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Mieterverein gibt Tipps

Benimmregeln für Balkonien: Was erlaubt ist und was nicht 

Der eigene Balkon: Diese paar Quadratmeter werden für Viele in den warmen Monaten zum zweiten Wohnzimmer: Grillen, Sonnenbaden, Blumenpflanzen – es gibt vieles, was man auf dem Balkon tun kann. Aber nicht alles ist erlaubt.

München - Die Sommersonne lockt die Münchner aus ihren Wohnungen hinaus auf den Balkon. Bei den engen Wohnverhältnissen in einer Großstadt sind Konflikte programmiert. Zahlreich sind demzufolge auch die Vorschriften, die den Mieter einschränken können. Damit der Balkongenuss nicht böse endet, klärt der Mieterverein München auf.

Grillen

An lauen Sommerabenden bietet es sich an, den Grill anzuheizen und Würstl oder saftige Steaks zu brutzeln. Laut Volker Rastätter, Geschäftsführer des Mietervereins München, ist das aber nicht in jedem Fall möglich. Grundsätzlich hat der Mieter auf Grillen zu verzichten, sollte sich ein anderer Mieter dadurch gestört fühlen. Dringt Qualm in die umliegenden Wohnungen, können Nachbarn sich belästigt fühlen. Es existiert keine gesetzliche Regelung, die vorgibt, wann und wie oft gegrillt werden darf. Vermieter können es aber im Mietvertrag festlegen. „Wenn es derartige Vorschriften gibt, muss sich der Mieter auch daran halten“, warnt Anja Franz, die Sprecherin des Mietervereins. „Tut er es nicht, kann ihn der Vermieter abmahnen und ihm bei einer weiteren Missachtung sogar kündigen.“

Hin und wieder ufert ein Grillabend aus und wird zur Grillparty. Tagsüber stellt das kein Problem dar, sofern sich die Nachbarn nicht durch laute Gespräche oder Musik gestört fühlen. Ab 22 Uhr sollte die Party aber nach drinnen verlegt werden oder die Partygäste müssen ihre Unterhaltungen zuverlässig auf Zimmerlautstärke runterschrauben – ein Vorhaben, das oft nicht wirklich gelingt. Schlaue Partyplaner suchen das Gespräch mit ihren Nachbarn, um Komplikationen aus dem Weg zu gehen. „Im besten Fall lädt man die Nachbarn einfach mit ein“, schlägt Anja Franz vor.

Sichtschutz

Auch auf dem Balkon wünschen sich Mieter Privatsphäre. Deshalb ist es grundsätzlich erlaubt, eine Verkleidung am Balkon als Sichtschutz anzubringen. Wenn die Wohnanlage aber ein einheitliches Bild abgibt, darf der Stil der Verkleidung nicht davon abweichen. Sollten andere Balkone ohnehin schon völlig frei gestaltet sein, hat der Mieter freie Hand bei Farbe und Material. Eine Markise darf der Mieter nicht ohne Erlaubnis des Vermieters montieren. Bescheint die Sonne den Balkon jedoch besonders stark, dann hat der Mieter einen Anspruch auf die Genehmigung.

Kleiderordnung

Ist ein Sichtschutz vorhanden, spricht nichts gegen ausgiebiges Sonnenbaden. Mieter ohne Sichtschutz sollten sich auf dem Balkon jedoch nicht zu freizügig präsentieren. Denn: Fühlen sich Nachbarn von zu viel nackter Haut belästigt, kann dem Sonnenanbeter ein Ordnungsgeld drohen.

Streit um die Schüssel

Satellitenschüsseln werden genutzt, um Fernsehsender zu empfangen, die es im Kabel nicht gibt. Tragbare Satelittenschüsseln, die wie ein Sonnenschirm auf dem Balkon aufgestellt werden, sind erlaubt. Wird aber in die Bausubstanz eingegriffen, muss beim Vermieter die Erlaubnis dafür eingeholt werden. Manche Mieter frischen mit ausländischen Sendern ihre Sprachkenntnisse auf, Migranten möchten Nachrichten aus ihrer Heimat empfangen. Solange des Gesamtbild des Wohnhauses nicht darunter leidet, ist das Anbringen der Parabolantenne in diesen Fällen zulässig. Selbst wenn die Bausubstanz verändert wird, haben Personen mit diesen Beweggründen einen Rechtsanspruch auf Zustimmung. Der Mieter ist aber nach Beendigung des Mietverhältnisses dafür verantwortlich, die Bausubstanz wieder herzustellen und etwa Löcher zu schließen.

Blumenschmuck

„Erlaubt ist, was gefällt“, ist das Motto beim Thema Blumenkästen. Wenn Mieter ihren Balkon mit frischem Grün verschönern wollen, haben sie weithin freie Hand – mit einigen Einschränkungen. Der Vermieter hat ein Vetorecht bei Pflanzen wie Efeu oder rankendem Wein, die die Fassade des Hauses beschädigen können. Bei der Wahl der Blumenkästen muss auf Nachbarn Rücksicht genommen werden. So ist der Mieter verpflichtet, die Kästen sicher zu befestigen, insbesondere wenn sie nach außen hin angebracht sind. Würde ein Sturm die Kästen losrütteln, könnten sie abstürzen und die Brewohner der darunter liegenden Wohnungen gefährden. Beim Gießen sollte darauf geachtet werden, dass sich keine Wasserfälle auf die Balkone in den unteren Etagen ergießen. Heruntergefallenes Laub oder Erde sollte der Mieter sofort beseitigen, bevor der Wind sie auf andere Balkone weht. Behält der Mieter diese Regeln im Hinterkopf, steht einem ungestörten Sommer auf dem Balkon nichts mehr im Wege.

Weitere Informationen zum Thema Balkon und zum Mietrecht im Allgemeinen gibt der Mieterverein München im Internet auf seiner Seite www.mieterverein-muenchen.de.

Hannah Kittel

 

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