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Elefanten  sind bedroht, 2013 wurden 50 000 Tiere gewildert – wegen des Elfenbeins.

Mutiger Vorstoß der britischen Thronfolger

William will Elfenbein der Queen zerstören

Sie sind für ihre eigene Jagdleidenschaft bekannt, doch jetzt wollen die britischen Thronfolger als Tierschützer etwas bewegen: Prinz Charles  (65) hat mit seinen Söhnen William  (31) und Harry  (29) eine Konferenz in London gegen die Wilderei in Afrika organisiert.

Die Prinzen luden mit Unterstützung der britischen Regierung Vertreter aus aller Welt ein, um Elefanten vor dem illegalen Elfenbeinhandel zu schützen. Prinz William sorgte für Aufsehen: „Ich werde das gesamte Elfenbein aus dem Buckingham-Palast entfernen und zerstören lassen“, erklärte er unter viel Applaus. Es handelt sich um 1200 Geschenke, darunter einen Thron aus Elfenbein, den Indienim Jahr 1851 Queen Victoria übergeben hatte, sowie Vasen, Fächer und Möbelstücke.

Königin Elizabeth hat nicht gesagt, ob sie mit einer Schredder- Aktion ihrer Schätze einverstanden wäre. Artenschutzverbände begrüßen die Aktion jedoch: „Dadurch könnte das Problem der Wilderei und des Elfenbeinhandels viel Aufmerksamkeit bekommen. Letztlich geht es darum, diese Dinge zu ächten und zu zeigen, dass sie ein Tabu sind.“, sagt Daniela Freyer von der Artenschutzorganisation Pro Wildlife im tz-Gespräch (siehe unten). Daheim in Clarence House hat William alle Elfenbeingegenstände ausgemistet.

Jedes Jahr werden in Afrika Zehntausende Elefanten gewildert, genaue Zahlen gibt es nicht. Aber manchmal schlachten Wilderer Hunderte Tiere auf einmal ab. Im Jahr 2013 wurden bei 18 Großbeschlagnahmungen mindestens 42 Tonnen Elfenbein sichergestellt. Die Dunkelziffer liegt weit höher. Ähnlich erschreckend sind die Daten bei Nashörnern. Südafrika hat im letzten Jahr 1000 Nashörner durch Wilderei verloren. Dabei werden die Tiere von den Wildhütern gut bewacht. Die Wilderei ist zum Milliardengeschäft einer internationalen Mafia geworden.

Die Regierungen kommen im Kampf gegen das organisierte Verbrechen nicht nach. Die florierende KorruptioninvielenStaatenhilftdabei nicht. Für ein paar Stoßzähne erlösen die Wilderer Tausende Dollar. Insgesamt schätzen Schutzorganisationen das Geschäft mit Elfenbein, Nashorn, aber auch illegal gefangenen Fischen sowie mit geschützten Hölzern auf bis zu 26,5 Milliarden Dollar jährlich.

China könnte alle Elefanten retten

In London ging es um den illegalen Elfenbeinhandel, aber Sie warnen auch vor dem legalen Handel. Warum?

tz-Interview mit

Daniela Freyer

Pro Wildlife e.V. 

Daniela Freyer:  Das vergangene Jahr war das schlimmste Jahr, was die Menge des beschlagnahmten Elfenbeins und der Anzahl der getöteten Elefanten betrifft, seit vor 25 Jahren der Handel mit Elfenbein verboten wurde. Seither gab es zweimal „Ausnahmegenehmigungen“ für Elfenbeinexporte nach Japan und China. Das hat die Wilderei enorm angeheizt. Der legale Handel muss ohne Ausnahmen dauerhaft verboten werden, weil er einen Markt schafft und die Nachfrage anheizt. Rundum den Handel mit Elfenbein und anderen Tierprodukten wie Nashorn und Tiger haben sich kriminelle Strukturen entwickelt, die von Absatzmärkten in China und in anderen asiatischen Ländern gesteuert werden. Es geht nicht nur darum, die Wilderer zu fassen, sondern die Händlerringe, sie sind die Drahtzieher, die das Geschäft organisieren und das große Geld kassieren.

Kann man die Wilderei in den Griff bekommen?

Freyer: Ja, mit einer klaren Gesetzeslage, die jeglichen Handel verbietet, und dem nötigen politischen Willen in den Ursprungsländern wie auch in den Absatzländern. Vietnam ist das Hauptabsatzland für den Nashornhandel. Gerade in der politischen und gesellschaftlichen Elite des Landes gilt Nashornpulver als Allheilmittel, z. B. gegen Krebs oder nach zu viel Alkohol. Wenn da ein klares Signal von der Regierung käme, dass der Handel mit Nashorn nicht toleriert wird und konsequent gegen den Verkauf z.B. in Apotheken durchgegriffen würde würde, das würde einen riesigen Unterschied machen.

Elfenbein wird zu Kitschobjekten verarbeitet, aber immer mehr gilt es wie Gold als Anlageobjekt, weil es einen so hohen Wert hat, besonders in China, dem größten Absatzmarkt für legales und gewildertes Elfenbein. Das muss geächtet werden und der Handel im Land verboten, um das Leben Zigtausender Elefanten zu retten. Die chinesische Regierung hält den Schlüssel zur Lösung der Elefantenwilderei in den Händen.

Sie rufen in einer Petition Deutschland dazu auf, sein Elfenbein zu zerstören. Warum?

Freyer: Wir brauchen ein weltweites Signal, das den Handel mit Elfenbein ächtet. Das den Händlern und Wilderern die Grundlage für ihr blutiges Geschäft entzieht. Immer mehr Länder aus verschiedenen Erdteilen setzen mit der Zerstörung ihrer Elfenbein-Lagerbestände ein öffentliches Zeichen. Deutschland hat international viel Gewicht und sollte Vorbild sein, nicht zum Schlusslicht werden.

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