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Wer im Ruhestand ist, legt nicht die Hände in den Schoß. Manche Senioren betreuen beispielsweise ehrenamtlich eine Kinder. Foto: Jochen Lübke/dpa

Aktiv im Alter

Wie viel, mit welchem Ziel? Das richtige Ehrenamt finden

Kleinen Kindern Geschichten vorlesen, bei der Gartenarbeit helfen oder im Vorstand die Geschicke eines Vereins lenken - auch nach dem regulären Berufsleben kann man sich gesellschaftlich engagieren. Es ist aber wichtig, vorher ein paar Fragen zu klären.

Berlin (dpa/tmn) - Fast die Hälfte der 65- bis 85-Jährigen engagiert sich laut einer aktuellen Studie ehrenamtlich. Auf diese Weise weiterhin am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, sei den Menschen wichtig, heißt es darin. Aber wie findet man das richtige Ehrenamt? Was gibt es zu beachten?

"Ein guter Anlass, sich mit dem Thema Ehrenamt zu beschäftigen, ist der Eintritt in die Rente", sagt Ana-Maria Stuth, Geschäftsführerin der Akademie für Ehrenamtlichkeit Deutschland. Der Verein berät unter anderem Menschen, die sich für eine unentgeltliche Tätigkeit interessieren. Manche Arbeitgeber bieten ihren Mitarbeitern kurz vor der Rente an, ein passendes Ehrenamt zu vermitteln. "Es lohnt sich, nachzufragen, ob der eigene Arbeitgeber so etwas macht."

Ist das nicht der Fall, muss man sich selbst auf die Suche begeben. Als Erstes sollten sich Interessierte dann über einige Dinge klar werden, sagt Stuth: Wie viele Stunden pro Woche möchte ich mich engagieren? Soll es eine dauerhafte Aufgabe sein oder lieber ein Projekt, das nach einem festgelegten Zeitraum endet? Und was will ich eigentlich erreichen - meine Fähigkeiten einsetzen, etwas neues lernen, eher handwerklich arbeiten oder nah am Menschen?

"Es ist wichtig, diese Fragen vorher zu beantworten", erklärt Stuth. Sonst laufe man Gefahr, etwas zu beginnen, das einem nicht gefällt. Häufig war es das dann mit dem Ehrenamt, man ist nicht mehr motiviert. "Hatte man im Berufsleben viel Verantwortung, kommt vielleicht eine Leitungsfunktion in einem Verein infrage", sagt Stuth. Gerade solche Aufgaben sind aber meist verhältnismäßig zeitaufwendig. Man sollte vorher überlegen, ob man dazu bereit ist.

Eine kleine Starthilfe gibt es auf der Internetseite der Aktion Mensch. Dort können Interessierte - übrigens nicht nur Rentner - einige Fragen online beantworten. Der " Engagement-o-mat" macht aufgrund der Antworten Vorschläge für eine passende Tätigkeit. Persönliche Beratungsgespräche bieten zum Beispiel Freiwilligenagenturen, Mehrgenerationenhäuser und Seniorenbüros.

Engagement-o-mat der Aktion Mensch

Studie: Mehrheit der Senioren zufrieden

Eine deutliche Mehrheit der Senioren in Deutschland ist laut einer repräsentativen Umfrage zufrieden mit dem eigenen Leben und sieht auch die persönliche wirtschaftliche Lage positiv. Das ist ein Ergebnis einer Altersstudie im Auftrag der Generali-Versicherungen. Demnach war mehr als jeder siebte Befragte (15 Prozent) mit seinem Leben sehr zufrieden, gut zwei Drittel (70 Prozent) zeigten sich zufrieden. Weniger zufrieden war jeder Zehnte, gar nicht zufrieden nur jeder Hundertste. Der Rest war unentschieden.

Für die Studie wurden mehr als 4000 Menschen im Alter von 65 bis 85 Jahren befragt. Zwischen den sozialen Schichten zeigten sich allerdings erhebliche Unterschiede, die das Wohlbefinden der älteren Generation vom Geldbeutel bis zur Gesundheit spürbar beeinflussen. So waren sozial Schwache deutlich unzufriedener, weniger engagiert und auch fatalistischer als die Mittel- und Oberschicht.

"Auffällig ist aber, dass diese Generation im Alter einen aktiven Gestaltungsauftrag sieht", sagte Andreas Kruse, Direktor des Instituts für Gerontologie der Universität Heidelberg. Eine Mehrheit wolle weiter gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Das bestätige ein neues Bild vom Alter. Statt passiv und zurückgezogen seien ältere Menschen heute mehrheitlich optimistisch, aktiv und motiviert.

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