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Die derzeit bekannteste Art der Dipladenia heißt biologisch Mandevilla sanderi. Die Blüten haben die Form von Trompeten. Foto: Andrea Warnecke

Beliebter Dauerblüher - Die Dipladenia mag auch den Balkon

Nersingen (dpa/tmn) – Viele Jahre kannte man sie vom Fensterbrett, inzwischen ist die Dipladenia aber auch eine beliebte Balkonpflanze. Sie mag Sonne, verträgt aber zu viel Wasser und Frost nicht.

Sie steht immer häufiger auf Balkon und Terrasse – und das ist eigentlich ungewöhnlich. Die Dipladenia (Mandevilla) ist hierzulande eine Zimmerpflanze. In Zeiten von dschungelartig gefüllten Fensterbänken und Wintergärten waren diese Schönheiten einmal sehr gefragt. Kein Wunder, denn es handelt sich bei dieser Pflanze um einen Dauerblüher, der als anspruchslos gilt.

"Ursprünglich stammen diese Pflanzen aus Südamerika - genauer gesagt aus Bolivien und Brasilien", erläutert Tanja Ratsch, Buchautorin und Gartenbauingenieurin aus Nersingen (Bayern). Über die Wildarten sind in der gärtnerischen Kultur viele Züchtungen entstanden. "Darunter sind auch Kreuzungen aus unterschiedlichen Arten."

Die Arten der Dipladenia wie auch Hybriden zählen zu den schlingenden Kletterpflanzen. "Allerdings sind Mandevillen keine Wucherer, sondern in der Riege der Kletterpflanzen eher als moderat einzustufen", sagt die Expertin. "Die derzeit bekannteste und beliebteste ist die Mandevilla sanderi, die es in Spielarten mit weißen, rosafarbenen und roten Blüten gibt." Die Blüten haben wie bei allen anderen Arten die Form von Trompeten mit vier bis sieben Zentimeter Durchmesser. Es stehen immer mehrere in einer Rispe zusammen. Die Blätter von Mandevilla sanderi sind dick, glatt und immergrün, sie wachsen dicht.

"Eine ähnliche Art ist Mandevilla boliviensis", sagt die Buchautorin. Diese trägt große weiße Blütentrichter. Die dritte, häufig vorkommende Art ist Mandevilla x amabilis. Gerade die Sorte 'Alice du Pont' hebt sich von den Pflanzen anderer Arten mit deutlich größeren Blütentrichtern in Altrosa und größeren Blättern ab. Mandevilla laxa als vierte Art im Bunde ist eher zart mit weichen, dünnhäutigen und sommergrünen Blättern. Ihr Pluspunkt sind für Ratsch die schneeweißen, duftenden Blüten.

Aus diesen Arten sind zahlreiche Hybriden entstanden. Sie werden unter Markennamen wie Rio oder Sundaville verkauft. "Frischen Wind bringen die Hybriden, die unter dem Markennamen Diamantina gehandelt werden, in das Sortiment", findet Bernadette Raulf, Pflanzenberaterin aus Essen. Besonders sind ihre Farbschattierungen und Wuchstypen.

Die verschiedenen Serien unterscheiden sich vor allem in der Wuchshöhe. Die Sorten der Rubis- und Jade-Serien wachsen eher kompakt und eignen sich gut für Balkonkästen und das Beet. Einige haben auch einen locker überhängenden Wuchs. Damit kann man sie an die Ränder von Töpfen setzen oder in Ampeln pflanzen. Die Hybriden aus den Serien Topaze und Opale brauchen unbedingt eine Kletterhilfe. Die Blütenfarben variieren je nach Serie von Rot über Pink und Rosa bis hin zu Weiß. Eine besondere Farbe hat die Sorte 'Citrine' der Serie Opale, denn sie schmückt sich mit zitronengelben Blüten.

"Für alle Dipladenien gilt, dass sie sehr anspruchslose Dauerblüher sind", sagt Raulf. Das liegt vor allem daran, dass sie in ihren Wurzeln ein Reservoir an Wasser anlegen. "Sie können auch mal eine Woche ohne Wasser überstehen." Staunässe muss aber unbedingt vermieden werden, denn die Wurzeln brauchen stets Luft – das ist wichtig bei der Wahl des Substrates. Schwere Böden, in denen sich Wasser aufstaut, sind für die Pflanzen ungeeignet.

Es reicht, wenn man die Pflanzen einmal pro Woche mäßig gießt. Damit passen die Mandevillen sehr gut zu Pelargonien, die ebenfalls einen eher trockenen Wurzelballen bevorzugen. Auch farblich überzeugt dieses Duo gemeinsam in einem Topf. Einmal im Monat werden die Dipladenien mit Dünger versorgt. Die schlingenden Arten führt man möglichst s-förmig an einem Rankgerüst empor, weil sie sich so breit entwickelt - und das die Bildung von Knospen fördert. "Werden die Triebe zu lang, kann man sie jederzeit einkürzen", so Ratsch.

Die Überwinterung lohnt sich für kleine Arten meist nicht, für höhere schon. "Mandevillen sind tropische Pflanzen, die keinen Frost vertragen." Folglich müssen sie ab September ins Haus kommen, wo sie bei über zehn Grad lagern. "Das kann zum Beispiel ein Wintergarten sein." Die Mandevillen können auch ganzjährig in Wohnräumen gedeihen. "An die Lichtmenge stellt vor allem Mandevilla sanderi keine großen Ansprüche", führt Ratsch aus. "Sie blühen auch im Zimmer sehr gut."

Botanisch zählen Mandevillen zu den Hundsgiftgewächsen und wie in diesem Familiennamen schon angedeutet wird, enthalten die Pflanzen einen klebrigen Milchsaft. Tritt dieser aus, sollte man mit ihm nicht in Berührung kommen oder ihn direkt abwaschen. Ebenso sollte man vermeiden, dass Kinder sich Blüten oder Blätter in den Mund stecken.

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