+
Der Esstisch ist zu groß und die Gardinen zu kurz für die neue Wohnung? Praktisch, wenn der Nachmieter die Möbel übernimmt. Ist der Preis aber zu hoch, kann er später Geld zurückfordern.

Kühlschrank, Gardinen und Co.

Ablösevereinbarung für Möbel - Kaufpreis nicht überhöhen

Wer die Wohnung wechselt, kann Teile der Einrichtung häufig nicht für die neue Wohnung gebrauchen. Eine einfache Lösung kann es sein, sie dem Nachmieter zu überlassen. Der verlangte Kaufpreis sollte jedoch nicht zu hoch sein.

Berlin - Kühlschrank, Gardinen, Schränke oder eine Einbauküche - beim Einzug in die neue Wohnung übernimmt der Mieter häufig Einrichtungsgegenstände des Vormieters. Voraussetzung dafür ist laut des Deutschen Mieterbundes (DMB) immer eine Vereinbarung zwischen Vor- und Nachmieter.

Bei der Übernahme von Wohngegenständen kann es sich um eine Schenkung handeln, bei der zum Beispiel vereinbart wird, dass die Gardinen kostenlos in der Wohnung zurückbleiben. Meistens treffen Vor- und Nachmieter aber eine so genannte Ablösevereinbarung.

Das ist nichts anderes als ein Kaufvertrag. Der Vormieter verkauft das Inventar, mit dem er in seiner neuen Wohnung nichts mehr anfangen kann, zum Beispiel Gardinen oder die Einbauküche, an den Nachmieter. Der muss dann entsprechende Einrichtungsgegenstände nicht neu kaufen.

Oft werden nach Beobachtungen des Mieterbundes für die Übernahme derartiger Einrichtungsgegenstände überhöhte Preise angesetzt. Das verbietet jedoch das Wohnungsvermittlungsgesetz. Danach darf der Kaufpreis nicht in einem auffälligen Missverhältnis zum Wert der überlassenen Gegenstände stehen. Das ist der Fall, wenn der Kaufpreis mehr als 50 Prozent über dem Zeitwert liegt. Zahlt der Nachmieter für ein Möbelstück 4000 Euro, obwohl der Zeitwert nur noch 1000 Euro beträgt, ist der Kaufvertrag bis zu einer Summe von 1500 Euro gültig. Den zu viel gezahlten Betrag kann der Nachmieter zurückfordern - drei Jahre lang, erst dann verjährt dieser Anspruch.

Ohne irgendeine Absprache mit dem Nachmieter darf der Vormieter keine Einrichtungsgegenstände in der Wohnung zurücklassen. Der Vermieter hat Anspruch auf Rückgabe einer leergeräumten Wohnung, und der Nachmieter hat Anspruch auf eine Wohnung ohne zurückgelassenes Inventar. Der Mieterbund empfiehlt in diesen Fällen, den Vermieter einzuschalten, damit abgeklärt wird, ob das zurückgelassene Inventar vergessen wurde oder ob es entsorgt werden kann.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

"Herr der Ringe"-Fan baut sich eigenes Hobbit-Haus - jetzt ist es fertig
Sich einmal wie in "Herr der Ringe" zu fühlen - für Tolkien-Fans ist das ein Traum. Ein Mann hat sich diesen Wunsch erfüllt und sein eigenes Hobbit-Haus gebaut.
"Herr der Ringe"-Fan baut sich eigenes Hobbit-Haus - jetzt ist es fertig
Wo es hakt am Wohnungsmarkt
Auf nach Wunsiedel? Der bayerische Landkreis gehört zu den Regionen in Deutschland mit den niedrigsten Mieten. Doch die Flucht aufs Land ist nicht für jeden eine Option. …
Wo es hakt am Wohnungsmarkt
Mann entdeckt seltsames Loch im Rasen - darin findet er Außergewöhnliches
Plötzlich war es da. Ein Loch im Garten und ein Mann macht sich auf die Suche nach dem Grund. Währenddessen spekuliert das Internet über dessen Funktion.
Mann entdeckt seltsames Loch im Rasen - darin findet er Außergewöhnliches
BGH lässt doppelte Kündigung bei Mietschulden zu
Wer seine Miete nicht zahlt, wird auf die Straße gesetzt. Der BGH billigt die Praxis, dass Vermieter gleich auf doppelte Weise kündigen, um sicher zu gehen, säumige …
BGH lässt doppelte Kündigung bei Mietschulden zu

Kommentare