Aktenordner voller Papier: Wenn sich Belege, Verträge und Rechnungen anhäufen, verliert man irgendwann den Überblick. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-tmn
1 von 5
Aktenordner voller Papier: Wenn sich Belege, Verträge und Rechnungen anhäufen, verliert man irgendwann den Überblick. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-tmn
Isabel Klocke ist Leiterin der Abteilung Steuerrecht und Steuerpolitik beim Bund der Steuerzahler. Foto: Annette Koroll/Bund der Steuerzahler/dpa-tmn
2 von 5
Isabel Klocke ist Leiterin der Abteilung Steuerrecht und Steuerpolitik beim Bund der Steuerzahler. Foto: Annette Koroll/Bund der Steuerzahler/dpa-tmn
Annabel Oelmann arbeitet als Vorstand bei der Verbraucherzentrale Bremen. Foto: Verbraucherzentrale Bremen/dpa-tmn
3 von 5
Annabel Oelmann arbeitet als Vorstand bei der Verbraucherzentrale Bremen. Foto: Verbraucherzentrale Bremen/dpa-tmn
Tanja Beller ist Sprecherin vom Bundesverband deutscher Banken. Foto: Die Hoffotografen/dpa-tmn
4 von 5
Tanja Beller ist Sprecherin vom Bundesverband deutscher Banken. Foto: Die Hoffotografen/dpa-tmn
Mathias Zunk ist Versicherungsexperte beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. Foto: GDV/dpa-tmn
5 von 5
Mathias Zunk ist Versicherungsexperte beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. Foto: GDV/dpa-tmn

Richtig Aussortieren

Wann Kontoauszüge und Belege in den Schredder können

Kontoauszüge, Belege und Verträge türmen sich zu Hause irgendwann zu Papierbergen an. Überblick? Fehlanzeige. Deshalb lohnt sich regelmäßiges Aussortieren. Dabei sollte man allerdings bestimmte Aufbewahrungsfristen im Blick haben. Eine Übersicht.

Bremen/Berlin (dpa/tmn) - Im Schrank türmen sich Aktenordner, vollgestopft mit Unterlagen. Höchste Zeit, einmal für Ordnung zu sorgen.

Beim Aussortieren sind Verbraucher dann aber oft unsicher: Was müssen sie eigentlich wie lange aufbewahren? Und was können sie bedenkenlos entsorgen? Was in dem Fall bedeutet: schreddern. Denn auf den Unterlagen sind oft sensible personenbezogene Daten verzeichnet.

- KASSENBONS: Sie nicht nur Belege über den Zahlvorgang. Kassenbons sind auch ein Nachweis dafür, von wem etwas gekauft worden ist - und wann. "Dies könnte wichtig werden, wenn innerhalb der zweijährigen Gewährleistungspflicht Reparaturansprüche geltend gemacht werden müssen", sagt Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale Bremen. Sie rät, Zahlungsbelege mindestens drei, besser vier Jahre aufzubewahren.

Oft setzen auch Garantieleistungen von Herstellern oder Händlern voraus, dass man den Kauf der Ware belegen kann. Behauptet zum Beispiel ein Vertreter eines Inkassobüros, man habe etwas gekauft, aber noch nicht bezahlt, ist der Verbraucher in der Beweispflicht. Er muss dann belegen, dass die Forderung bereits beglichen ist. Kann er das nicht, muss er unter Umständen noch mal zahlen.

- KONTOAUSZÜGE: Privatpersonen sind gesetzlich nicht grundsätzlich verpflichtet, ihre Kontoauszüge aufzubewahren. Darauf weist Tanja Beller vom Bundesverband deutscher Banken hin. Dennoch sollte man nach ihren Angaben Kontoauszüge einige Jahre behalten - mindestens für die dreijährige Verjährungsfrist, die für Alltagsgeschäfte gilt. So können Privatleute im Zweifelsfall beweisen, dass ein bestimmter Betrag abgebucht wurde und die Forderung somit erledigt ist.

Auch für Kontounterlagen gibt es keine einheitlichen Fristen. Trotzdem macht es bei einem auf unbestimmte Zeit abgeschlossenen Kontovertrag Sinn, diesen dauerhaft aufzubewahren. So weiß man im Fall von späteren Forderungen, welche Rechte und Pflichten vereinbart wurden. Gleiches gilt für Darlehensverträge.

Für Besserverdienende gilt: "Hat jemand Einkünfte von mehr als 500 000 Euro im Jahr, muss er Kontoauszüge sechs Jahre aufbewahren", sagt Beller. Unternehmer müssen die gesetzliche Aufbewahrungsfrist für Unterlagen von zehn Jahren beachten.

- RECHNUNGEN: Handwerker-Rechnungen sollten Verbraucher aufbewahren, solange sie Ansprüche gegen den Betrieb geltend machen können. Für Werkverträge mit Handwerkern gelten besondere Verjährungsfristen. Für Gewährleistungsansprüche sind das zwei Jahre. "Wenn Bauarbeiten in Auftrag gegeben wurden, kann die Gewährleistungspflicht sogar fünf Jahre betragen", erklärt Oelmann.

- STEUERUNTERLAGEN: Wurden dem Finanzamt Rechnungen und sonstige Belege vorgelegt und ist der Steuerbescheid in Ordnung, dann müssen diese Unterlagen für den Fiskus nicht mehr archiviert werden. "Gibt der Steuerzahler seine Steuererklärung elektronisch ab, dann muss er die Belege bis zur Bestandskraft des Steuerbescheids aufbewahren", sagt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler in Berlin.

- VERSICHERUNGSUNTERLAGEN: Sie sollten so lange aufbewahrt werden, wie der Versicherungsvertrag gilt. "Am wichtigsten sind hier der Versicherungsschein und der Antrag", erklärt Mathias Zunk vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin. Ist die Versicherung gekündigt oder abgelaufen, können die Unterlagen geschreddert werden. Zunk rät aber davon ab, Belege vorschnell zu entsorgen. Sie könnten beispielsweise noch für die Steuererklärung benötigt werden - oder erbrechtlich von Belang sein. Das gilt zum Beispiel für Auszahlungen von Renten- und Lebensversicherungen.

Auch interessant

Meistgesehene Fotostrecken

Das waren die zwölf erfolgreichsten Deals aus "Die Höhle der Löwen"
Die letzte Folge der vierte Staffel flimmerte Mitte November über die Bildschirme - hier sehen Sie zwölf Startups, die nach ihrem Deal den Durchbruch erlebt haben.
Das waren die zwölf erfolgreichsten Deals aus "Die Höhle der Löwen"
Die fünf besten "Die Höhle der Löwen"-Deals aus allen vier Staffeln 
Ende November flimmerte die letzte Folge der vierten Staffel der beliebten Gründer-TV-Show über die deutschen Bildschirme. Hier sehen Sie nochmal die besten Deals.
Die fünf besten "Die Höhle der Löwen"-Deals aus allen vier Staffeln 
Wohnen
Gemüse ernten im Winter
Wintergemüse erlebt in vielen Restaurants eine Renaissance. Früher notwendiges Übel, sind die Knollen und Salate heute heiß begehrt. Man kann sie auch aus dem eigenen …
Gemüse ernten im Winter
Genuss
So gelingen selbst gemachte Brotaufstriche
In Supermärkten, Drogerien oder Bioläden füllen sie ganze Regale: Brotaufstriche in Gläsern. Kaufen muss aber gar nicht sein. Denn die Cremes fürs Brot lassen sich …
So gelingen selbst gemachte Brotaufstriche