Die 75-Watt-Birne verschwindet

Bonn/Berlin - Viele Verbraucher sind verwirrt, wenn sie herkömmliche Glühbirnen gegen Energiesparlampen im Haus austauschen wollen. Doch Alternativen gibt es längst.

Doch am 1. September ist endgültig Schluss mit Standardglühlampen mit mehr als 60 Watt. Dann wird aus der 75-Watt- eine energiesparende 15-Watt-Lampe im Haushalt. Doch wie gut sind die Alternativen? Viele Billig-Energiesparlampen seien Wegwerfware, warnt Wolfgang Buttner, Berater beim Bund der Energieverbraucher in Unkel bei Bonn. Sie würden manchmal nicht länger leben als herkömmliche Glühlampen. Zum Teil würden beispielsweise auch Lampen für Dimmer gekauft, die gar nicht dimmbar seien. “Die leben einige Stunden und sind dann hinüber“, betont Buttner. Einen Garantie-Anspruch gebe es dann nicht. So sieht es auch der Chef des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, Gerd Billen, in Berlin: “Im Moment kaufen viele Leute unpassende Lampen, die im Keller landen oder falsch entsorgt werden.“

Die Auswahl der richtigen Energiespar-Lampe - egal ob Kompaktleuchtstoff, Halogen oder LED - ist jedoch kein Kinderspiel: Die Symbole, etwa für den Hinweis “dimmbar“ sind nicht immer auf den ersten Blick sofort verständlich. “Die Verbraucher müssen sich nun mit Produkteigenschaften wie Lichtstrom und Farbtemperatur beschäftigen, um die für ihren Bedarf jeweils richtige Lampe zu finden“, empfehlen die Verbraucherschützer und bieten Hilfe auf ihren Internetseiten an. “Die herkömmliche 75-Watt-Glühlampe für den Haushalt tauscht man gegen eine energiesparende 15 Watt-Lampe ein“, erklärt Buttner. Das sei der gleiche Lichtstrom. Der wiederum wird in Lumen angegeben. In diesem Fall seien es ungefähr 900 Lumen.

Dann komme noch die Zahl der Farbwiedergabe dazu - hier “827“. Die “8“ steht für die Farbwiedergabe. Die “27“ steht für den Rotanteil, ausgedrückt in der physikalischen Einheit 2700 Kelvin. Je höher der Kelvin-Wert, umso mehr Blauanteil hat das Licht und umso kälter wirkt es. “Am Schreibtisch würde man eine Lampe mit 4000 bis 6000 Kelvin wählen“, erklärt Buttner. Für den Schlaf- und Wohnbereich mit warmen Licht sollte der Rotanteil überwiegen, die Kelvinzahl also niedrig sein. Die Angabe der Lebensdauer in Stunden oder Jahren sagt wenig über die tatsächliche Haltbarkeit aus. Es kommt auf den Gebrauch an. Dabei sei es wichtig, auf die Angabe der Schaltzyklen zu achten - beispielsweise bedeutet die Zahl 20 000, dass die Lampe so oft an- und ausgeschaltet werden kann. Buttner rät zu Warmstartlampen.

Dabei wird die Glühlampe “vorgewärmt“. Kaltstarter hätten eine deutlich geringere Lebensdauer. Mittlerweile gebe es für jeden Bereich der herkömmlichen Lampen einen energiesparenden Ersatz, sagt Buttner. Gute Kompaktleuchtware - die klassischen Energiesparleuchten - gebe es schon für 5 Euro. Wer seine 45-Watt-Flurlampen durch LED-Lampen ersetzen will, sollte 40 bis 50 Euro anlegen.

dpa

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