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Es haben sich im vorigen Jahr weniger Menschen gegen Masern impfen lassen. Foto: Patrick Seeger/dpa

Apothekerverbände

Warnungen vor Masern - Weniger Impfungen, mehr Fälle

Der große Masernausbruch ist zwei Jahre her. Damals stieg die Zahl der Impfungen rasant an. Doch nun scheint das größtenteils vergessen. Denn die Impfbereitschaft ist wieder gesunken, wie aktuelle Zahlen zeigen.

Berlin (dpa) - Gegen Masern haben sich im vergangenen Jahr in Deutschland wieder weniger Menschen impfen lassen. Es seien 1,9 Millionen Impfdosen von Apotheken an Ärzte abgegeben worden, teilte die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) mit.

Das sei ein Minus von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, hieß es unter Berufung auf Berechnungen des Deutschen Arzneiprüfungsinstituts. 2015 war der Absatz nach einem großen Masernausbruch in Berlin laut Angaben auf 2,3 Millionen Impfdosen angewachsen - damals ein Zuwachs um 46 Prozent im Vergleich zu 2014.

"Der Masernausbruch vor zwei Jahren hatte offenbar nur eine kurzfristige positive Wirkung auf die Impfbereitschaft", erklärte ABDA-Vizepräsident Mathias Arnold. "Ziel muss es jedoch sein, eine dauerhaft hohe Impfquote in allen Altersgruppen zu erreichen." Wer sich impfen lasse, schütze nicht nur sich selbst, sondern auch seine Familie und die gesamte Bevölkerung.

Auch pädiatrische Verbände unter dem Dach der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin (DAKJ) warnten zu Beginn der Europäischen Impfwoche am Montag (24. April) angesichts gestiegener Fallzahlen vor der hochansteckenden Krankheit. Von mehr als 450 bislang beim Robert Koch-Institut gemeldeten Fällen entfielen mehr als 50 auf Säuglinge, hieß es.

Bei Babys ist die Erkrankung besonders gefürchtet, weil es als seltene Spätfolge zu einer chronischen, tödlichen Maserngehirnentzündung kommen kann. Insbesondere beklagen die Fachleute, dass Impfgegner etwa im Internet versuchten, die Impfung mit falschen Angaben in Misskredit zu bringen.

Kinderärzte

Kinder auf das Impfen vorbereiten

Vor dem Impfen ihres Kindes sollten sich Eltern Sätze wie "Das tut überhaupt nicht weh" besser verkneifen. Denn macht das Kind anschließend eine gegenteilige Erfahrung, verstärke dies das Misstrauen und die Angst vor dem nächsten Impfen, erklärt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

Wichtig sei, dass die Eltern ihre Kinder bis zu einem Alter von zehn Jahren zum Impfen begleiten. Ein Gespräch und Körperkontakt könnten helfen, dass die Situation nicht so stressig für den Sohn oder die Tochter ist. Kleinere Kinder kann man außerdem mit einem Spielzeug, Bilderbuch, Handy-Video oder mit Seifenblasen ablenken. Bei Babys kann es beruhigend sein, wenn sie während des Impfens den Schnuller bekommen oder gestillt werden.

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