigpathogenen Vogelgrippe-Erreger. Es ist davon auszugehen, dass Zugvögel das Virus großflächig verbreiten. Der aktuelle Ausbruch steht nach Einschätzung des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI), des Bundesforschungsinstituts für Tiergesundheit, im Zusammenhang mit dem Vogelzug. Der Import von infiziertem Futter oder Eiern spielt demnach bei den aktuellen Fällen im Wildvogelbereich eher keine Rolle. Bei jedem Ausbruch bei Nutzgeflügel werden laut FLI mögliche Eintragungsquellen wie Futter und Einstreu untersucht. Ist der Erreger in der Wildvogelpopulation vorhanden, kann er direkt und indirekt - etwa über den Kot infizierter Wildvögel - übertragen werden. Daher sollte Futter für Nutzgeflügel nicht frei gelagert werden. Wildvögel sollten keinen Zugang zum Trinkwasser von Nutzgeflügel haben und Menschen über Seuchenmatten Ställe betreten.

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