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Mittlerweile leben wieder rund 30 Rudel in Deutschland. Bundesweit sind vermutlich bis zu 300 freilebende Tiere unterwegs.

30 Rudel in Deutschland

Die Wölfe sind zurück

Kaum ein Raubtier wurde über Jahrhunderte so gefürchtet wie der Wolf. Manches Märchen zeigt ihn als blutrünstige Bestie. Fast 200 Jahre lang war Canis lupus in Deutschland ausgerottet, erst nach dem Fall der Mauer kam er zurück.

Mittlerweile leben wieder rund 30 Rudel in Deutschland. Damit seien bundesweit vermutlich bis zu 300 freilebende Tiere unterwegs, sagt die Wildbiologin Britta Habbe, die sich im Auftrag der Landesjägerschaft Niedersachsen um das Wolfsmonitoring kümmert. Das wären fast doppelt so viele Wölfe wie noch vor zwei Jahren. Die meisten ziehen durch Sachsen und Brandenburg, aber auch in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt gibt es mehrere Rudel.

In Europa leben nach Angaben des World Wide Fund for Nature (WWF) mehr als 10 000 Wölfe - Russland nicht mitgerechnet. Die in Mitteleuropa meist etwa 40 Kilogramm schweren Tiere sind in Deutschland streng geschützt und dürfen nicht gejagt werden.

Auf seinen Streifzügen kann ein hungriger Wolf in einer Nacht gut 50 Kilometer zurücklegen. Auf seinem Speiseplan stehen Rehe, Rothirsche und Wildschweine, er reißt vor allem schwache und kranke Tiere. Auch Haus- und Wildschafe werden von ihm gefressen.

Wölfe sind hoch soziale Säugetiere. An der Aufzucht der Welpen sind beide Elternteile beteiligt, manchmal auch die Geschwister der Welpen vom Vorjahr. Das Revier eines Rudels ist häufig mehr als 200 Quadratkilometer groß. Jungtiere verlassen das Rudel meist nach zwei Jahren, so wird eine Überbevölkerung vermieden.

Jäger fordern internationales Wolfs-Monitoring

Der Deutsche Jagdverband (DJV) fordert indes ein gemeinsames Wolfs-Monitoring mit Polen und dem Baltikum. „Der Wolf kennt keine Ländergrenzen“, sagte Präsidiumsmitglied Gert Dittrich am Freitag beim Bundesjägertag in Radebeul bei Dresden. Die Jäger verabschiedeten dort ein Positionspapier, das die Politik auffordert, sich mit der wachsenden Wolfspopulation auseinanderzusetzen. Angesichts einer Bestandszunahme um jährlich ein Drittel müssten Sorgen der Menschen ernst genommen werden. Ansonsten schwinde die Akzeptanz für den Wolf, der sich in Deutschland etabliert habe und neue Lebensräumen erschließe.

dpa

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