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Frisches Grün: Allmählich sollten sich Christbaum-Freunde überlegen, wann man sich welchen Baum nach Hause holt. 

Welcher Baum soll's sein?

Alle Fakten rund um den Weihnachtsbaum

Er darf in kaum einem Wohnzimmer fehlen: Der Christbaum ist Tradition. Doch wie bleibt er frisch, welcher Baum ist der Beste und worauf muss man achten? Hier gibt's alle Fakten zum Baum.

Egal ob Christbaum oder Weihnachtsbaum - 90 Prozent aller privaten Haushalte mit mehr als drei Personen stellen sich einen Baum auf, so die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Hier gibt's alle Fakten zum Baum.

Wann soll man den Christbaum kaufen?

Schwierig. Kauft man zu früh, ist der Baum an Weihnachten schon vor Wochen geschlagen worden und fängt vielleicht schneller an zu nadeln. Kauft man zu spät, riskiert man, keinen schönen Baum mehr zu erwischen. Ein guter Zeitpunkt ist etwa ein bis zwei, höchstens drei Wochen vor Weihnachten. Hier sollte das Angebot an schönen Bäumen noch ausreichend sein und die Zeit bis Heiligabend ist auch nicht mehr allzu lang. Wer erst kurz vor Heiligabend einen Baum sucht, könnte Schwierigkeiten bekommen. Es kann zu Engpässen kommen. Fichten sollten möglichst frisch sein, sie nadeln schneller.

Wie halte ich den Baum frisch?

Nach dem Kauf sollte der Baum im Netz an einer kühlen, sonnen- und windgeschützten Stelle aufbewahrt werden. Damit er nicht austrocknet, wird der Stamm zwei bis drei Zentimeter angeschnitten und in einen Eimer mit Wasser gestellt. Der Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger rät, den Baum einen Tag vor dem Schmücken aufzustellen, damit er seine Äste wieder in die richtige Position bringen kann. Wenn dann schon die ersten Nadeln abfallen, ist das ganz normal: Durch die Ernte ist der Christbaum gestresst und wirft ältere Triebe ab.

Tests haben bewiesen: Haarspray auf dem Baum und Glycerin im Wasser helfen nicht gegen frühzeitiges Nadeln. Stattdessen sollte der Baum erst kurz vor dem Fest in die warme Wohnung geholt werden. Wie auch geschnittene Weihnachtsbäume sollte das Exemplar mit Wurzeln möglichst weit weg von einer Heizung stehen, sonst trocknet er aus. Der lebende Baum muss nach bereits zwei bis drei Tagen wieder ins Freie, rät die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Einpflanzen kann man ihn, wenn es keinen Frost gibt.

Welcher ist der Deutschen liebster Baum?

Der beliebteste Christbaum ist eine Nordmanntanne: Die meisten Deutschen haben diese Art in ihrem Wohnzimmer. Der Marktanteil liegt laut dem Bundesverband der Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger (BWS) bei 71 Prozent. Die Blaufichte kommt auf rund 15 Prozent, die restlichen Anteile verteilen sich auf Nobilistannen, Rotfichten, Kiefern, Douglasien, Kork- und Coloradotannen. Voriges Jahr wurden 24 Millionen Christbäume verkauft. 20 Millionen davon stammten von deutschen Betrieben, der Rest kommt hauptsächlich aus Dänemark.

Was kostet heuer ein Christbaum?

Die Preise liegen auf dem Vorjahresniveau oder ganz leicht darüber. Zur Orientierung: 2013 kosteten Nordmanntannen pro laufendem Meter durchschnittlich 16 bis 22,50 Euro, Blaufichten 10 bis 14 Euro. Bei allen weiteren Fichten waren es sieben bis neun Euro. Am teuersten ist die Nordmanntanne, weil sie bis zu 15 Jahre benötigt, um Zimmerhöhe zu erreichen. Ihr Ursprung liegt in Georgien. 90 Prozent der Samen kommen aus der Tlugi-Region. Die ist bitterarm und die Samen-Gewinnung harte Arbeit. Jedes Jahr im September und Oktober klettern georgische Zapfenpflücker in die Wipfel bis zu 40 Meter hoher Tannen, um die begehrten Samen zu gewinnen.

Welcher Baum ist der passende?

Jeder Baum hat seine Besonderheiten: Die Nadeln der Nordmanntanne stechen nicht und halten sich lange. Die Blaufichte hat starke Äste, daher kann sie gut schweren Baumschmuck und echte Kerzen tragen. Die Kiefer bleibt lange frisch. Geheimtipp ist die in den USA weit verbreitete Fraser-Tanne. Sie ähnelt der Nordmanntanne, nadelt ebenfalls nicht und duftet intensiv.

Übrigens: Nicht jeder Baum duftet. Ausgerechnet der Lieblingsbaum der Deutschen, die Nordmanntanne, verströmt nichts. Eine typische Waldnote hat die Blaufichte, die Douglasie verströmt den Geruch von Zitronen, die Nobilisfichte den von Orangen. Diesen kann man intensivieren, indem man die Harztaschen am Stamm aufpiekst.

Wie viel Wasser braucht ein Baum?

