Selbst gut erzogene Hunde können Schäden verursachen. Der Halter haftet in solchen Fällen grundsätzlich – und zwar egal, ob er etwas falsch gemacht hat oder nicht. fotolia

Tipps für die Besitzer

Zerkaute Schuhe, lautes Bellen: Was Hundehalter wissen sollten

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Gefährte, Freund, Familienmitglied: In jedem fünften Haushalt lebt ein Hund. Wir erklären, was Hundebesitzer wissen sollten: Von der Steuer über die Leinenplicht bis hin zum letzten Geleit.

München - Seit Jahrtausenden gelten Hunde als treue Gefährten des Menschen. Dabei hat sich ihre Rolle stark verändert. Galten Vierbeiner lange zuallererst als Arbeitshelfer und Beschützer von Haus und Hof, werden sie heute vielmehr als Freunde und Familienmitglieder gesehen – und auch so behandelt. Die Entscheidung, sich einen Hund ins Haus zu holen, sollte allerdings wohlüberlegt sein. Vierbeiner brauchen mindestens zwei Stunden Auslauf und Pflege jeden Tag. Auch in der Urlaubszeit muss die Unterbringung gewährleistet sein. Kosten etwa für Steuer, Futter, Versicherung und den Tierarzt sollten einkalkuliert werden. Außerdem kommen allerlei rechtliche Verpflichtungen auf den Halter zu – etwa, wenn das Haustier Schäden anrichtet. Im ersten Teil unserer Serie geht es um Hunde in der Mietwohnung, Steuern, Schäden und die Versicherung.

Miete

Um Hunde in der Mietwohnung gibt es immer wieder Streit. Vermieter haben oft Angst vor Beschädigungen. Mieter fühlen sich durch ein Verbot eingeschränkt. Grundsätzlich sollte das Thema Haustierhaltung im Mietvertrag geregelt werden. Vermieter dürfen die Tierhaltung hier allerdings nicht pauschal verbieten – das hat 2013 der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden. Derartige Klauseln in Mietverträgen stellen eine unangemessene Benachteiligung der Mieter dar und sind deshalb unwirksam, so der BGH(Az. VIII ZR 168/12). „Mieter müssen beim Vermieter um Erlaubnis fragen, ob sie einen Hund halten dürfen. Dann muss der Vermieter eine Einzelfallentscheidung treffen“, erklärt Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund. Bei der Abwägung müsse der Vermieter die Interessen des Mieters und der Nachbarn berücksichtigen, aber auch die Größe und Rasse des Hundes sowie die Lage der Wohnung würden hier eine Rolle spielen.

Lärm

Auch wenn der Vermieter einen Hund im Haus zunächst zulässt, kann er die Erlaubnis später widerrufen – zum Beispiel bei Lärmbelästigung. „Wenn sich ein Hund als Kläffer entpuppt, der alle zehn Minuten anschlägt und sich die Nachbarn beschweren, kann der Vermieter die Erlaubnis zur Hundehaltung jederzeit widerrufen“, sagt Ropertz.

Steuer

Jeder Hundehalter ist verpflichtet, einen Hund bei der Stadt oder Gemeinde, in der er wohnt, anzumelden. Auch wenn eine Hündin Welpen zur Welt bringt, muss das gemeldet werden. Bei einem Umzug muss nicht nur die Wohnung, sondern auch der Hund umgemeldet werden. Denn: Jeder Hundehalter muss Hundesteuer bezahlen. Die Höhe variiert je nach Kommune. In München beläuft sich die Steuer auf jährlich 100 beziehungsweise 800 Euro (für Kampfhunde). In Dachau werden etwa 60 Euro pro Hund fällig, Kampfhunde kosten bis zu 996 Euro Steuer. Wenn ein Hund verstirbt, sollte man – bei aller Trauer – nicht vergessen, ihn abzumelden. Sonst wird die Steuer auch weiterhin berechnet.

Schäden

Selbst ruhige und gut erzogene Hunde können Schäden verursachen. Dabei gilt: Nach Paragraf 833 des Bürgerlichen Gesetzbuchs haften Tierhalter für die Schäden, die ihr Haustier verursacht. Läuft ein Hund zum Beispiel vor ein Auto und verursacht einen Verkehrsunfall, können Kosten von mehreren hunderttausend Euro auf den Halter zukommen. Auch ein Passant, der über einen Dackel stolpert und sich verletzt, kann den Halter auf Schadenersatz verklagen. „Während Halter von Kleintieren wie Hamster oder Katzen durch ihre private Haftpflichtversicherung geschützt sind, deckt diese Schäden durch Hunde oder Pferde nicht ab“, warnt die Stiftung Warentest.

Haftpflicht

Wer einen Hund besitzt, sollte also eine Hundehalterhaftpflichtversicherung abschließen, auch wenn in Bayern (anders als in manch anderem Bundesland) keine Versicherungspflicht gilt. Die Stiftung Warentest hat zuletzt im März 2016 Hundehaftpflichtversicherung unter die Lupe genommen. Fazit: Guten Schutz gibt es ab 58 Euro im Jahr (NV, Premium-Tarif). Unter www.test.de/Hundehaftpflichtversicherung sind die ausführlichen Testergebnisse für 2,50 Euro erhältlich. Für Kampfhunde gelten übrigens andere Regeln: Halter sind in Bayern verpflichtet, eine Haftpflicht-Police abzuschließen.

Gefundene Hunde

Wer einen ausgesetzten Hund findet, darf ihn nicht einfach behalten, sondern muss ihn im nächsten Tierheim abgeben. Nach Angaben der Versicherung Arag hat der Eigentümer des Tieres sechs Monate Zeit, sich beim Tierheim zu melden. Erst nach dieser Frist kann der Finder Eigentümer werden. Meldet sich der Eigentümer, muss er die entstandenen Kosten für die Unterbringung erstatten.

Im nächsten Teil geht es unter anderem um Leinenpflicht, Hunde-Krankenversicherungen und Möglichkeiten der Bestattung.

Hunde in München: Der treue Begleiter in der Stadt

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