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Schmerz, Freude: Karola Kunstmann mit einem Bild

Verwaiste Mutter: Wenn das eigene Kind tot ist

München - Andreas wäre heute 18. Aber er ist mit sechs Jahren gestorben. "Dein Andi" steht auf der letzten Karte, die er seiner Mama Karola zum Muttertag gebastelt hat.

Unendliche Trauer, das Aufblitzen schöner Erinnerungen, dann wieder Schmerz im Herz. Allein der Gedanke an Muttertag war für Karola Kunstmann lange unerträglich. Eine Kinderstimme im Radio reichte. Dann kam alles hoch. Eine Welle der Trauer. Zu frisch der Verlust ihres einzigen Sohnes Andreas, der mit fünf Jahren an Leukämie erkrankte.

15 Monate hatten sie fast durchweg im Kinderkrankenhaus verbracht. Immer zwischen Hoffen und Bangen. Dann die Gewissheit, dass es keine menschliche Hilfe gibt. Sie hatten den Kampf verloren. Andreas starb, mit nur sechs Jahren. Das ist lange her.

Vor kurzem wäre Andreas 18 geworden. Mit der Zeit hat die Mutter ihren Weg gefunden, mit dem Schmerz zu leben. Ihr Weg ist der Weg des christlichen Glaubens: „Das Neue Testament der Bibel ist mein Lebensfundament geworden“, sagt sie. Der Glaube an Jesus Christus, den Auferstandenen, der den Tod besiegt hat, gibt ihr Kraft. Kraft, ein Leben weiter zu leben, das keinen Sinn mehr zu haben schien. Und das nun, trotz allem, wieder Freude kennt.

Der Gedanke an Maria, die Mutter Jesu, tröstet sie am Muttertag. Maria - auch sie eine Mutter, die ihren Sohn verloren hat. Und dann seine Auferstehung erlebte. Aus dem Glauben, dass auch Andreas auferstanden ist, schöpft sie Kraft. „Ich weiß, er ist im Paradies und wartet dort auf mich.“

Karola Kunstmann engagiert sich im Verein „Verwaiste Eltern München e. V.“. Dort traf sie auf verständnisvolle Menschen. Jetzt gibt sie diese Hilfe gerne an andere Betroffene weiter.

Die letzte Karte, die Andreas für die Mama zum Muttertag gebastelt hat, hat sie gut aufbewahrt. „Herzlichen Glückwunsch zum Muttertag und Gottes Segen auf allen Deinen Wegen“ schrieb der Vater in seinem Auftrag. „Dein Andi“, steht dort in krakeligen Buchstaben. Auch wenn sie keine Muttertagsgeschenke mehr bekommt - Karola Kunstmann fühlt sich heute dennoch überreich beschenkt. Und blickt in großer Dankbarkeit zurück.

Katharina Gelhaus

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