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Eines der Fuchswelpen aus dem Finanzgarten.

Zwei rührende Fälle

Wildtiere in der Stadt: Fuchs, du hast mein Herz gestohlen

München - Sowohl im Finanzgarten als auch auf dem Gelände eines ­Pasinger Autohauses haben sich Anwohner und Passanten zuletzt über Fuchswelpen gewundert. Einige der Kleinen sind jetzt in der Obhut von Tierschützern, ein paar durften aber auch vor Ort bleiben.

Fuchs-Babys, die die ersten Tage ihres Lebens mitten in der Stadt verbracht haben – alles andere als Wildnis! Aber alle sind Meister im Herz-Erobern...

Fuchswelpen bei Autohändler in Pasing

Hinter dem Lagercontainer, zwischen Autoreifen und Gebüsch, haben sie Zafer Öztürk (43) mit großen Augen angeschaut: Acht Fuchswelpen, die im Hof des Autohändlers in der Bodenseestraße 200 (Pasing) eingezogen sind. Öztürk beobachtete die Fuchswelpen, aber nie sah er eine Mutter. Schließlich rief er beim Tierschutzverein an. Zwei Füchse waren geschwächt, ihre Augen entzündet. Experten vom Tierschutzverein fingen die beiden ein und brachten sie zu Familie Schelle nach Weßling. Hier, in der Wildtierauffangstation, werden die sechs Wochen alten Füchse versorgt. Die Familie hat langjährige Erfahrung mit Wildtieren und einen großen Zwinger mit Auslauf. „Wir haben sie gebadet, jetzt bekommen sie Rindfleisch. Die gefrorenen Küken rühren sie noch nicht an, aber das ist am Anfang immer so“, sagt Klara Schelle (76). In zwei Monaten, wenn sie wieder bei Kräften sind, werden die Füchslein ausgewildert.

Zafer Öztürk rief die Experten vom Tierschutzverein an, nachdem er die Füchse beobachtet hatte.

In der Bodenseestraße wurde derweil die Mutter per Infrarot-Kamera gesichtet. In der Nacht kümmert sie sich um die anderen Kleinen. „Die sechs bleiben bei ihrer Mutter, sie sind gesund und nicht so schwach wie die zwei Füchse, die wir eingefangen haben“, sagt Öztürk. Judith Brettmeister vom Tierschutzverein lobt den Einsatz des Autohändlers: „Er hat richtig reagiert. Schauen Sie, ob die Jungtiere gesund aussehen. Wenn nicht, beobachten Sie die Tiere aus der Ferne und fassen Sie sie auf keinen Fall an.“ Die sechs verbliebenen Füchslein werden mutiger – sie trauen sich weiter raus. Und mancher Kunde hat beim Autokauf schon in die neugierigen Augen eines Fuchses geschaut...

Die Süßen vom Finanzgarten

Jutta Jakob.

In ein paar Monaten wird Jutta Jakob (52) die Tür vom Fuchsgehege aufmachen. Dann werden die vier kleinen Füchse den nahen Wald erkunden und zum Fressen nach Hause kommen – und irgendwann werden sie dann nicht mehr wiederkommen … Jutta Jakob ist die Ziehmama der Fuchswelpen aus dem Finanzgarten. Anfang Mai hatten Feuerwehrler und der Münchner Tierschutzverein die Waisenfüchse gerettet. Die Mutter war tot, die Füchslein so hungrig, dass sie an der Mutter nagten.
Etwa 3000 bis 4000 Füchse leben in München. Laut Kreisverwaltungsreferat geht von ihnen keine Gefahr aus. Nur sechs Münchner waren seit 2001 vom Fuchsbandwurm befallen. Weil das so wenige sind, werden die Füchse nicht entwurmt.

Was nun die Füchse aus dem Finanzgarten angeht: Sie leben jetzt bei Frau Jakob in einem großen, ausbruchsicheren Gehege in der Nähe von Landshut. Namen haben sie nicht, sie sind ja Wildtiere. Jutta Jakob hat sie trotzdem ins Herz geschlossen. „Ich habe auch Hunde, aber Füchse werden viel schneller erwachsen. Man kann ihnen beim Wachsen und Lernen zusehen“, sagt die Tierschützerin. Fünf Wochen sind die Welpen alt, im Sommer sind sie erwachsen. Dann macht Jutta Jakob die Gehege-Tür auf.

Jasmin Menrad

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