Weihnachtsbäume haben jede Menge Durst. Laut den Erzeugern braucht ein etwa zwei Meter hohes Exemplar bis zu zwei Liter Wasser am Tag. Gerade Fichten reagieren auf Wassermangel und lassen ihre Nadeln schneller fallen, heißt es.

Am besten wird den Bäumen im Ständer normales Leitungswasser ohne sonstige Mittel gegeben. Zwar schade die Zugabe von Zucker oder eines Frischhaltemittels im Wasser nicht, aber der Baum bleibe damit auch nicht länger frisch, sagen Experten. Steht der Baum vor einer Heizung, vertrocknet er schneller und verliert Nadeln.

Wie kann man den Baum nach den Feiertagen nutzen?

Der Baum muss nach den Feiertagen nicht im Müll landen. Vielmehr lassen sich die Zweige gut als Frostschutz für Pflanzen im Garten nutzen. Selbst spärlich benadelte Zweige können in mehreren Lagen übereinandergestapelt noch die Kälte abhalten.

Wie verhält man sich ökologisch korrekt?

Aus Sorge um den Wald muss niemand auf den Christbaum verzichten, denn für diesen Brauch wird kein Wald vernichtet. Die meisten Bäume stammen aus Weihnachtsbaumkulturen, teilt die Verbraucherzentrale Bayern mit. Durch die Wahl des richtigen Baums könne man aber schon etwas für die Umwelt und das Klima tun. So kommt ein Baum aus ökologischer Erzeugung in der Aufzucht ohne Pestizide und künstliche Düngemittel aus. Anerkannte Erkennungszeichen für diese Bäume sind die Qualitätszeichen der Bio-Verbände „Naturland“ oder „Bioland“ sowie das EU-Biosiegel oder das FSC-Zertifikat für naturnahe Forstwirtschaft. Die Öko-Vertreter werden bislang nur vereinzelt auf Biohöfen, bei Waldbauern oder auf Märkten angeboten. Zur Skepsis sei beim Produzentensiegel „Fair-Forest“ geraten, das mit dem Fairen Handel nicht in Verbindung steht. Die Hersteller versuchen von einem Trend zu profitieren und ökologisch interessierte Kunden einzufangen.

Wie transportiert man Christbäume?

Wer den Weihnachtsbaum beim Transport mit dem Auto nicht richtig sichert, riskiert einen Unfall. „Bei einer Vollbremsung kann der Baum bereits bei 30 Stundenkilometern zum gefährlichen Geschoss werden“, warnt Sven Rademacher vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat. Die häufigsten Fehler:

-Verkehrt aufs Dach

Die Spitze des Baumes muss nach hinten zeigen und nicht umgekehrt. Der Grund: „So reißt der Fahrtwind keine Äste ab“, erklärt Rademacher.

-Ungesicherte Überlänge

Wer den Baum auf der umgeklappten Rückbank transportieren möchte, muss sich an bestimmte Sicherheitsregeln halten. Ragt der Baum einen Meter oder mehr über das Fahrzeugheck hinaus, muss die Spitze mit einem roten, mindestens 30 mal 30 Zentimeter großen Tuch gekennzeichnet werden. Im Dunkeln kommt ein rotes Licht hinzu. Der Baum darf höchstens 1,5 Meter überstehen.

-Schlechte Befestigung

Mit ein paar Gummibändern ist es nicht getan. „Statt dessen wird der Baum mit Spanngurten am Stamm und dem Dachgepäckträger festgezurrt“, sagt Rademacher. Ein Transportgestell ist Pflicht.

-Kein Netz

 Fahrer, die vor lauter Ästen die Fahrbahn nicht mehr sehen, haben etwas falsch gemacht. Um den Baum gehört ein Netz – egal ob auf dem Dach oder im Auto. Denn der Christbaum auf dem Dach darf weder vorne noch an den Seiten überstehen.

-Wagen zu klein

Wenn der Baum nicht passt, sollte er nicht mit roher Gewalt ins Auto gequetscht werden. Das ruiniert nicht nur den Baum, sondern versperrt auch die Sicht. Rademacher rät: „Ist der Baum einfach zu groß für das Auto, sollten Autofahrer sich für den Transport ein größeres Fahrzeug besorgen.“

Was ist beim Ständer zu beachten?

Vor Unfallgefahren mit Weihnachtsbäumen warnt die Aktion „Das sichere Haus“. Weihnachtsbaumständer mit seitlich angebrachten Flügelschrauben seien in deutschen Wohnstuben noch immer verbreitet, doch sehr riskant. Die häufig von Generation zu Generation vererbten Ständer seien oft zu klein und zu leicht für den Baum – schnell kippt er dann samt brennenden Kerzen um. „Sicheren Halt für den schönsten Baum des Jahres bieten Weihnachtsbaumständer mit Seilzugtechnik und Wassertank“, empfiehlt die Initiative. „Die Spanner umschließen automatisch auch knorrige Stämme – der Baum steht fest, gerade und sicher.“

Wodurch kann ein Brand entstehen?

Durch Kurzschlüsse in elektrischen Lichterketten, heruntergebrannte Kerzen, leicht entzündbare Bäume. Feuerwehrleute verweisen darauf, dass „ein brennender Weihnachtsbaum so ziemlich der schlimmste konventionelle Brand ist, den man sich vorstellen kann“.

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