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Stephanie Gräfin Bruges von Pfuel.

Weihnachtstipps aus dem Hochadel

München - Schlossbesitzerin Stephanie Gräfin Bruges von Pfuel gibt Tipps für das schönste Fest des Jahres. Wie Weihnachten bei Ihr abläuft, verrät die Schlossbesitzerin im Interview.

Ein kräftiger Händedruck und ein strahlendes Lächeln – so empfängt Stephanie Gräfin Bruges von Pfuel auf Schloss Tüßling bei Altötting. Die Gräfin gilt als exzellente Gastgeberin. Ein Gespräch über schlichte Dekoration, Rituale – und Weihnachten mit einer großen Familie.

Wie inszenieren Sie ein festliches Mahl?

Es kommt darauf an, wie viele Gäste man einlädt. Je kleiner die Runde, umso wichtiger die Zusammensetzung. Wenn man einen Raketenforscher neben ein 18-jähriges Model setzt, dann wird da nichts draus. Sind Termin und Gäste dann fixiert, geht es an das Mahl. Drei aufeinander abgestimmte, der Jahreszeit entsprechende Gänge sind mir lieber als fünf oder sechs. Und vorher ein kleiner Aperitif, damit die Gäste auftauen.

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Was ist wichtig fürs Ambiente?

Ich orientiere mich an den Jahreszeiten. Als einzige Konstante gilt für mich die bodenlange Tischdecke. Das sieht festlich aus – und man sieht nicht, was die Gäste unter dem Tisch machen. Sie können auch mal ihre Schuhe ausziehen, und es fällt nicht auf.

Wenn das Budget schmal ist, wird es oft schwierig ...

Ich kaufe nie Dekoration. In jedem Park lassen sich Blätter, Zweige, Farne und Moose sammeln, mit denen man jede Menge anfangen kann. Das kostet nichts – und sieht zusammen mit einer Kerze wunderschön aus.

Sie haben sechs Kinder – wie begehen Sie das Weihnachtsfest?

Nach ganz strengen Regeln, weil die Kinder es immer wieder genau gleich haben wollen. Kinder wollen nie Veränderung. Schon eine neue Frisur der Mutter ist schwierig.

Was heißt das konkret?

Meist fahren wir nach Österreich zum Skifahren und feiern dort in einer Wohnung. Meine sechs Kinder kommen alle, mein Lebensgefährte Hendrik teNeues mit seinem Sohn, manchmal auch meine Schwester mit ihren Kindern. Die Großen helfen mir am Vorabend, den Christbaum zu schmücken. Am 24. gehen wir zum Skifahren, danach in die Kirche. Um 18 Uhr gibt es Bescherung zum Weihnachtsoratorium von Bach. Dann wird die Weihnachtsgeschichte von den Kleinen vorgelesen. Danach singen wir „Stille Nacht“ – und dann fliegt das Geschenkpapier.

Was gibt es zum Essen?

Immer das Gleiche – Wildgeschnetzeltes, Spätzle und Blaukraut. Das lässt sich alles vorbereiten und man muss es nur aufwärmen. Ich halte nichts von komplizierten Weihnachtsmenüs. Es ist wichtiger, das Miteinander zu pflegen, als kochend in der Küche zu stehen.

Das sind viele Rituale. Warum sind Rituale wichtig in der heutigen Zeit?

Weil sie uns Sicherheit geben. Gerade Kinder brauchen das, um Selbstbewusstsein zu bekommen. Meiner Meinung nach ist das Hauptproblem einer Scheidung, dass die Kinder Angst haben, die Sicherheit zu verlieren, dass Vater und Mutter da sind.

Sie pflegen auch die Tradition. Was bedeutet das für Sie?

Tradition drückt sich mehr in Werten aus als in Äußerlichkeiten – man muss nicht Perlenkette und lange Röcke tragen, wenn man traditionsbewusst ist. Das Wort Charakterbildung trifft es vielleicht eher. Es geht um Werte, die einem das Leben erleichtern – Manieren, Etikette, ein herzlicher Umgang mit Mitmenschen, sich um sozial Schwächere kümmern – das ergibt ein Charakterbild, das meiner Meinung nach sogar modern ist. Es ging nur in vielen Familien in den Sechzigerjahren verloren. Jene, die damals von den „jungen Wilden“ erzogen wurden, haben heute das Problem, dass sie nicht wissen, wie sie ihre Kinder erziehen sollen.

Wie machen Sie es?

Es funktioniert nicht immer hundertprozentig. Natürlich sind auch meine Kinder in der Pubertät ausgeschert, manchmal waren das richtige kleine Monster. Ich bin gespannt – zwei Pubertäten habe ich ja noch vor mir. Der größte Funktionsgarant ist, das vorzuleben, wofür man steht. Und man muss mit Kindern Konflikte austragen können.

Interview: Sandra Zistl

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