+
Damit sie länger halten, stecken in vielen Lebensmitteln Konservierungsstoffe. Manche kommen aber auch ohne aus. Foto: Andrea Warnecke

Wirklich schädlich?

Was hinter den E-Nummern steckt: Zusatzstoffe im Überblick

Konservierungsmittel oder Farbstoff - das klingt nicht unbedingt so, als wäre es besonders gesund. In vielen Lebensmitteln finden sich Zusatzstoffe. Das muss nicht automatisch krank machen - aber zu viel ist bekanntermaßen eigentlich nie gut.

München (dpa/tmn) - Manchmal muss es einfach schnell gehen - keine Zeit für den Einkauf auf dem Markt und anschließendes Kochen. Dann greifen viele zu einem Fertiggericht. Das muss nicht per se ungesund sein, aber auf gewisse Lebensmittelzusatzstoffe verzichten Verbraucher besser.

Zusatzstoffe finden sich in vielen Fertigprodukten, aber nicht ausschließlich dort. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit ist für die Zulassung von Zusatzstoffen innerhalb der Europäischen Union zuständig, es werden sogenannte E-Nummern vergeben. Nur wenn ein Zusatzstoff bei der vorgeschlagenen Dosis für die Verbraucher als gesundheitlich unbedenklich eingestuft wird, wird er zugelassen. Welcher Stoff hinter den E-Nummern steckt, wissen viele Verbraucher nicht.

"Ich habe das Gefühl, viele lehnen diese Nummern eher ab", sagt Daniela Krehl von der Verbraucherzentrale Bayern. Ihr persönlicher Eindruck ist, dass auf vielen Produkten daher auch häufig nicht die Nummer steht, sondern der eigentliche Name des Zusatzstoffs. Doch was sind gängige Zusatzstoffe, auf die Verbraucher ein Auge haben sollten? Ein Überblick:

Farbstoffe: Wenn ein Produkt besonders grell oder farbenfroh ist, sollten Verbraucher stutzig werden. "Azofarbstoffe etwa stehen im Verdacht, bei Kindern Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörungen auszulösen, wenn sie in größeren Mengen konsumiert werden", warnt Krehl. Lebensmittel mit Azofarbstoffen müssen daher einen Warnhinweis haben. Azofarbstoffe sind etwa: Tartrazin (E 102), Azorubin (E 122) oder Allurarot (E129).

Konservierungsstoffe: "Bei Allergikern sind diese Stoffe in höheren Mengen kritisch", sagt Krehl. Als Beispiele nennt sie Benzoesäure (E 210) und Sorbinsäure (E 200). Verdickungs- und Feuchthaltemittel: Sie finden sich häufig in Backwaren oder Joghurt- und Puddingprodukten. Hierbei kann es sich zum Beispiel um Agar-Agar (E 406) oder Carrageen (E 407) handeln. Gerade letzteres findet sich Krehl zufolge auch häufig in Bioprodukten. "Diese Zusatzstoffe können die Aufnahme anderer Lebensmittelinhaltsstoffe verringern", warnt die Expertin.

Säuerungsmittel: Hierbei handelt es sich oft um Stoffe wie Aluminiumnatriumsulfat (E 521) oder Natriumsulfat (E 514). "Wenn ich es irgendwie vermeiden kann, Aluminium aufzunehmen, dann sollte ich das machen", sagt Krehl. Aluminium steht im Verdacht, im Zusammenhang mit Alzheimer zu stehen.

Geschmacksverstärker: Diese Stoffe können Allergien hervorrufen. Natriumglutamat (E 621) ist ein Beispiel. "Es ist aber mittlerweile allgemein bekannt, dass man bei zu viel Glutamat vorsichtig sein sollte", sagt Krehl.

Süßstoffe: Von Aspartam (E 951) oder Cyclamat (E 952) sei wirklich abzuraten, sagt Krehl. Sie werden demnach in einigen Studien für ein erhöhtes Tumorrisiko verantwortlich gemacht.

Einen Überblick über Zusatzstoffe finden Verbraucher auch bei Zusatzstoffe Online, einem Portal, das von der Verbraucher Initiative betrieben wird.

EU-Verordnung über Lebensmittelzusatzstoffe

Zusatzstoffe Online

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Ranking: In diesen Konzernen arbeiten die glücklichsten Mitarbeiter
Sie suchen einen neuen Job? Dann werfen Sie doch einen Blick auf diese DAX-Unternehmen: Hier sollen die Mitarbeiter so richtig zufrieden sein.
Ranking: In diesen Konzernen arbeiten die glücklichsten Mitarbeiter
"Ausbeutung": Chauffeur verklagt Donald Trump wegen mieser Arbeitsbedingungen
Der langjährige Chauffeur von Donald Trump verklagt den US-Präsidenten, weil der ihm "erhebliche Lohnzahlungen" verwehrt haben soll. Was Trump dazu sagt, erfahren Sie …
"Ausbeutung": Chauffeur verklagt Donald Trump wegen mieser Arbeitsbedingungen
Artenvielfalt: So sorgen Sie für blühendes Leben im heimischen Garten
Summende Bienen, zwitschernde Vögel: Ein Garten muss nicht steril und eintönig sein - wir zeigen Ihnen, wie Sie für Artenvielfalt auf dem heimischen Rasen sorgen.
Artenvielfalt: So sorgen Sie für blühendes Leben im heimischen Garten
Familien müssen Planschbecken abbauen - damit Einbrecher nicht darin ertrinken
Familien im englischen Kent sollen ihr gemeinsames Planschbecken im Garten abbauen - angeblich weil Eindringlinge darin ertrinken könnten. Hier die Geschichte.
Familien müssen Planschbecken abbauen - damit Einbrecher nicht darin ertrinken

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.