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Interessiert verfolgen die Orang-Utan-Damen Conny (l) und Sinta (r) am 02.06.2016 in der Wilhelma in Stuttgart (Baden-Württemberg) Videos von Orang-Utan-Mann Gempa, die ihr die Pflegerin Lesley Kirchner vorspielt. Kirchner begleitet sie in den belgischen Zoo Pairi Daiza und hilft einige Tage bei der Eingewöhnung.

„Jetzt warten wir auf positiven Schwangerschaftstest“

Orang-Utans aus Stuttgart durch Video-Dating verkuppelt

Stuttgart - Die modernen Formen der Partnersuche machen auch vorm Tierreich nicht Halt. Orang-Utans versuchten es in der Wilhelma in Stuttgart mit Video-Dating - nun gibt es erste Erfolge.

Mit Video-Dating hat die Stuttgarter Wilhelma erfolgreich zwei Orang-Utans verkuppelt. „Worauf wir jetzt als nächstes warten, ist ein positiver Schwangerschaftstest“, sagte Zoologin Marianne Holtkötter in Stuttgart. Konkret geht es dabei um Affendame Sinta, die im Frühsommer nach einem Kennenlernen über Filmschnipsel zu Männchen Gempa nach Belgien gebracht worden war. Am Anfang seien beide noch schüchtern gewesen. „Aber dann war es so, dass Gempa von Sinta einfach gar nicht mehr wegwollte.“

Eine zweite Affendame namens Conny war im Juni ebenfalls mithilfe von Video-Dating in den Hamburger Tierpark Hagenbeck zu Männchen Tuan gebracht worden. Holtkötter: „Tuan hat sie noch nicht gedeckt.“ Allerdings habe Conny bei ihrer Abreise in Stuttgart auch noch keinen Zyklus gehabt.

Wilhelma hat nach eigenen Angaben Neuland betreten

Die Wilhelma hat mit der unkonventionellen Partnersuche für die Tiere nach eigenen Angaben Neuland betreten. Der zoologisch-botanische Garten hofft, dass Sinta und Conny mit ihrer Partnerwahl zum Erhalt der seltenen Menschenaffenart beitragen. Wissenschaftler unterscheiden bei Orang-Utans zwischen den Unterarten Sumatra-Orang-Utan und Borneo-Orang-Utan. Nach Angaben der Umweltorganisation WWF liegt der Bestand insgesamt bei rund 63 500 Tieren.

Warum man ausgerechnet Orang-Utans mit Filmschnipseln verkuppelt hat? „Orang-Utans sind anders als andere Menschenaffen“, erklärt Kuratorin Holtkötter. „Sie sind sensibel und anders beobachtend.“ Auch für ihre Pfleger entwickelten sie Sympathien oder Antipathien. Daher könne es für die Zucht sinnvoll sein, sie ihre Partner selbst wählen zu lassen. Man erhoffe sich „noch höhere Nachwuchsraten, wenn Weibchen einen Partner haben, den sie auch wirklich mögen“.

Männchen Gempa habe Sinta bereits nach wenigen Wochen gedeckt. „Das tut er seitdem regelmäßig“, sagte Holtkötter. Das sei ein Beispiel, dass das Video-Dating funktioniert habe. „Aber das ist nicht der Beweis.“

Über Wohl und Wehe entscheidet beim Anbandeln übrigens der Körperkontakt, wie die Expertin erklärte. „Sie bilden ein Knäuel und halten sich fest.“ Wie sich das anfühle, entscheide dann auch darüber, ob sich beide am Ende gar nicht mehr loslassen wollen.

dpa

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