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Ein eigenes Haus ist für viele Deutsche einer der größten Wünsche. Selten war die Gelegenheit so günstig, sich diesen Traum zu erfüllen. Die Zinsen für Immobilienkredite sind momentan historisch günstig.

Test

Baukredite vergleichen und sparen

Zinsen vergleichen, auf Sondertilgungsrechte achten und staatliche Förderprogramme nutzen: All das kann Kreditnehmern helfen, eine günstige Finanzierung ihrer Traumimmobilie abzuschließen.

Noch nie waren Häuser und Wohnungen in Deutschland so teuer wie heute – und trotzdem können sich viel mehr Menschen die eigenen vier Wände leisten als noch vor fünf oder zehn Jahren. Die Stiftung Warentest hat für fünf Finanzierungsfälle die Konditionen von mehr als 100 Banken, Versicherern, Vermittlern und Bausparkassen ermittelt. Die Ergebnisse stehen in der März-Ausgabe der Zeitschrift „Finanztest“:

Je nach Kreditsumme, Eigenkapital und Laufzeit sind die Kredite unterschiedlich teuer. Supergünstige Angebote gab es in allen Fällen. Unschlagbare 0,5 Prozent Zinsen im Jahr zahlen Käufer eines energetisch sanierten Altbaus bei den günstigsten Anbietern. Fazit der Finanztester: Vergleichen ist ein Muss auch in Niedrigzins-Zeiten und kann Tausende Euro sparen helfen.

Nur noch zwei Prozent Zinsen

Möglich sind so günstige Angebote durch die drastisch gesunkenen Zinsen. Anfang 2009 mussten Immobilienkäufer für einen 150 000-Euro-Kredit mit 15 Jahren Zinsbindung und drei Prozent Tilgung im Schnitt eine Monatsrate von rund 1000 Euro zahlen. Heute bekommen sie für diese Rate einen Kredit von 240 000 Euro und höher – mit gleicher Zinsbindung und ebenfalls drei Prozent Tilgung. Statt fünf Prozent zahlen sie für den Kredit heute nur noch zwei Prozent Zinsen im Jahr, bei günstigen Banken sogar weniger.

Fünf Kreditvarianten im Test

Durchschnittszinsen sind allerdings nur ein Richtwert. Wie viel Zinsen die Banken verlangen, hängt von der konkreten Finanzierung ab, vom Wert der Immobilie und dem eingesetzten Eigenkapital, von der Dauer der Zinsbindung, der Tilgungshöhe und vielem mehr. Die Kombination eines Bankkredits mit einem Förderkredit der KfW-Bank kann die Zinsen weiter senken.

Wer jedes Zinserhöhungsrisiko ausschließen will, kann sich niedrige Zinsen für die volle Laufzeit von 20 Jahren und länger sichern. Die Sparda Nürnberg bot so ein Volltilgerdarlehen mit 20 Jahren Laufzeit zum Effektivzins von 1,54 Prozent an.

Selbst mit wenig Eigenkapital lässt sich ein Haus günstig finanzieren: Einen Kredit in Höhe von 90 Prozent des Kaufpreises gibt es bei mehreren Banken und Vermittlern für einen Zinssatz unter zwei Prozent – fest für 15 Jahre und mit dem Recht auf flexible Rückzahlung. Spitzenreiter: Die Sparda West, Effektivzins hier: 1,76 Prozent.

Zinsunterschiede bis zu 80 Prozent

Bestzinssätze erhalten allerdings nur Bauherren und Wohnungskäufer, die mehrere Angebote vergleichen. Das gilt auch in Zeiten niedriger Zinsen. Teure Banken verlangen 40 bis über 80 Prozent höhere Zinsen als die Top-Anbieter im Test. Für einen 360 000-Kredit mit 15 Jahren Zinsbindung summiert sich der Unterschied auf bis zu 66 500 Euro.

Trotz gestiegener Immobilienpreise sei jetzt aber ein guter Zeitpunkt für den Immobilienkauf, glaubt die Stiftung Warentest. Ohne Eigenkapital gehe es aber nicht. Nach dem Immobilienkauf sollte außerdem die Monatsbelastung 40 Prozent des Nettoeinkommens nicht übersteigen. Zur Belastung zählen neben den Kreditraten auch Bewirtschaftungskosten und Rücklagen für die Instandhaltung.

Neutrale Beratung kann sich lohnen

Die Stiftung Warentest rät dazu, sich vor einem Vertragsabschluss von einem unabhängigen und neutralen Kreditberater über die Produkte infomieren zu lassen. Beispielsweise bieten die Verbraucherzentralen solche Beratungen an. Zwar koste dies 100 bis 200 Euro, eine Beratung sei dennoch sinnvoll, schreiben die Finanztest-Experten, da keine Bank- oder Bausparkassenberater die eigenen Produkte kritisieren würde.

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