+
Bei einer privat verabredeten Wanderung mit Kollegen greift die gesetzliche Unfallversicherung nicht. Foto: Patrick Seeger/dpa/Symbolbild

Kein Betriebsausflug

Veranstaltung mit Kollegen: Teilnahme nicht unfallversichert

Ob gemeinsames Feierabendbier oder der Besuch einer Veranstaltung in der Freizeit - Verabreden sich Kollegen zu einer Unternehmung, zählt das nicht als betriebliche Gemeinschaftsveranstaltung. Was bedeutet das für die Unfallversicherung?

Darmstadt (dpa/tmn) - Unfälle im Rahmen betrieblicher Gemeinschaftsveranstaltungen stehen unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Nehmen Kollegen dagegen auf eigene Initiative gemeinsam an der Veranstaltung eines Vereins teil, greift der gesetzliche Unfallschutz nicht.

Das zeigt ein Fall vor dem Hessischen Landessozialgericht: Eine Beschäftigte nahm mit zwei Kolleginnen an einer von einem Sportverein ausgerichteten Bierwanderung teil. Dabei liefen sie einen Parcours von sieben Kilometern mit mehreren Stationen ab. Beim Ausklang der Bierwanderung nach 22.00 Uhr stürzte die 58-jährige Frau und verletzte sich am linken Unterarm. Sie meinte, es liege ein Arbeitsunfall vor und nahm die Berufsgenossenschaft in die Pflicht.

Diese lehnte ihren Antrag ab. Die Veranstaltung habe nicht dem Zweck gedient, die Betriebsverbundenheit zwischen Arbeitgeber und Mitarbeitern zu fördern. Es habe sich vielmehr um eine private Veranstaltung der Kolleginnen gehandelt. Zudem sei die vom Sportverein veranstaltete Wanderung, an der 2500 Personen teilgenommen hätten, nicht unternehmensbezogen organisiert worden.

Das Urteil: Das Gericht gab der Berufsgenossenschaft Recht. Die Bierwanderung sei keine betriebliche Gemeinschaftsveranstaltung gewesen. Das gelte zum einen, weil nur drei von zehn Mitarbeitern teilgenommen hätten. Zum anderen sei die Veranstaltung nicht im Wesentlichen allein für die Beschäftigten angeboten worden. Auch fehle es an einer eigenen Programmgestaltung für die Mitarbeiter des Arbeitgebers der Klägerin.

Damit handele es sich um keine eigenständige betriebliche Gemeinschaftsveranstaltung, sondern lediglich um die Teilnahme an einer von einem Sportverein organisierten Großveranstaltung, die jedermann offen gestanden habe (Az.: L 9 U 205/16). Auf den Fall weist der Deutsche Anwaltverein (DAV) hin.

Anwaltauskunft des DAV

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Junge Frau will abnehmen - so unglaublich sieht sie jetzt aus
Eine junge Frau halbierte ihr Gewicht innerhalb weniger Monate. Heute ist sie kaum wiederzuerkennen. Wie sie das geschafft hat, lesen Sie hier.
Junge Frau will abnehmen - so unglaublich sieht sie jetzt aus
Frau kündigt und zieht zu Freund: Keine Sperre vom Jobcenter
Den Job kündigen, um zum Freund zu ziehen - bisher folgte darauf eine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld. Das Landessozialgericht in Celle hat dieser Regelung nun …
Frau kündigt und zieht zu Freund: Keine Sperre vom Jobcenter
Hier verrät Horst Lichter witzige Details über "Bares für Rares"
In der beliebten Trödel-Sendung "Bares für Rares" zeigt sich Moderator Horst Lichter stets gut gelaunt. In einer Talkshow des NDR hat er nun einige Details zur Show …
Hier verrät Horst Lichter witzige Details über "Bares für Rares"
Im Sommer blühende Klematis im Winter abschneiden
Es gibt etwa 300 Klematis-Arten, die nacheinander von Mai bis September erblühen. Die genaue Blütezeit ist wichtig für den Rückschnitt: Dieser darf nur für einige Arten …
Im Sommer blühende Klematis im Winter abschneiden

Kommentare